«Wir haben eine sehr starke Juniorenbewegung»

Am kommenden Wochenende steigt in Ettingen das alljährliche Fussballfest. Aus diesem Anlass hat sich der «BiBo» mit Thomas Bollier, Präsident FC Ettingen, unterhalten.

Herr Bollier, wie steht es sportlich um den FC Ettingen?

Mit unserer ersten Mannschaft sind wir in der letzten Saison von der vierten endlich wieder in die 3. Liga aufgestiegen. Dort gehören wir auch hin. Als Aufsteiger haben wir in der 3. Liga eine super Saison hingelegt und waren sehr lange Spitzenreiter. Dass es nicht zum Aufstieg in die 2. Liga gereicht hat, ist jedoch kein Weltuntergang.

Wäre denn ein FC Ettingen in der 2. Liga denkbar?

Dafür fehlen zurzeit die nötige Infrastruktur und die personellen Ressourcen. Der FC Ettingen ist in erster Linie ein Dorfverein, der soziale Aspekt spielt eine grosse Rolle. Wenn die neue Sportanlage einmal steht und auch alles drum herum stimmt, könnte man sich durchaus mal das Ziel setzen, die 2. Liga anzustreben.

Was wird sich mit der neuen Sportanlage ändern?

Wir haben eine grössere Infrastruktur und schaffen vor allem Platz für andere Dorfvereine.

Die Abstimmung über das Referendum zur neuen Sportanlage war ja sehr knapp ausgegangen …

Die meisten Gegner hatten nicht wirklich etwas gegen eine neue Sport- und Freizeitanlage. Sie sorgten sich angesichts weiterer anstehender Projekte um die Finanzierung. Das war das Hauptargument. Die neue Anlage soll aber eine Sport- und Freizeitanlage, welche eine Begegnungsstätte für Jung und Alt werden soll, werden. Das geplante Vereinslokal soll nicht nur für den FC, sondern auch für die anderen Dorfvereine nutzbar sein. Zudem gibt es in Ettingen derzeit keine Fläche, auf der Jugendliche sich in verschiedenen Sportarten einfach frei betätigen können. Angesichts der Neubauquartiere in Ettingen war es dringend nötig, hier irgendetwas zu unternehmen. Die neue Sport- und Freizeitanlage wird zusammen mit den aktuellen Sportanlagen Hintere Matten ein grosser Mehrwert für Ettingen bringen.

Die Juniorenförderung ist dem FC Ettingen besonders wichtig?

Ja, wir haben eine sehr starke Juniorenbewegung und können Junioren in allen Kategorien stellen.

Im Gegensatz zum Gugger-Cup der Junioren laufen die traditionellen Grümpeli nicht mehr so gut …

Mit den klassischen Grümpeli ging es immer mehr abwärts. Früher waren Gugger-Cup und Grümpeli getrennt. Als jedoch in der Region die Grümpeli immer mehr ausstarben und es auch bei uns abwärts ging, haben wir uns entschlossen, Gugger-Cup und Grümpeli zusammenzulegen. So richtig aufwärts ging es dann aber erst wieder mit der Einführung des Penalty-Grümpeli vor fünf Jahren.

Woher kommt dieser Rückgang?

Das Grümpeli hat heute nicht mehr den selben Stellenwert wie früher. Da gingen alle ans Grümpeli. Es war ganz selbstverständlich. Heute scheint mir das anders, Fussball ist nicht mehr so verbissen wie früher. Die Jungen machen heute auch anderes, es gibt ein viel grösseres Spektrum. Und die Älteren, die früher, als an den Grümpeli noch die Hölle los war, dabei waren, haben heute Familie und wollen nicht unbedingt den ganzen Tag auf dem Fussballfeld verbringen.

Danke für das Gespräch.

Text und Foto: Caspar Reimer

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