Was vor 43 Jahren begonnen hat …

… ist seitdem eine Erfolgsgeschichte. Die Red ist von der Rebzunft Bottmingen, die im Jahre 1975 von elf Mitgliedern gegründet wurde. Heute zählt sie 16 Aktivmitglieder, ein Seniorenzünftler (Gründungsmitglied mit Jahrgang 1929!) und kann sich auf acht Helferinnen und Helfer verlassen.

Wir haben in unserer letzten Ausgabe in unserer Frontchronik über den Rebanbau im Leimental, formell-vereinfacht, geschrieben. Im Innenteil (Teil Regio) hat Stephan Gschwind, Berufswinzer aus Therwil, über die Besonderheiten des Weinbaues berichtet.In Bottmingen werden auf insgesamt 60 Aren (57 Reihen) Reben kultiviert. Und zwar Blauburgunder, Charmont (ist eine Kreuzung mit Gutedel/Chasselas x Chardonnay) und Riesling-Sylvaner. In Bottmingen gibt es keine «Profi»-Weinbauern (wie in Biel-Benken, Therwil und Ettingen); aber es gibt Leute um Rebmeister Roland Strub, Franz Wunderer, der Zunftmeister und Vereinspräsident ist, oder Gemeinderat Ernst Bringold, die mit Fachwissen, Herzblut und Passion dieser Leidenschaft nachgehen. Denn bevor man einen hauseigenen Tropfen geniessen kann, muss vorgängig viel geleistet werden.

Hier werden in einer Kurzfassung die anstehenden Arbeiten in einem Rebjahr aufgezeigt:

• Februar: Schneiden

• März: Arbeiten in der Anlage und Binden

• Mai: Erlesen (erste Ertragsregulierung)

• Juni: Weinverkauf und Weinteilet

• Juni + Juli: Einschlaufen und Aufbinden, Herunterschneiden und Laubarbeiten

• Juli + August: Trauben herunterschneiden (Ertragsregulierung)

• August: Bis 2013 wurden Seitennetze und oben Vogelschutznetz montiert

• September Herbsten (Riesling-Sylvaner)

• Oktober: Herbsten (Blauburgunder, und Charmont)

Dazu kommen unter anderem noch weitere Arbeiten wie etwa ein achtmaliges Rebenspritzen pro Jahr, die Wespenbekämpfung, Gras mähen, den Jungreben Wasser geben. BiBo traf letzte Woche im «Statiönli» (siehe Foto) besagte Herren, die unisono erklärten: «Die Bearbeitung und Pflege der Reben bedingt ein intensives Arbeitsprogramm. Trotz langjähriger Erfahrung sind wir auf die Fachberatuung unseres Kelterers Urs Jauslin (Muttenz) angewiesen. Dass bei den Arbeiten meist die «besseren Hälften» (die Ehefrauen/Partnerinnen) mithelfen, sei auch noch gesagt.
In den letzten Jahren war die Rebzunft Bottmingen an verschiedenen Dorfanlässen mit einem «Zunftbeizli» präsent. Letzthin am 3-Tages-Dorffest «125 Jahre TV Bottmingen», wo die Zunftbeiz rege frequentiert war … der «BiBo-Maa» bedankt sich auf diesem Weg für die köstlichen Degustationen an Speis und Trank (Bottminger Wein).
Nachdem das letzte Jahr, aufgrund der beiden Frostnächte im April, zu einem «annus horribilus» wurde, sieht der 18er-Jahrgang vielversprechend aus. Es werden insgesamt gut ca. 4600 Flaschen (7,5 Deziliter). Und eines sei unserer Leserschaft in Erinnerung gerufen. Den Bottminger Wein gibt es nicht im Handel; man kann ihn vorbestellen – oder dann im nächsten Jahr (Mai/Juni) findet der öffentliche Verkauf, bei der Gemeindestube, statt.
Und selbstverständlich sollten nicht nur Bottmingerinnen und Bottminger diesen köstlichen Wein geniessen – das gesamte BiBo-Land ist aufgerufen, vermehrt den einheimischen Rebanbau zu unterstützen! Prosit!

Georges Küng

Luftansicht des «Schönenberg», wo die Reben gedeihen und nach viel Handarbeit der Bottminger Wein kultiviert ist. Die Herren Franz Wunderer, Mathis Kunz, «Bobe» Imhof, Ernst Bringold und Roland Strub genossen im «Statiönli» einen Tropfen. Fotos: zVg (2)/Küng (1)

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