Abwechslungsreiche Kunstausstellung im Unterwerk
23.07.2026 BottmingenVom 25. Juli bis am 1. August findet im Unterwerk Bottmingen die «Art Unterwerk – in/complete» statt, an der 25 Kunstschaffende ihre Arbeiten zeigen. Jasmine Jetzer vom OK berichtet.
Was ist die Ausstellung «in/complete»?
Eine Fortführung der Ausstellung namens «Resonanz», die wir letztes Jahr während der Art Basel organisiert haben. Es ist keine klassische Kunstausstellung, sondern ein Kulturfestival. Beim Namen «in/complete» steht für uns nicht das Fehlende im Vordergrund, sondern für das Einladende.
Warum die Trafohalle?
Wir hatten gutes Feedback auf die erste Ausstellung. Auch das Areal gefiel den Besuchenden. Es eignet sich super als Ausstellungsraum. Als alte Industriehalle stellt sie eigene Anforderungen an die Ausstellenden oder Auftretenden. Hier kann man sich auch mal austoben, eine Wand anmalen oder anbohren.
Welche Kunstrichtungen sind dabei?
Malerei, Skulpturen, Performance und Musik, aber auch Licht- und Klanginstallationen. Wir haben immersive Installationen, bei denen das Publikum direkt ins Kunstwerk reinlaufen kann, genauso wie textile Kunst. Ein literarischer Workshop zum gemeinsamen Schreiben und ein anderer, bei dem zusammen ein Heft gestaltet und geheftet wird, runden das Programm ab.
Warum soll das Publikum sich das auf keinen Fall entgehen lassen?
Das Programm ist sehr vielseitig und divers und es gibt so viel zu entdecken. Das Thema «in/complete» ist extrem zugänglich. Wir alle kennen das Unfertige, Fragmentarische und Werdende aus unserem eigenen Leben. Es sagt allen Menschen etwas. Zu sehen, wie ganz verschiedene Künstlerinnen und Künstler damit umgehen, ist spannend.
Wie fanden Sie die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler?
Wir gehen scouten. Dieses Jahr fördern wir erstmals Künstlerinnen mit Werkbeiträgen. Schon letztes Jahr war es uns wichtig, dass die Kunstschaffenden eine Gage oder ein Honorar bekommen. Dieses Jahr sind wir einen Schritt weitergegangen und haben finanzielle Mittel für die Ausrichtung von vier Werkbeiträgen in unsere Budgets aufgenommen. Das ist megatoll und wir freuen uns sehr darauf.
Wer sind die vier geförderten Künstlerinnen und Künstler?
Jacqueline Weihe, Mad Heidi, Myrta Brunner und Troubador 21. Zwei sind Performer und zwei von ihnen stellen aus.
Was macht Troubadour 21?
Das Kollektiv verbindet mittelalterliche Musik mit zeitgenössischen Elementen, Electro, Perkussion und Saxofon. Am 1. August macht Troubadour 21 den fliessenden Übergang in die Afterparty und ins DJ-Set.
Wie wurde die Auswahl für die Werkbeiträge getroffen?
Wir wollten Arbeiten, die noch in Entwicklung sind oder am Anfang des Prozesses. Keine fertigen Arbeiten. Ausserdem war uns die Machbarkeit wichtig.
Wie kam es, dass Sie dieses Jahr erstmals Werkbeiträge ausrichten?
Das war von Anfang an Teil des diesjährigen Konzepts. Das hat uns letztes Jahr gefehlt. Wir wollten die Künstlerinnen und Künstler nicht «nur» für ihre Performances oder Ausstellungen zahlen, sondern es ihnen auch ermöglichen, etwas eigens für «in/complete» zu erschaffen.
Wie lange dauerte die Organisation der Ausstellung?
Erste Ideen für die diesjährige Ausgabe haben wir im letzten August gesammelt. Wir fragten uns, wie es mit dem Anlass weitergehen soll – nach dem vielen tollen Feedback war für uns klar, dass wir weitermachen wollten. Die Frage war, wie. Ab September ging es an die Konzeptarbeit und noch vor Ende Jahr gingen die Stiftungsanträge raus, auf die wir erfreulich gute Rückmeldungen bekommen haben.
Gibt es ein besonderes Highlight im Programm?
Wir freuen uns auf den Brunch mit der Gemeinde, der am 1. August von 10 bis 14 Uhr stattfindet. Das wird ein klassischer Brunch, bei dem es aber auch speziellere Sachen zu geniessen gibt. Damit Familien mit dabei sein können, macht die Pfadi Sunnebärg ein Kinderprogramm. Es geht uns darum, einen coolen Ort für ganze Familien zu gestalten. Die Ausstellung soll durch den Brunch belebt werden. Ausserdem hält der Gemeindepräsident eine Rede, der Musikverein spielt und um 13 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung.
Organisiert wird «in/complete» vom Kollektiv Ansichtssache. Was ist die Idee hinter dem Kollektiv?
Wir wollen kreative Räume schaffen und neue Formate ausprobieren. Ganz wichtig ist es uns, für möglichst viele Menschen zugängliche Kulturorte zu schaffen. So haben wir auch schon mal einen Bingoabend mit Performances gemacht – ein sehr künstlerischer Abend. Wir wollen Kunstschaffen ermöglichen und Kunstschaffende vernetzen. Gregor Szyndler



