«Über den Tellerrand hinaus blicken»

Am «Fest der Kulturen» auf dem Dorfplatz kamen zum dritten Male, in einem wunderbaren Mix aus Kulinarik und Musik, viele verschiedene Kulturen zusammen. (Fern-)Ziel der Veranstaltung: Alle Menschen aus den 81 Nationen, die im 99er-Dorf leben, sollen eine Gemein(de)schaft bilden.
Trotz nicht optimalem Wetter (ab 20 Uhr kam der grosse Regen) wurde auf der «Piazzetta» ausgelassen gegessen und gefeiert. «Das recht kalte Wetter bringt die Menschen so näher zusammen», lachte Vanessa Meyer, welche das «Fest der Kulturen» heuer erstmals mitorganisiert hatte. Stände mit Köstlichkeiten aus Afghanistan, Eritrea, Kurdistan und Syrien (um nur einige zu nennen) garantierten für eine «Qual der Auswahl» – die Neugier auf für uns ungewohnte Gerichte war immens. Nicht nur Kulinarik, sondern auch die Musik verbindet Kulturen. Am «Fest der Kulturen» traten verschiedene Musikerinnen und Musiker auf. Hauptakt im diesem Jahr war die Band «Kallemi», die verschiedenene Musikrichtungen miteinander verbindet. «Musik kennt keine Grenzen», meinte Gemeinderat Beat Zahno. Und ergänzte: «Es ist wichtig, auch über den Tellerrand hinaus zu blicken und Neues zu entdecken». Wie wahr! «Von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Besucher», sagt Hasanaj Gzim von der Gemeinde Therwil mit berechtigtem Stolz.
BiBo traf an einem Tisch per Zufall auf Sandro aus Bolivien. Dieser lebt seit über 20 Jahren in der Schweiz – zuerst in Genf, dann in Basel, seit Beginn des Jahres 2019 im 99er-Dorf. «Dieses Fest ist wunderbar und ein Beispiel dafür, dass Kultur und Kulinarik die Menschen näher zusammenbringt – egal, woher sie stammen». Sandro ist übrigens ein Mitglied der bekannten, ja legendären Gruppe «Aruma de Bolivia», welche schon bei den Weihnachtskonzerten in der Kirche St. Stephan aufgetreten ist.

Jeder Mensch ist einzigartig
Neue Bräuche, Kulinarik, Kultur und Sprache kann «Angst» machen und braucht eine gewisse Zeit der Angewöhnung. Therwil sendet mit Veranstaltungen wie dem «Fest der Kulturen» klare, starke Zeichen aus: Menschen sind willkommen, denn jeder Mensch ist einzigartig und bringt eine (neue) Kultur mit. Der Tenor bei vielen Festbesuchern war klar: Menschen, die willens sind, sich in eine bestehende Gemein(de)schaft zu integrieren, dürfen nicht auf Grund ihrer Hautfarbe, Herkunft und sozialen Status ausgegrenzt werden. Oder kulinarisch ausgedrückt: Arm jene, die nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen mögen!

Larissa Bucher

Dem 3. «Fest der Kulturen» war ein grosser Erfolg beschieden – namentlich die Köstlichkeiten aus fernen, uns meist unbekannten Ländern fanden bei den Besuchern grossen Anklang. Und wir entdeckten auch die Gemeinderätinnen Barbara Walsoe, Dora Weissberg (welche die Festansprache hielt) und Rolf Frei (Bild rechts), während uns Gemeinderat Beat Zahno den Titel dieser Chronik gab. Fotos: Küng

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