Gymnasiastin organisiert Modeschau

Sie heisst Aline Queloz (18), besucht das Gymnasium Oberwil, wohnt in Binningen – und könnte jetzt eigentlich in den Sommerferien «chillen». Aber diese junge Frau, die auch bei einer renommierten Agentur modelt, ist mit ihrer Maturarbeit beschäftigt.

Es ist nicht so, dass Journalisten von Natur viel, oder gar alles, wissen. Aber eine gesunde Portion Neugier kann in diesem Beruf helfen. Am vorletzten Dienstag erreichte uns folgendes Schreiben (E-Mail): «Für meine Maturarbeit am Gymnasium Oberwil habe ich mich für eine Modeschau mit Menschen mit Behinderungen entschieden. Diese wird am 16. August im Burgfelderhof 60, Basel, stattfinden. Die 25 Models sowie die sieben Modemarken, welche meinen Event erst möglich machen, freuen sich sehr darauf. Im Anhang sende ich Ihnen auch noch meinen Konzeptplan zu, der diesen Anlass detailliert beschreibt. Nun wollte ich Sie anfragen, ob es möglich wäre, einen Artikel über diese Veranstaltung im BiBo zu veröffentlichen, um dieser speziellen Modeschau mehr Eindruck sowie, oder vor allem, Nachhaltigkeit zu verleihen. Gerne sende ich Ihnen auch noch mehr Informationen zu und beantworte Ihre Fragen. Ich würde mich sehr darüber freuen!»
Solche Schreiben, respektive Anfragen, lassen unsere Herzen höher schlagen. Denn sie beweisen, dass die heutige Jugend (wir verweisen auf unseren Frontartikel in der vorletzten Ausgabe) längst nicht rumhängt (ich persönlich kann das Wort «chillen» nicht mehr hören…), sondern aktiv, innovativ und kreativ ist. Am letzten Freitagmorgen haben wir Frau Queloz im Ortskern von Oberwil getroffen. Und natürlich war die erste Frage, warum sie eine Modeschau organisiert. Sie meinte hiezu:
«Ich will ein Zeichen setzen. Ich möchte die Meinung der Gesellschaft gegenüber Menschen mit einer Behinderung verändern und verbessern. Mit meiner Modeschau will ich erreichen, dass sich alle Menschen bewusst werden, dass behinderte Menschen in jedem Bereich des Lebens integriert werden sollten. Dies erreiche ich einerseits mit dieser etwas «anderen» Modeschau selbst und anderseits sorge ich gleichzeitig für Nachhaltigkeit, in dem ich den Erlös der Kollekte sowie des Barbetriebes aufteile und an verschiedene Heime und Vereine spende. Diese Institutionen setzen sich für Integration und Förderung von Menschen mit einer Behinderung ein».
Aline ist – trotz Sommerferien – praktisch jeden Tag damit beschäftigt, die Modeschau zu organisieren. Die Gymnasiastin, welche in einem Jahr die Matura machen wird, hat klare Vorstellungen, wie der 16. August (ein Donnerstag übrigens) ablaufen wird. Sie verrät uns: «Bei meinem Event wird es sich um einen Anlass mit ungefähr 150 bis 200 Besuchern handeln, welche alle aus verschiedenen Kreisen stammen. Auf einem Laufsteg werden sich dann die Models vor dem Publikum präsentieren. Dabei steht für mich der Spass an der Sache für die Models im Vordergrund. Vor und nach dem Anlass selbst wird es ein Barbetrieb mit Getränken und Snacks geben».
Wir werden den Anlass redaktionell (mit-)begleiten, denn es berührt, wenn junge Erwachsene sich für Menschen einsetzen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden. Mitmenschen, die im Alltag vor grossen Herausforderungen stehen. Mitmenschen, die aufgrund ihrer Behinderung und Handicaps oft ausgegrenzt werden. Was uns, der Gesellschaft, ein schlechtes Zeugnis ausstellt.
BiBo wird im Vorfeld nochmals auf diese Modeschau hinweisen. Und ist sicher, dass viele Leserinnen und Leser den immensen Bemühungen von Aline Queloz die Reverenz erweisen.

Georges Küng

Reservationen:
reservationmodenschau@gmail.com

Fotos: zVg

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