Viel mehr als Rangeln und Raufen …

Therwil ist eine sportliche Gemeinde, denn das Angebot an Sportarten ist mannigfaltig, ja einzigartig. Der Ringer-Club Therwil feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen – und die Bevölkerung ist am Sonntag zu einem internationalen Nachwuchsturnier mit Jubiläums-Apéro (um 10.30 Uhr) eingeladen.

Das Ringen ist die Ursportart an Olym-pischen Spielen. Der direkte, ehrliche und faire Kampf zwischen Mann und Mann (auch Frauen ringen übrigens und genies-sen beim RC Therwil einen hohen Stellenwert) hatte schon im Altertum Kultstatus. Und in vielen Ländern ist Ringen auch heute noch Volkssport. Leider nicht in der Schweiz.

Es war am 27. Oktober 1967 (ein halbes Jahrhundert ist es her), als im alten Rössli zu Therwil die Gründungsversammlung des Ringer-Club Therwil abgehalten wurde. Der Initiant, Max Ruch, konnte 14 Anwesende begrüssen. Als erster Präsident eines neunköpfigen Vorstandes wurde Gerhard Gutzwiller gewählt. Die Anwesenden beschlossen, jeder Aktive habe 20 Franken zur Bildung der Kasse zu opfern. Und mit der gleichen Leidenschaft und Passion wird in der 99er-Gemeinde, als einziger Ort in der Regio Basiliensis, klubmässig gerungen. Gemäss der Homepage von «Swiss Wrestling» (so nennt sich der Ringerverband nun neudeutsch) gibt es in der Schweiz noch 30 Ringvereine. Hochburg ist die Inner- und Ostschweiz, eine lange Tradition hat auch Martigny.

Der Chronist kann sich gut erinnern, wie es einst auch in seiner Wohngemeinde Birsfelden einen Ringerverein gab. Der aber vor gut 40 Jahren begraben wurde – einige Therwiler Exponenten waren damals in «Blätzbums» aktiv. Und es geht vergessen, dass auch der FC Basel (ja, wir sind jetzt beim grossen Fussball) eine Ring-Sektion, nämlich die Athletik Sektion FC Basel (ASFC Basel) hatte. Oder auf dem Papier noch weiterhin führt.

In der Gemeinde ist der RC Therwil sehr präsent. Man schrieb das Jahr 1971 (auch das ist lange her), als die Ringer erstmals den 99er-Kehrausball – wir schwenken jetzt zur Fasnacht, die bestimmt in Kürze kommt ... – organisierten. Und daran hat sich bis heute nichts» verändert.

Derzeit verfügt der RCT über zehn Aktive. Die meisten im Kindes- und Jugendalter. Sie alle sind an diesem Sonntag, ab 9 Uhr morgens, auf der Matte zu bewundern. Und zu unserem Titel bedarf es noch einer Erklärung. In Deutschland, und hier primär in Südbaden und Baden-Württemberg, ist Ringen sehr populär. Keine Gemeinde, wo der lokale Ringverein nicht das Ortsbild (mit-)prägt. Und die «Badische Zeitung» publizierte in ihrer Ausgabe vom 24. Oktober 2017 eine Spezial-Seite über Ringen. Der Titel lautete: «Rangeln und Raufen, aber mit Regeln». Und im Lead stand: «Ringen ist eine sehr komplexe Sportart – und damit für alle Kinder gut geeignet.» Überzeugen Sie sich bitte davon an diesem Sonntag in der 99er-Sporthalle.

Georges Küng

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