Pfadi St. Benno feiert ihr 85-jähriges Bestehen

Mit dem Einzug der Computerisierung und Digitalisierung hat nicht nur ein Wandel in der Gesellschaft stattgefunden, sondern das Freizeit- und Spielverhalten von Kindern und Jugendlichen hat sich verändert. Aber es gibt Werte, welche über Generationen bleiben.

Uns ist bewusst, dass wir mit der Zeit gehen müssen. Denn sonst geht man mit der Zeit… Aber uns (oder zumindest dem Unterzeichneten) ist es ebenso wichtig, dass Menschen miteinander «face to face» (und weniger mittels Facebook) kommunizieren. Dass persönliche Akustik, Gestik und Mimik ihren Platz vor der virtuellen Welt haben. BiBo hat in seiner letzten Ausgabe im Frontartikel über den Spielnachmittag der Ludothek Oberwil berichtet. Vor einem Monat haben wir ausführlich über die Pfadi Wildenstein geschrieben. Und heute haben wir uns mit einem Leiter der Pfadi St. Benno Binningen/Bottmingen unterhalten.

BiBo: Dürfen wir ein paar Angaben zu Ihrer Person haben?
Rémy Frieden: Mein Name ist Rémy Frieden, aber in der Pfadi heisse ich Phao. Ich bin 20 Jahre alt und leite seit fast fünf Jahren gemeinsam mit meinen Mitleitern die Wolfsstufe der Pfadi St. Benno Binningen/Bottmingen.

Wann fanden Sie Zugang zur Pfadi? Und welche Kindheits- und Jugenderinnerungen haben Sie an Ihre persönliche Pfadizeit von damals?
Ich fand bereits im Alter von fünf Jahren zur Pfadi respektive den Pfadfindern. Seither bin ich ohne Unterbruch dabei. Dementsprechend habe ich auch viele sehr schöne Erinnerungen an meine bisherige Pfadizeit. Sicher eines meiner schönsten Erlebnisse war meine Taufe. Diese ist für viele Pfadfinder ein absoluter Höhepunkt in ihrer Pfadizeit, da man von seinen Leitern einen Namen kriegt, der den Charakter und das Wesen eines jeden möglichst gut beschreibt. Aber auch jedes einzelne Lager und jede einzelne Aktivität sind ein Höhepunkt für sich und ich freue mich jedes mal aufs neue darauf.

Ist Pfadi heute weiterhin «zeitgemäss»? Stehen die Pfadi-Werte nicht in Konkurrenz zur Computerisierung und Digitalisierung?
Ich denke, ja bin überzeugt, dass die Pfadi heute genau so zeitgemäss wie zum Beispiel vor 50 Jahren ist. Ich weiss, dass die Pfadi in gewissen Kreisen ein bisschen ein verstaubtes Image hat. Das Programm der Pfadi wandelt sich aber ständig und beschränkt sich schon lange nicht mehr auf das klassische «in den Wald gehen und ein Feuer machen». Vielmehr ist es so, dass wir stets probieren, ein möglichst vielfältiges und dem Zeitgeist angepasstes Programm zu bieten. So dienen zum Beispiel aktuelle Filme oder Bücher als geschichtliche Vorlagen für unsere Aktivitäten.

Die Pfadi St. Benno Binningen/Bottmingen feiert heuer ihr 85-jähriges Bestehen. Können Sie uns verraten, was für (Jubiläums-)Aktivitäten geplant sind?
Dieses Jahr haben wir uns für ein Abteilungslager im Sommer als Jubiläumsaktivität entschieden. Das bedeutet, dass alle aktiven Wölfe, Pfadis und Pionniers der Abteilung zusammen vom 2. bis am 14. Juli ins Lager nach Sembrancher (Wallis) gehen. Ebenfalls dabei sein können alle ehemaligen Bennos. Wir haben bereits viele Ehemalige über diese Idee informieren können. Da wir aber wissen, dass ganz viele ehemalige Bennos noch in der Region leben, hoffen wir auf diesem Weg, noch mehr Ehemalige zu erreichen. Wenn Du also diesen Artikel liest und Dir denkst, ich muss unbedingt mehr darüber erfahren, melde Dich unter phao@st-benno.ch. Wir würden uns über den Besuch von allen ehemaligen Bennos sehr freuen.

Warum sollten Buben und Mädchen auch im Internet-Zeitalter der Pfadi beitreten?
Gerade weil das heutige Leben so häufig digital stattfindet, bietet die Pfadi einen guten Ausgleich dazu. Einmal in der Woche nach draussen gehen und sich mit Freunden treffen, tut jedem gut. Die Pfadi ist ebenfalls ein guter Ort, um schnell Freunde zu finden, wenn man neu in einen Ort zieht. Alles in allem würde ich sagen, dass die Pfadi auf jeden Fall etwas ist, was man einmal ausprobiert haben sollte.

Es ist mir ein Anliegen, Rémy Frieden für das Interview herzlichst zu danken. Und wir sind sicher, dass viele Bottminger Kinder und Jugendliche, respektive deren Eltern, auf die Pfadi St. Benno «gluschtig» geworden sind und zumindest mal schnuppern werden… und hoffentlich einen Teil ihrer Freizeit «draussen in der Natur, beim natürlichen Erleben und Spielen» verbringen werden.

Text und Interview: Georges Küng

Weitere Informationen: www.st-benno.ch

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