«Als Kind habe ich hier immer Pommes gekauft»
16.04.2026 BottmingenNach über 20 Jahren in der Wirtschaft Zihlmann in Biel-Benken schlägt Stefan Suter ein neues Kapitel auf. Ab dieser Saison ist er der neue Wirt des Restaurants im Gartenbad beim Schloss Bottmingen.
Stefan Suter strahlt. Von Badistimmung fehlt am Tag des Interviewtermins mit dem BiBo zwar jede Spur, es ist kalt und zwischendurch schneit es sogar. Doch die ersten Vorbereitungen auf die neue Saison, die am 15. Mai beginnt, stehen schon an – im Aussenbereich wie auch in der Küche. Für letztere zeichnet neu Stefan Suter verantwortlich: Ab dieser Saison übernimmt er zusammen mit seiner Partnerin Beatrice Kramer nämlich das Restaurant des Gartenbads beim Schloss Bottmingen. Der neue Name steht auch schon fest: «Suti’s Badibeiz.»
«Ich habe null Badierfahrung», meint Suter dann ehrlich und lächelt. Je mehr er aber von seinem künftigen Arbeitsplatz erzählt, desto klarer wird, dass er mit dieser Aussage zu streng mit sich selbst ist. Denn der 58-Jährige weiss schon so einiges über den Betrieb eines Badirestaurants: dass die Kundschaft hier schneller bedient werde als in einem Restaurant. Dass man an guten Tagen um die zwölf Mitarbeiter brauche und an schlechten einen oder zwei. Oder dass man hier eine ganz andere Menükarte anbieten müsse, mit Burgern, Salaten und auch vielen gesunden Speisen.
Dieses Wissen kommt nicht von ungefähr. Stefan Suter hat nämlich letztes Jahr bereits im Gartenbad beim Schloss Bottmingen ausgeholfen und vor allem ist er ein erfahrener Gastronom. Während 24 Jahren führte er die Wirtschaft Zihlmann in Biel-Benken, zudem hat er an der Herbstmesse und am Weihnachtsmarkt seit vielen Jahren seinen Chäsbängel-Stand. Die Zeit im Restaurant in Biel-Benken sei toll, manchmal aber auch sehr anstrengend gewesen – mit einem Arbeitspensum von bis zu sieben Tagen die Woche. «Es gab einen Haufen zu tun, aber ich habe es geliebt. Jetzt ist es Zeit, etwas Neues auszuprobieren.»
Hinsichtlich des Teams kann der neue Badiwirt auf seine Partnerin, teils aufs Vorgängerteam sowie auf seine langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Chäsbängel zählen, die er nun auch für den Job in Bottmingen begeistern konnte. Es sei wichtig, dass sich das Team schon kenne und gut miteinander funktioniere, findet er. «Wir arbeiten schon seit 20 Jahren zusammen. Ich weiss, sie können das.»
«Das ist mein Beruf»
Stefan Suter hat schon als Kind gern für andere gekocht, meist für seine Eltern. «Am liebsten Spaghetti», erinnert er sich. Ein Schlüsselerlebnis war die Schnupperlehre als Koch, die er während der Schulzeit im Hotel Basel absolvierte. «Da wusste ich: Das ist mein Beruf.» Nach der Kochlehre an der Hotelfachschule arbeitete er für einige Saisons in Hotelrestaurants in den Bergen und zeitweise auch im Schloss Bottmingen, bevor er die Wirtschaft Zihlmann in Biel-Benken übernahm. Einige seiner dortigen Spezialitäten werden übrigens auch auf dem Menü des Badi-Restaurants wiederzufinden sein, so zum Beispiel das Cordon bleu, die Salatsauce oder der hausgemachte Eistee.
Darüber hinaus will Suter auf Bowls, Salate, Hotdogs und spezielle Burger setzen. Auch eine «süsse Ecke» werde es geben. In einer Badi müsse man nicht nur auf die Laune der Kundschaft, sondern auch auf das Wetter reagieren, weiss Suter. «Wenn es gut läuft, verkaufst du 100 oder 200 Burger, sonst höchstens zehn Kaffees.» Übrigens: Wer nur das Restaurant besucht, zahlt keinen Badi-Eintritt. Diese Regel sei zwar nicht neu, aber vielen nicht bewusst, sagt Suter.
In knapp einem Monat, wenn es so weit ist und das Gartenbad seine Tore öffnet, freut sich der neue Wirt vor allem auf die Kundschaft aus Bottmingen und dem übrigen Birsigtal, vielleicht auch auf die eine oder andere alte Bekanntschaft. Suter wohnt heute in Biel-Benken, ist aber in Bottmingen aufgewachsen und besuchte auch die Badi sehr oft in jungen Jahren. Fasziniert habe ihn dabei stets die «wunderschön gepflegte» Anlage. Sein neuer Job im Bottminger Gartenbad fühle sich für ihn ein Stück weit auch wie ein Zurückkommen an: «Als Kind habe ich hier immer Schleckstängel und Pommes gekauft, nun verkaufe ich sie selbst.»
Schnorcheln in Ägypten
Rund anderthalb Monate vor der Eröffnung hat sich Stefan Suter mit seiner Partnerin noch eine Reise gegönnt – etwas, das wegen des intensiven Arbeitsalltags bislang nicht sehr oft möglich gewesen sei. Und so ging es Ende März nach seinem Geburtstag zwei Wochen nach Ägypten zum Schnorcheln. Auch weitere Reiseziele schweben dem gebürtigen Bottminger vor: Südafrika, die Malediven, eine Kreuzfahrt durch die nordischen Länder … Seine Freizeit verbringt er aber auch gern in den Schweizer Bergen, meist in der eigenen Ferienwohnung in Grindelwald. Und während der Basler Fasnacht pfeift er in einer Clique mit.
Doch erst einmal steht in rund vier Wochen die Eröffnung der neuen Badisaison an. «Ein bisschen Respekt habe ich schon», räumt Stefan Suter ein. Dann lächelt er: «Vor allem aber freue ich mich, am 15. Mai um 12 Uhr die ersten Gäste begrüssen zu dürfen.»
Nathalie Reichel

