Auch mit «Bixe» und Bier läuft die Fasnacht rund

Der Winzerfrust 2017, der neue Frauenchor, der Metzgede-Zoff in Sissach oder eine Art Selbstreflektion zum Thema Fasnacht und Alkohol – diese und weitere Themen machten den Ettinger Fasnachtsumzug zu einem abwechslungsreichen Dorffest.

Der Fasnachtsumzug am vergangenen Sonntag war eine feucht-nasse Angelegenheit. Die hartgesottenen Fasnächtler liessen sich davon nicht beeindrucken und stürmten mit lautem Gebrüll, Krach und Donner die Ettinger Hauptstrasse. Zudem sind die Fasnächtler sehr geübt darin, sich das Wetter schön zu trinken – insbesondere mit dem neuen Fasnachtsobmaa Dominik Hediger, im Dorf «Bixe» gennant: «Der Bixe, unsere Preesi, duet uns zeige, wie mir unsere Promillepegel chönne steigere» oder – einfacher ausgedrückt: «Mir sind nit ganz 100 %». Trotz des gesteigerten Promillepegels verlief der Umzug in geordneten Bahnen und ohne ernstere Zwischenfälle, wie der neue Obmaa auch dem «BiBo» gegenüber bestätigte.

Frauen übernehmen musikalisch
Dass Fasnacht aber dann doch mehr ist als Saufen, zeigten die vielen aufwendig dekorierten Wagen zu verschiedenen Themen, die das Guggerdorf seit der letzten Fasnacht beschäftigten. Sogar der neu gegründete Frauenchor «Vergissmeinnicht» war mit einem Wagen am Umzug dabei: «Männerchor isch bald Gschicht, Zuekunft ghört Vergissmeinnicht» oder ganz selbstironisch: «Bisch wyblich uns hesch kei tolli Stimm, isch das bi uns nit schlimm».

Sorgen der Winzer
Wie am Fasnachtsumzug in Aesch war der frostige April 2017 auch im Guggerdorf ein Thema. Die eisigen Temperaturen und der Schnee im letzten Frühling hatten den Weinbauern in der Umgebung einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Geschäft gründlich vermiest: «In Froscht veritas: Nachdem Froscht im April, blibt vo dä Räbe nümmi vill» oder «Statt im nochhinein in Wyy, chunnt dr Froschtschutz negscht Joor scho in d‘Trube dri». Eine andere Truppe öffnete den Blick kulinarisch-politisch ins Oberbaselbiet: «Metzge isch gwüss nit schön, aber die wo nit chönne gseh was si ässe, sin Glön!»

Begeisterte Fasnächtler
Das diesjährige Fasnachtsmotto «Mir sin begeischteret» passt insofern gut zum vergangenen Fasnachtsumzug, als dass die Begeisterung der Fasnächtler für ihre Fasnacht spürbar war und auch auf zufällige Passanten überschwappte. Mit dem vom Kulturhistorischen Verein organisierten Fasnachtsfüür am kommenden Sonntag findet die Fasnacht 2018 ihren Abschluss.

Text und Fotos: Caspar Reimer

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