Orte der Begegnungen schaffen

Am letzten Montagabend lud die Gemeinde, zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle ein. Gut 60 Interessierte waren vor Ort, um sich über «Leitlinien Gemeindeentwicklung» Gedanken zu machen. Der Austausch war rege und aufschlussreich.

In der letzten Ausgabe haben wir über «Entwicklung im Dialog» in Bottmingen berichtet. Auch Oberwil befasst sich mit der unmittelbaren Zukunft, während die Wohngemeinde des Chronisten (Birsfelden) ebenfalls, gleichzeitig wie in Bottmingen, zu einer Veranstaltung über das Birsfelden von morgen einlud.
In Therwil befasst sich der Gemeinderat seit längerer Zeit mit dem «Morgen». Denn die Bevölkerung wächst, die Menschen werden immer älter und die Mobilität nimmt zu, denn das Mobilitätsverhalten hat sich in den letzten 100 Jahren massiv verändert.
All diesen, und weiteren, Herausforderungen muss sich die Politik stellen. Die Politik aber sind wir alle. Sie, ich, der Gemeindepräsident und die vierköpfige Familie, welche in diesen Tagen nach «Därwil» gezogen ist. Therwil hat einwohnermässig längst Stadtgrösste erreicht; ist aber auch Dorf geblieben (zum Glück). Das 99er-Dorf hat den siebttiefsten Steuerfuss im Kanton Baselland und verfügt über eine hohe Lebensqualität. Dazu zählt die superbe Anbindung an den öffentlichen Verkehr, gute Schulen und eine superbe Infrastruktur für diverse Sportarten. Der Wald (zu dem wir durchaus viel mehr Sorge tragen dürfen!) liegt vor der Haustüre, mit dem «Bähnli» (für Nicht-Leimentaler: Drämmli) ist man in 20 Minuten am Bahnhof SBB – und in der gleichen Zeitspanne auf dem Land (hinteres, solothurnisches Leimental).
An acht Tischen sassen die gut 60 Anwesenden, wobei an jedem Tisch eine Moderatorin/ein Moderator den Meinungsaustausch koordinierte und danach im Plenum die Kernaussagen mitteilte. Geleitet wurde die Veranstaltung, wie in Bottmingen, von Isabelle Rihm und Gemeindepräsident Reto Wolf. Der Gemeinderat in corpore war zugegen, denn die Leitlinien betreffen alle Ressorts.
Man erfuhr, dass – gerade bei jüngeren Semestern – die Identifikation mit der Gemeinde immer mehr abnimmt. Dieses Phänomen ist mit Sicherheit nicht «Therwil-spezifisch»; der Unterzeichnete hat vielmehr das Gefühl, dass in dieser Gemeinde gerade die Vereinskultur sehr hoch ist. Aber natürlich kann der Zusammenhalt und die Integration (nicht nur fremdländischer Mitbürger) besser werden. Und wie Gemeinderat Beat Zahno im persönlichen Gespräch mit dem «BiBo-Maa» erklärte, müssen noch mehr Begegnungsorte geschaffen werde. Unser Einwand war: Es sind vor allem die Menschen, welche solche Ort zu Begegnungszentren machen müssen. Was nützen die schönsten Orte, wenn die Gattung Mensch weiterhin den individuellen «i-Zeugs-Freuden» frönt

Kurzum: Eine hochinteressante Veranstaltung, die manchen Gedankenanstoss hervorbrachte und den Prozess lanciert hat. Im Wissen, dass das «Therwil von Morgen» nie beendet sein wird.

Georges Küng

Fotos: Küng

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