Erinnerungen an die 68er-Jahre ...

Just zum 50. Jahrestag des 68er-Sommers bringt das Freie Theater Therwil (FTT) ein Stück («Der Frühling naht, auch für die alten Weiber») auf die Bühne der Mehrzweckhalle, welches den rebellischen Geist jener Generation gut widerspiegelt.

Der BiBo hat im Vorfeld über dieses Werk berichtet – und auch in seiner letzten Ausgabe mit dem Artikel «Kultur im Dorf» seine Leserschaft ermuntert, zumindest eine der acht Vorführungen zu besuchen. Und die ersten drei Aufführungen haben gezeigt, dass die Regisseurin Dalit Bloch und die hervorragenden Schauspielerinnen und Schauspieler die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern weit übertreffen.
Am letzten Freitag, bei der Première, waren gegen 100 Zuschauer in der Halle. Laut Andres Jost (Produktionsleiter) war dies die bestbesuchteste Ouvertüre, seitdem das FTT im Jahre 2010 gegründet worden ist. Am Samtag waren es bereits 140 Besucherinnen und Besucher, auch dies ist ein Rekord. Und das Ensemble wurde dreimal (!) herausgeklatscht – auch das ist ein Novum, zumindest die Anzahl der «Zugaben». Und auch sonntags war die Vorstellung sehr gut besucht und stand dem Match FC Basel – FC Lausanne-Sport in qualitativer Sicht in nichts nach. Milde ausgedrückt …
An diesem Wochenende, ab morgen Freitag, finden die 4., 5. und 6. Vorstellung (freitags und am Samstag jeweils um 20 Uhr; am Sonntag bereits um 18 Uhr) statt. Wir sind sicher, dass bereits viele, sehr viele den Weg nach «Därwil» finden werden. Denn das Werk hat, wiewohl gut 100 Jahre alt, nichts an Aktualität verloren. Es tut unserer Gesellschaft auch heute gut, vieles zu hinterfragen. Wir wollen hier nicht zum «Aufstand gegen das Etablissement respektive die Classe politique» aufrufen – aber ein wenig mehr Ursachenforschung denn Symptombekämpfung tut gut. Oder wie es Christian Friedli, der engagierte, umsichtige Präsident des FTT sagt: «In unserem Werk sind es jedoch nicht die Jungen, sondern Grossmütter, welche aufstehen/sich erheben. Und alle Versuche, sie in die Schranken zu weisen, scheitern an ihrem hartnäckigen Widerstand. Denn für einmal sind die Ewiggestrigen nicht die Alten, sondern deren Söhne – der Generationenkonflikt ist für einmal umgekehrt».

Georges Küng

An diesem Wochenende finden drei weitere Aufführungen des Werkes «Der Frühling naht, auch für die alten Weiber» in der Mehrzweckhalle statt. Ein kritisches Stück, das hinterfragt, fasziniert, packt – und vielleicht sogar dezent frivol-erotisch daherkommt … Foto: zVg

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