Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei
03.04.2025Liebe Leserinnen und Leser
Mit dem Birsigtal ist das so eine Sache. Wenn Sie diesen Artikel regelmässig lesen, wissen Sie vielleicht, dass ich weder ein Bottminger, noch ein Oberwiler, Therwiler oder gar Ettinger bin. Es ist noch viel schlimmer: Ich bin Basler – noch dazu mit einem Schuss Aargau in der DNA. Also, eigentlich ein fremder Fötzel. Aber das stimmt natürlich nicht ganz, denn ein Teil meiner Wurzeln liegt hier im Tal.
Nicht nur, dass meine Grossmutter väterlicherseits aus Oberwil stammte – eine Degen, die alteingesessenen Oberwiler wissen sofort, was das bedeutet: das Degen-Lädeli –, auch mich verschlug es in jungen Jahren ins Tal, genauer gesagt nach Therwil. Oder besser gesagt: Es waren meine Eltern, die sich, wie so viele Basler, den Traum vom kleinen Reihenhäuschen erfüllen wollten, was sich in meiner Erinnerung jedoch eher als Kaninchenstall entpuppt.
Für mich bedeutete das natürlich einen Schulwechsel, was für einen vierzehnjährigen Jungen im Strudel der hormonellen Irrungen und Wirrungen keine leichte Aufgabe war. Entsprechend ging das in die Hosen, und ich durfte mich nach drei Monaten wieder vom Känelmatt verabschieden. Zitat des damaligen Klassenlehrers: «Entweder ist der so blöd, oder er hat ein Brett vor dem Kopf!» Damals durfte man so etwas noch ungestraft sagen. Also beschloss ich in meinem Pubertätswahn, Therwil aus Rache zu hassen. Worin ich jedoch noch mehr versagte als in besagter Schule! Warum? Weil ich im Tal Freundschaften fürs Leben fand und wir viel Spass daran hatten, auf unseren Töfflis die Gegend unsicher zu machen.
Dass ich dann Jahrzehnte später wie die Jungfrau zum Kind plötzlich zum Bibo kam, war eher dem Zufall zu verdanken. Trotzdem, irgendwie war es wie nach Hause kommen. Plötzlich waren die alten Orte und Plätze wieder da – vor allem aber auch die alten Geschichten. Und damit auch die Menschen, also Sie! Denn was wären Orte ohne Menschen, die ihnen Leben einhauchen? Und ich muss sagen, darin sind sie ziemlich gut. Zumindest die, die die Dörfer nicht nur als Schlafplätze betrachten, sondern hier auch wirklich leben und sich für die Gemeinschaft engagieren.
Dieses Engagement habe ich jede Woche gespürt. Umso mehr war es ein Privileg, für Sie und mit Ihnen zu arbeiten. Und Sie merken es schon: Ich benutze die Vergangenheitsform. Denn dies ist mein letzter Frontartikel, und wenn Sie diese Zeilen lesen, ist auch mein letzter Arbeitstag. Lesen Sie den BiBo zukünftig trotzdem – oder jetzt vielleicht sogar erst recht – denn er ist es wert, gelesen zu werden. Nirgendwo sonst erfahren Sie mehr darüber, was vor Ihrer Haustür geschieht, als im BiBo.
Es war mir eine Freude, für Sie da zu sein! Stefan Fehlmann