Das Klassenzimmer gegen die Alp Tamons getauscht

Die Sarganseralp und das Gymnasium Oberwil kennen und schätzen sich. Bereits zum 6. Mal hat eine Klasse – diesmal die F2a der Fachmittelschule – mit 18 Schülerinnen und Schülern bei diversen Räumungs- und Unterhaltsarbeiten nach dem Viehabzug tüchtig zugepackt.

Alle Jahre wieder ist man versucht zu sagen: Die Schulstube und die üblichen Fächer werden «vergessen», weil ein Einsatz bevorsteht, der nicht aus Lernen, sondern Anpacken besteht. Und auch heuer haben wir wieder von meinem ­Berufskollegen Hans Hidber (Mels), freier Journalist bei der Lokalzeitung «Sarganserländer» eine Chronik erhalten. Die Fotos hierzu hat der Klassen­lehrer und Lagerleiter Severin Brunold gemacht.
Die obligatorische Arbeitswoche einer Klasse des Gymnasiums Oberwil auf Alp Tamons ist zur schönen Tradition geworden. Als Unterkunft diente der Klasse F2a wie in den Vorjahren das Pfadiheim Parmort. «Den Klassengeist und soziale Kontakte zu fördern, ohne Smartphone auszukommen und den Lagerhaushalt mit eigener Kochgruppe zu führen» sind nebst der körperlichen Betätigung als wichtige Ziele im Lagerkonzept festgehalten. Wiederum besorgte die Regionale Zivilschutzorganisation Pizol den Personen- und Materialtransport von der wesentlich tiefergelegenen Unterkunft zum Ausgangspunkt zu den verschiedenen Einsatzorten.

Vielfältiger Einsatz
Der Arbeitseinsatz umfasste die Säuberung der Alpweiden sowie Instandhaltung von Wanderwegen. Im Alpwald half  die Schülerschaft mit bei der Umzäunung von Anpflanzungen zum Schutz gegen Wildverbiss. Angeleitet wurden die Gruppen von erfahrenen Alpenprofis. Diese zeigten sich beeindruckt, wie motiviert die jungen Leute ans Werk gingen, war es doch für die meisten eine ungewohnte Arbeit. Auch Ortspräsident Heinz Lutz war voll des Lobes über die geleistete Arbeit. «Sie kamen bedeutend weiter, als man erwarten konnte.» Den Schülerinnen und Schülern hat das Lagerleben und die Arbeit in der freien Natur auch gefallen. «Es herrschte eine gute Atmosphäre, das Alp- und Forstpersonal war sehr freundlich und hilfsbereit, ebenso die Gruppe der Zivilschützer» meinte eine Schülerin – stellvertretend für die übrigen Teilnehmenden. Sehr zufrieden zeigte sich auch Klassenlehrer und Lagerleiter Severin Brunold, dem mit Borbála Hole eine Begleitperson zur Seite stand.

Erholung in der Halbzeit
Der Mittwoch wurde traditionsgemäss als Erholungstag gestaltet, an dem am Vormittag der Wildhüter und der Revierförster den Interessierten in einer Art Live-Biologieunterricht viel Wissenswertes über Flora und Fauna vermittelten und den Sinn und die Notwendigkeit der Wald- und Weidepflege erklärten. Bei der Wildbeobachtung bekamen sie unter anderem auch Gämsen zu Gesicht. Die Exkursion am Nachmittag führte in die Taminaschlucht, die den Baselbietern ebenfalls einen nachhaltigen Eindruck hinterliess. Am Freitag hiess es Abschied vom Sarganserland zu nehmen, das sich vom ersten bis zum letzten Lagertag bei prächtigem Herbstwetter präsentiert hatte.

Es ist mir ein persönliches Anliegen, Herrn Hidber (Danke, Hans) für seine superbe Chronik zu danken. Und wir sind sicher, dass die Schülerschar bleibende Erinnerungen mit nach Oberwil, und in den Schulalltag, genommen hat. Und auch im kommenden Jahr wird eine andere Klasse diesen Arbeitseinsatz im Sarganserland leisten. Wir freuen uns schon jetzt auf die Chronik mit Impressionen!

Georges Küng

Gruppenbild mit frohen Gesichtern nach der Arbeitswoche auf der Alp Tamons. Die Arbeit war schwer für die Jungs und Mädels, ungewöhnlich, aber alle packten voll an – und genossen ab und zu auch eine verdiente Ruhepause. Fotos: Severin Brunold

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