Von Anwesenden und Abwesenden …

Es ist kein falscher Stolz, wenn man die Schweiz als jenes Land bezeichnet, das die direkte Demokratie nicht nur predigt, sondern auch vorlebt. Allerdings muss diese direkte Demokratie von der Bevölkerung (präziser: Stimmbürgerinnen und Stimmbürger) auch vorgelebt werden.

Auf Gemeindeebene ist das Parlament die Gemeindeversammlung (im Volksmund: «Gmeini»). Auch in Oberwil. Alle Stimmberechtigten haben die Möglichkeiten, an den – in der Regel – vier Gemeindeversammlungen vor Ort zu sein, um über Beschlüsse abzustimmen oder (kritische) Voten anzubringen.

Vor einer Woche fand die erste «Gmeini» in diesem Jahr statt. Ja, es war ein heisser Tag. Mit Temperaturen um 30 Grad – bei einer hohen Luftfeuchtigkeit. Die Traktandenliste umfasste «nur» fünf Punkte – aber Traktandum 2 hiess «Jahresrechnung 2016». Und wenn es um Geld, Investitionen, Ausgaben, Steuern geht … man könnte glauben, dass dies alle angehen müsste.

Wir wollen nicht über die Abwesenden lamentieren. Sondern die Anwesenden (siehe Foto) loben, die «trotz der Umstände» (Wetter, Hitze, Fernsehprogramm, Desinteresse …) den Weg in die Wehrlinhalle gefunden haben.

Gemeinderat Karl Schenk erläuterte prägnant und profund die Jahresrechnung. Und bekam hiefür von der Geschäftsprüfungs- und Rechnungsprüfungskommission ein grosses, verdientes Lob. Auf der Homepage www.oberwil.ch kann man – auf 151 Seiten (mit vielen Diagrammen und Grafiken) – nachlesen, dass die Gemeinde Oberwil finanziell gesund lebt und stabile Verhältnisse hat. Natürlich – man spürt den Kostendruck und es ist nötiger denn je, die vorhandenen Mittel effizient und realistisch (im Leben ist generell das Wünschbare nicht immer möglich!) einzusetzen.

Die «Gmeini» dauerte 75 Minuten. Bei einem Umtrunk konnte man anschliessend noch über die Dorfpolitik im «Schnäggedorf» philosophieren. Im Herbst dürfte die nächste Gemeindeversammlung stattfinden. Machen Sie doch vermehrt von Ihrem Recht der direkten Demokratie Gebrauch. Denn der Gesamtgemeinderat leistet aufopferungsvolle, vorzügliche Arbeit. Eine Honorierung hiefür wäre, an der Gemeindeversammlung auch vor Ort zu sein.

Georges Küng

Die Jahresrechnung, von Finanzminister Karl Schenk (stehend) präsentiert und profund erläutert, wurde einstimmig angenommen. In der Wehrlinhalle hätte es noch viel Platz gehabt …

Fotos: Küng

Kontakt | Impressum | BiBo abonnieren