Um 21.33 Uhr wurde dem Baukredit zugestimmt

Grossaufmarsch zur Gemeindeversammlung (GV) vor einer Woche. Obwohl die Traktandenliste «nur» vier Punkte aufwies, war Traktandum 2 (Baukredit Neubau Gemeindehaus) zukunftsweisend, denn Oberwil benötigt ein neues Gemeindehaus. Darin waren und sind sich alle einig.
Trotz Fussballabend (wenn auch «nur» die UEFA Europa League) und der ersten Finalpartie zwischen Sm‘Aesch Pfeffingen und Uni Neuchâtel im Volleyball (der Neu-Landrat Yves Krebs als passionierter Volley-Aficionado und Anhänger von Sm‘Aesch musste auf die Partie verzichten…) war die Wehrlinhalle proppenvoll. Auch die Zeitung vom Aeschenplatz hatte einen Berichterstatter vor Ort – auch darin erkannte man, dass keine gewöhnliche «Gmeini» auf dem Programm stand.

Im Vorfeld der GV waren die Oberwiler Stimmbürgerinnen und -bürger profund und jederzeit über das Projekt und die Finanzierung (Kredit) informiert worden. Und in einem Exklusiv-Interview mit dem BiBo hatte Gemeindepräsident Hanspeter Ryser in der Ausgabe 14 vom 4. April mit klaren und verständlichen Worten gesagt, dass «ein Neubau viele Vereinfachungen mitbringt».

Nach der Einleitung durch Präsident Ryser übernahm Urs Hänggi das Wort. Während 40 Minuten erläuterte der CVP-Gemeinderat profund, bestens dokumentiert und mit Zahlen und Bildern die Beweggründe, warum das «Schnäggedorf» ein neues Gemeindehaus benötigt. Man wusste schon im Vorfeld, dass es keine «organisierte Opposition» geben würde. Alle, ob jünger oder älter, Einheimische oder Zugezogene und egal welcher Partei sie angehören oder deren Wähler sind – die im Jahre 1961 erbaute Gemeindeverwaltung ist längst nicht mehr «up to date» Dazu ist die Verwaltung dezentral – sechs Standorte sind wahrlich nicht «das Gelbe vom Ei».

Dass die Gemeindekommission dem Baukredit mit 10:0 Stimmen (bei einer Enthaltung) zugestimmt hatte, sei auch noch erwähnt. Um 21 Uhr gab der ­Gemeinderat das Wort den Anwesenden – und gut ein Dutzend Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ergriffen das Wort. Im Grundtenor waren sich alle ­einig, dass Oberwil ein neues Gemeindehaus braucht. Aber selbstverständlich gab es kritische Voten und Punkte, die Bedenken aufwarfen, das ist gut so. Es wäre erstaunlich gewesen, wenn dem Baukredit in Höhe von 18,190 Millionen Franken (das ist ein schöner Batzen) ein Freipass, ohne vorgängige Diskussion, ausgestellt worden wäre. So stellen wir uns eine lebendige «Gmeini» und die direkte (Schweizer) Demokratie vor. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sachlich diskutieren, in der Sache hart sind/bleiben, aber fair und respektvoll im Umgang miteinander umgehen. Das war vor einer Woche in Oberwil der Fall – und darum hatte es lauter Gewinner.

Um 21.33 Uhr wurde abgestimmt – und das Resultat war klar. 162 Ja standen 17 Nein und 14 Enthaltungen gegenüber. Dem Baukredit war mit grosser Mehrheit zugestimmt worden. Herzlicher Applaus brandete nach der Resultatsverkündigung in der Halle auf. Beim Gemeinderat spürte man die Erleichterung, wobei zu sagen ist, dass das Gremium hervorragende ­Arbeit geleistet hatte und namentlich Urs Hänggi durfte spontan von vielen Stimmbürgern die herzlichsten Glückwünsche empfangen. Und da sage einer, die «Obrigkeit» politisiere am Volk vorbei …

Kurz vor 22 Uhr konnte Hanspeter Ryser die Gemeindeversammlung für beendet erklären. Im Foyer, bei einem Glas Orangensaft wurde noch intensiv debattiert. Der Zeitplan sieht vor, dass Mitte 2020 mit dem Bau begonnen werden kann. Verläuft alles nach Plan, so wird das neue Gemeindehaus im Spätherbst 2022 fertig sein. Und dann wird Oberwil ein zweckmässiges Schmuckstück als Gemeindehaus/Verwaltung haben.

Georges Küng

Um 21.33 Uhr stimmte der Oberwiler Souverän dem Baukredit für das neue Gemeindehaus mit grosser Mehrheit zu. Der zuständige Gemeinderat, Urs Hänggi, und die Oberwiler Exekutive in globo hatten vorzügliche Vorarbeit geleistet und durften von den Anwesenden nur lobende Worte entgegennehmen.

Fotos: Küng

Kontakt | Impressum | BiBo abonnieren