Ettinger Wappen

Die Wappengeschichte

Die Wappengeschichte

Das Ettinger Wappen gibt es seit 1948. Es ist viergeteilt in zwei blaue und zwei silberne Flächen. In der oberen silbernen Ecke steht ein durchgehendes rotes Kreuz, das an die frühere Zugehörigkeit zum Kloster Reichenau erinnert.

Ettingen

Willkommen in Ettingen

Das heutige Dorf Ettingen entstand im 5. oder 6. Jahrhundert entlang einem Bach, der heute unter der Dorfstrasse versteckt verläuft. Auch nicht mehr sichtbar ist die Gliederung in drei Höfe. Der Führer der alemannischen Sippe, die diese Höfe aufbaute, Etto oder Atto, gab dem Dorf seinen Namen. Davor hatten sich auf dem Gemeindegebiet eiszeitliche Menschen im Büttenenloch (ca. 10'000 v. Chr.) aufgehalten, später siedelten sich jungsteinzeitliche Sippen an (4'500 - 1'800 v. Chr.) und in der Römerzeit dürfte ein Gutshof (mansio) in der Nähe des Aufstiegs zum Plattenpass bestanden haben.

Bis zu dessen Auflösung gehörte das Dorf Ettingen zum Fürstbistum Basel. Die hohe Gerichtsbarkeit verlieh der Fürstbischof zeitweise den Grafen von Thierstein, die niedere dem Kloster Reichenau (Bodensee), aus dessen Wappen Ettingen das rote Kreuz in sein eigenes übernommen hat. Güter und Menschen gehörten unter anderem verschiedenen Klöstern der Stadt Basel. Ihr wurde Ettingen - nach französischer Fremdherrschaft seit der Auflösung des Fürstbistums Basel 1792 - auf dem Wiener Kongress 1815 zugesprochen, von ihr löste es sich 1833 mit dem Kanton Basel-Landschaft. Wirtschaftlich richteten sich aber viele Handwerker- und Bauernfamilien im 19. und 20. Jahrhundert auf die Stadt aus. Landwirtschaft war zwar weit verbreitet, aber die Konzentration nach dem 2. Weltkrieg liess die Zahl der Bauernhöfe zusammenschrumpfen. Zur gleichen Zeit verstärkte sich die Pendlerbewegung nach Basel mit einem rasanten Bevölkerungswachstum: Hatte sich die Bevölkerung seit dem Mittelalter innert 500 Jahren nur auf gut 1000 Einwohner (1945) verdoppelt, so verfünffachte sie sich darauf innert 35 Jahren auf rund 5000. Nach einer Konsolidierung des Wachstums bemüht sich Ettingen mit Dorfbildgestaltung, Raumplanung, Umweltschutz, Pflege von Gewerbe und Kultur, ein Dorf mit Charakter zu bleiben.

Gemeindepräsidentin:
Sibylle Haussener

Gemeindeverwaltung Ettingen
Kirchgasse 13
4107 Ettingen
Tel. 061 726 89 89
gemeindeverwaltung@ettingen.ch

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 8.30-11.30, Mo 14-18.30, Mi und Fr 14-16 Uhr, Dienstag- und Donnerstagnachmittag geschlossen

www.ettingen.ch

Ettingen in Zahlen

5047 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 30.9.2016)
635 ha Gemeindebann
320 ha Wald
324 Meter über Meer

«Alle Genossenschafter sind Gebende und Nehmende»

Die Schweizer Bevölkerung wächst (laufend) und wird immer älter. Das ist ein Fakt. Der Zuwachs von rund 80 000 Menschen (das ist die Einwohnerzahl von St. Gallen!) führt dazu, dass die Schweiz aktuell 8,142 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählt.
Die «Plattform Alter» (BiBo berichtete ausführlich) hat gezeigt, dass die Gesellschaft vor mannigfaltigen Herausforderungen steht. Eine davon ist die «Bevölkerungsexplosion» (wissenschaftliche Erhebungen ergeben, dass im Jahre 2030 die Schweiz rund 9,5 Millionen Menschen zählen wird) – verbunden mit einer Veränderung der Altersdemografie, denn die Zahl der Mitmenschen über 65 Jahre (plus) wächst stetig.

