Erste Tierarztpraxis in Ettingen öffnet ihre Tore

Josiane Lauper eröffnet im Juli die erste Tierarztpraxis in Ettingen. Behandelt werden Kleintiere, aber auch landwirtschaftliche Nutztiere und Pferde direkt auf dem Hof.

Josiane Lauper wollte Zeit ihres Lebens Tierärztin werden. «Ich bin mit Tieren aufgewachsen und bin mir den Umgang mit Pferden, Kühen, Hunden oder Katzen von klein auf gewohnt», erzählt sie. Das sei eine der Grundvoraussetzungen, die eine Tierärztin oder ein Tierarzt mitbringen müsse. Seit Abschluss ihres Studiums vor acht Jahren arbeitet die 35-Jährige in ihrem Wunschberuf, zuletzt ein Jahr in der Tierklinik Leimental in Biel-Benken. Die Liebe zu Tieren alleine ist für den Beruf aber nicht ausreichend: «Natürlich habe ich gerne Tiere. In meinem Beruf interessieren mich aber die medizinischen Fragen. Spannend sind vor allem die Unterschiede der verschiedenen Tierarten.» Es sei ein sehr aufregender und erlebnisreicher Beruf: «Man weiss nie, was einen erwartet», so Lauper. Wie die Humanmedizin baut auch die Veterinärmedizin auf naturwissenschaftlichen Kenntnissen und Methoden auf. Veterinärmediziner erforschen Krankheitsbilder, erkennen deren Gemeinsamkeiten, suchen Ursachen und finden so Wege zur Prävention, Linderung oder Heilung. Das Wissen um Tierkrankheiten, Seuchenprophylaxe und Ansteckungsgefahren kommt auch den Menschen zugute, die mit den Tieren zusammenleben oder ihre Produkte konsumieren.

Ein Novum für Ettingen
Dr. med. vet. Lauper hat nun entschieden, sich selbständig zu machen und eröffnet anfangs Juli an der Hauptstrasse 30 ihre eigene Tierarztpraxis – ein Novum: «Es ist meines Wissens die erste Tierarztpraxis in Ettingen», sagt sie. Da sie im Dorf aufgewachsen ist, kennt man sie und weiss von ihren Plänen: «Erste Patienten haben sich bereits bei mir angemeldet.» Die Praxis ist offen für Kleintiere wie Hunde, Katzen, kleine Heimtiere oder Hühner sowie für landwirtschaftliche Nutztiere und Pferde: «Wir sind Generalisten und decken das ganze Spektrum ab.» Mit ihren Kleintieren können Tierbesitzer nach Anmeldung in der Praxis vorbeikommen. Zur Behandlung von Grosstieren sucht Lauper die Tiere selber auf dem Bauernhof oder im Stall auf. Um das grosse Spektrum zu bewältigen, bekommt sie nach den Sommerferien Unterstützung von einer weiteren Tierärztin.

Tiere reden nicht
Die Veterinär- unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Humanmedizin: «Der grösste Unterschied ist natürlich, dass ein Tier nicht reden kann. Das macht die Diagnose komplizierter und es ist schwieriger, die Situation einzuschätzen», sagt sie. Als Tierärztin kommt man mit den unterschiedlichsten Krankheiten in Berührung: Ob eine Infektionskrankheit bei einer Katze, ein Hund mit Juckreiz, einer Schwergeburt bei einer Kuh oder ein Pferd mit Kolik – die «Tierarztpraxis Ettingen» ist in jedem Fall zur Stelle. Weiter hinzukommt die Kommunikation mit dem Besitzer des Tieres: «Da muss es einem gelingen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.» Zudem ist man als Tierärztin Ansprechperson für Fragen und Sorgen des Halters.

Aktuell ist die Tierärztin noch mit Vorbereitungen beschäftigt – doch schon in der ersten Juliwoche gilt es ernst und die neue Praxis öffnet ihre Türe.

Caspar Reimer

Foto: Tamara Fischer, Gemma Graphics

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