First Responder Schulung – oder wenn jede Sekunde zählt

Bei einem Herzkreislaufstillstand kommt es oft auf jede Sekunde an, der Rettungswagen hat in den meisten Fällen jedoch länger als zehn Minuten, bis er am Notfallort ankommt. Für den Patienten kommt da vielfach jede Hilfe zu spät. Mit ausgebildeten Laienhelfern, sogenannten First Respondern, kann dieses kritische Zeitfenster überbrückt werden.

Am vorletzten Mittwochabend nahmen rund 40 Personen an der «First Responder Schulung» in Oberwil teil. Rund die Hälfte der Interessenten waren Aktivmitglieder der SLRG Oberwil (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft). Die andere Hälfte waren Interessierte aus dem ganzen Kanton Baselland, welche auch First Responder werden woll(t)en. Im Baselbiet wird die Schulung durch die «Stiftung Ersthelfer Nordwestschweiz» durchgeführt. Bereits seit gut einem Jahr gibt es in Basel-Stadt das Netz der First Responder. Es besteht aus Privatpersonen und ausgebildeten Laienhelfern, die im Notfall durch die Einsatzleitzentrale aufgeboten und losgeschickt werden, um die Zeit bis zum Eintreffen der Sanität zu überbrücken. Das Ganze geschieht über eine App. Um First Responder zu werden, ist die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung obligatorisch. Wer die First Responder Schulung und einen BLS-AED-Komplettkurs (Reanimationskurs) besucht hat, darf sich auf der App registrieren. Die First Responder können jeweils selber entscheiden, ob sie einen Alarm annehmen können oder sie zu weit weg vom Einsatzort sind. Dieses System ist seit dem 5. November 2019 im Baselbiet aktiv und die SLRG Oberwil unterstützt das Projekt an vorderster Front.

Und so funktioniert es
Eine Person fällt um, wird bewusstlos, keine Atmung, kein Puls: Herz-Kreislauf-Stillstand. Ab jetzt zählt jede Minute, denn mit jeder verlorenen Minute sinkt die Überlebenschance um bis zu zehn Prozent! Kommt dem Betroffenen in den ersten fünf Minuten jemand zu Hilfe, hat er gute Chancen, sich wieder vollständig zu erholen.
Die Einsatzzentrale löst den Alarm aus – registrierte Nutzer empfangen den Alarm über die App. First Responder, die den Alarm quittieren und sich innerhalb des vom System definierten Einsatzradius befinden (in der Regel drei First Responder), erhalten die Einsatzdetails in der App und begeben sich zum Einsatzort. Wer den Notfall annimmt, ist verpflichtet, auch an den Notfallort zu gehen und Erste Hilfe zu leisten, bis die Sanität eintrifft.

Brooke Keller