Aber auch die Wirtschaftlichkeit (es darf die Frage gestellt werden, ob das Arbeitsstellenangebot parallel zum Bevölkerungswachstum steigen wird?), der Klimawandel, die (fehlenden) Ressourcen und die Missachtung der Umwelt, verbunden mit kranken Wäldern (der Abfall lässt grüssen) und Meeren sind Themata, welche uns alle angehen.
Wer in den wohlverdienten Ruhestand tritt, wünscht sich eine aktive soziale Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Das Alter wünscht sich eine wirtschaftliche Sicherheit – dürfen wir davon ausgehen, dass die Schweizer Sozialwerke und die Renten/Pensionen gesichert sind? Und selbstverständlich ist Gesundheit die Basis für Wohlbefinden.

Wie BiBo in seiner letzten Ausgabe auf dieser Seite angetönt hat, haben wir uns anlässlich von «Plattform Alter» mit einer Frau unterhalten, welche aktiv und engagiert ist sowie selber der Altersgruppe 65-plus angehört. Die Rede ist von Anne Merkofer, der langjährigen Gemeindepräsidentin.

BiBo: Was bezweckt der «Förderverein KISS Region Basel»?
Anne Merkofer: Wie in den Statuten erwähnt, bezweckt der Förderverein «KISS Region Basel» in den Gemeinden der ­Region Basel Aufbau, Unterhalt und ­Betrieb von non-monetären, langfristig angelegten Freiwilligen-Organisationen (Genossenschaften und Vereinen) für die Begleitung von Menschen im Alter, in Notsituationen und/oder mit Beeinträchtigungen mit Zeitgutschriften. Der Förderverein vergibt oder dokumentiert selber keine Zeitgutschriften.

An wen richtet sich denn «KISS»?
Sowohl die Genossenschaft KISS – wie auch der neu gegründete Förderverein – haben zum Ziel, die begleitete Nachbarschaftshilfe in Tandems und Gruppen zu stärken, sowie der sozialen Verein­samung entgegen zu wirken. 15 KISS-­Genossenschaften gibt es zur Zeit in der Schweiz und einige Weitere sind im Aufbau, sodass KISS bald in der ganzen Schweiz vernetzt sein wird. Die Freiwilligen können ihre eingesetzten Stunden gutschreiben. Alle Genossenschafter sind Gebende und Nehmende. Dies führt zu hoher Zufriedenheit und Anerkennung bei den Mitgliedern.

Ist das Angebot für das «Alter» nicht schon durch «staatliche» Institutionen, Spitex und andere Vereinigungen gegeben?
KISS arbeitet schweizweit am Aufbau der 4. geldfreien Vorsorgesäule. Es ist keine Konkurrenz zu anderen Organisationen wie Spitex oder anderen Pflegeinstitutionen, sondern eine Ergänzung. Ziel ist, den Zusatzbedarf an Unterstützung der immer älter werdenden Bevölkerung zu decken und den Bedarf an Unterstützung zu leisten, damit die Menschen möglichst lange und selbständig zu Hause leben können.

In welcher Form will «KISS» auf ihr Dienstleistungsangebot aufmerksam machen? Welche Plattformen gibt es?
KISS veranstaltet sogenannte KISS-Kaffis und beteiligt sich an Anlässen zum Thema Alter; wie zuletzt am letzten Samstag in Bottmingen. Auch das Ausland ist auf die geldfreie Zeitvorsorge aufmerksam geworden. So haben ARD und 3-Sat im vergangenen Monat interessante Kurzfilme zum Thema Nachbarschaftshilfe mittels Zeitgutschriften gesendet. Im Verlaufe des Jahres wird in diversen Gemeinden des Baselbiets mit dem Aufbau von weiteren KISS-Genossenschaften gestartet. Durch die Pflege und Förderung der Solidarität unter den Generationen können auch die immer noch steigenden Gesundheitskosten gesenkt werden.

Wir danken Frau Merkofer für die Bereitschaft zum Gespräch und die profunden Ausführungen zu einem komplexen Thema, das aber uns alle angeht und – altersmässig – erreichen wird.

Georges Küng

An der «Plattform Alter» vom vorletzten Samstag war auch «KISS» mit einem Stand vertreten. Anne Merkofer, die ehemalige, langjährige Gemeindepräsidentin, stellte mit ihrem Mitarbeiterstab diese Institution dem Publikum vor.

Fotos: Georges Küng

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