LESERBRIEF
Ich stelle mich zur Wiederwahl
05.02.2026
Oberwil
«Ich habe gar nicht gewusst, dass du Friedensrichter bist!» Diesen Satz habe ich in den vergangenen Wochen oft gehört.
Wenn der Friedensrichter im Alltag nicht bemerkt wird, bedeutet das oft, dass viele Konflikte gar nicht erst eskalieren. Meine Arbeit findet meistens im Stillen statt.
Als Friedensrichter verstehe ich mich vor allem als Schlichter und Vermittler. Nur selten geht es darum, als Richter zu entscheiden.
Für viele Rechtsgebiete wie Arbeitsoder Mietrecht bin ich als Friedensrichter ohnehin nicht zuständig. Zuständig bin ich aber für die meisten zivilrechtlichen Auseinandersetzungen wie Forderungsklagen und nachbarschaftlichen Streitigkeiten.
Eine juristische Ausbildung ist dafür nicht zwingend notwendig – und im Kanton Basel-Landschaft auch eher die Ausnahme.
Was es stattdessen braucht, ist gesunder Menschenverstand, Einfühlungsvermögen und sehr viel Geduld. Mir ist es wichtig, den Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Viele Konflikte kann ich bereits im Vorfeld in einem Telefonat oder einem persönlichen Gespräch entschärfen und Lösungsversuche aufzeigen.
Das Amt des Friedensrichters ist keine Stufe auf der beruflichen Karriereleiter und mit Sicherheit kein Amt im Rampenlicht. Es ist eine Funktion, die im Hintergrund wirkt – leise, aber wirkungsvoll. Genau diese Arbeit mache ich seit 22 Jahren mit Überzeugung und Engagement.
Ich danke Ihnen für das bisherige Vertrauen und freue mich, wenn Sie mir auch bei der kommenden Wahl erneut Ihre Stimme schenken.
Urs Renggli-Ferrari
Friedensrichter
