Aus dem Kalender nicht mehr wegzudenken

  30.07.2026 Oberwil

Bereits zum dritten Mal findet vom 4.–8. August die Piazza Oberwil statt. Xenia Fünfschilling und Andreas Daniel Müller vom OK im Interview.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung von der letztjährigen Piazza?
Fünfschilling: Uns haben einige intime Konzertmomente, zum Beispiel die unverstärkte Zugabe von Juicy Lemon Club, der Soloauftritt von Noemi Beza oder der Mond über der Bühne, als Bluescht das Lied «Ewig dr Mond» angestimmt hat, besonders berührt.
Müller: Natürlich auch die unzähligen Begegnungen mit den Menschen, die die Piazza besuchen und für die fröhliche Stimmung sorgen.

Was sind Ihre persönlichen Highlights dieses Jahr?
Fünfschilling: Wir haben auch dieses Jahr wieder unsere persönlichen Highlights gebucht und möchten hier gar keinen Favoriten nennen.
Müller: Wir achten darauf, dass das Programm eine breite Auswahl von Stilrichtungen und Besetzungen beinhaltet und somit für jede und jeden etwas dabei ist.

Wie lange dauert die Vorbereitung der Piazza?
Müller: Wir haben bereits während des letzten Festivals die Vorbereitungen begonnen. Nach dem Festival ist vor dem Festival ...
Fünfschilling: ... und während des Festivals ist vor dem Festival …
Müller: Wir sind ständig dran, neue Ideen zu sammeln und das laufende Festival zu evaluieren.

WaszeichnetIhrGastrokonzeptaus?
Fünfschilling: Wir legen grossen Wert auf eine breite Auswahl und auf gute Qualität, um möglichst alle anzusprechen. Besonders wichtig sind uns das echte Geschirr und die Gläser, die ohne Depot den Gästen gereicht und wieder gewaschen werden. Wir sind stolz darauf, dass unser Festival praktisch keinen Abfall generiert und ganz ohne Plastik auskommt.
Müller: Nennenswert ist auch unser Zirkuswagen von Raphael Diener. Wir betreiben viel Aufwand, den Gastrobereich mit dieser schönen Kulisse aufzuwerten. Bei der Planung der Gastronomie unterstützt uns Daniel Wahli, der selbst Gastronom ist. Neben unseren Familien ist er der Dritte im Kernteam der Piazza Oberwil.

Wovon hängt es ab, ob es die Piazza 2027 zum vierten Mal geben wird?
Fünfschilling: In erster Linie von den Finanzen. Bei einem Budget von rund 120’000 Franken ist die Finanzierung auch dieses Jahr wieder enorm knapp. Wir wissen noch nicht, ob wir schwarze Zahlen schreiben werden oder ob wir ein allfälliges Defizit aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Das hängt einerseits vom Wetter ab – ein Regentag und ausbleibende Gäste wären verheerend –, andererseits von der Spendierbereitschaft und Konsumfreude der Anwesenden. Vielen Leuten ist nach wie vor nicht klar, wofür die Kollekte am Ende jedes Konzertes sein soll. Wir werden dies oft gefragt. Auch gehen viele Leute davon aus, dass der Anlass von der Gemeinde organisiert wird und deshalb per se gratis sein sollte ...

Müller: Auf jeden Fall tragen wir ein enormes Risiko. Weiter hängt der Fortbestand auch von unserer Freude und unseren Ideen ab: Wir möchten auf keinen Fall auf alle Zukunft hinaus das Gleiche machen. Die Piazza muss sich unbedingt weiterentwickeln können.

Wie schwer ist es, für die Piazza Förderstellen und Sponsoren zu finden?
Fünfschilling: Wir werden vom Kanton und einigen Förderstellen unterstützt, jedoch unterstützen die meisten Stiftungen keine Festivals. Wir konnten für dieses Jahr einige neue Sponsoren gewinnen, allerdings ist die Zahlkraft der KMU im Leimental begrenzt.

Wie schaffen Sie die Balance zwischen Dorffest und einem fürs ganze Leimental attraktiven Festival?
Fünfschilling: Wir sind der Zirkus, der für eine Woche im Dorf gastiert und etwas bietet, was es sonst hier nicht zu erleben gibt. Wir glauben, dass dies der grundlegende Unterschied zwischen einem klassischen Dorffest und der Piazza Oberwil ist.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Gemeinde?
Müller: Wir haben mit Mireille Frabotta auf der Gemeinde eine grossartige Partnerin. Die Zusammenarbeit mit ihr und der Gemeinde ist professionell und dennoch freundschaftlich unkompliziert. Wir spüren ein grosses Wohlwollen gegenüber unserem Unterfangen. Die Gemeinde Oberwil unterstützt uns substanziell mit Sachleistungen wie Infrastruktur, Strom, Wasser und so weiter sowie mit einem kleinen Beitrag aus dem Kulturbudget.

Wie oft trifft man Sie selbst auf der Piazza?
Fünfschilling: Na, immer!
Müller: Wer soll denn sonst die ganze Arbeit machen?
Fünfschilling: Wir werden die Ersten und die Letzten auf der Piazza sein.

Gregor Szyndler


Mehr Infos: www.piazza-oberwil.ch


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