Auf die nächsten 125 Jahre

  04.12.2025 Oberwil

Der Musikverein Oberwil feierte am Samstag sein 125-jähriges Bestehen. Es gab verschiedene Gastspiele und es wurden die neue Uniform und die neue Fahne präsentiert.

Die Wehrlinhalle füllte sich, während Mitglieder des FC Oberwil mit dem Essen und Getränken zwischen der Küche und den Festbänken hin- und hereilten. Ballone und ein goldenes «Happy Birthday» verzierten die Turnhalle. Es waren mehr Leute da als im vergangenen Jahr, darüber waren sich die Gefragten einig. Trotzdem blieben einige der 250 gedeckten Plätze leer. Auf die Frage, was sie dem MVO für die nächsten 125 Jahre wünschen, antworteten fast alle Befragten dasselbe: Dass weiter neue Leute nachkommen und dass es weiter vorwärts geht. «Ich wünsche dem MVO, dass es ihn auch in 125 Jahren noch gibt, dass immer genug neue Leute kommen», sagte Gemeinderat Alfred Binggeli.

Generationen zusammenführen
Der musikalische Teil des Abends wurde von der Musikgesellschaft Therwil (Direktion: Etele Dosa) eröffnet. In seiner daran anschliessenden Rede freute sich MVO-Präsident Christian Ammann, dass von 15 bis 80 Jahre so viele so verschiedene Leute gekommen waren. «Musik verbindet uns, für sie setzen sich bei uns alle Generationen ein!» Dann erwähnte er Funde, die er in den Archiven des MVO gemacht hat: «Früher haben sich im MVO alle gesiezt. Heute müssen neue Mitglieder, die andere Mitglieder zum dritten Mal siezen statt duzen, einen Kuchen mitbringen.» Als weitere Änderung hob Ammann hervor, dass die Musikerinnen und Musiker ihre Instrumente nicht mehr im MVO lernen, sondern an der Musikschule Leimental. «Das ist ein sehr hohes Ausbildungsniveau», sagte er. Aber nicht «nur» die musikalische, auch die soziale Seite des Vereinslebens erwähnt er: «Wir führen Generationen zusammen und unterstützen die soziale Integration mit unserem Verein.»

Amboss anstatt Schlagzeug
Im ersten Teil seines Programms spielte der MVO (Direktion: Jörg Rudolf) u. a. einen «Amboss Polka» – eine Anspielung auf Zeiten, in denen es beim MVO keine Schlaginstrumente gab. Also behalf man sich mit einem Amboss. Mit Schmiedehämmern spielte der Schlagzeuger ihn, um zwischendurch mit einer Metallfeile für sogar noch eigenwilligere Klänge zu sorgen – zu schweigen von dem Knallforsch, den er auf dem Amboss explodieren liess. Vertrauter waren da schon die gleich darauf im «Eighties Flashback» gespielten musikalischen Erinnerungen an Michael Jackson, Cindy Lauper, Bon Jovi und Co.

Röhrenglocken und Vibraphone
Ein Höhepunkt des Abends war das Gastspiel des «Immerimtakt Ensemble A» der Musikschule Leimental. Immerimtakt begeisterte mit Spielfreude, Präzision und einer Batterie von Schlaginstrumenten – Trommeln, Schlagzeug, Röhrenglocken, Vibraphone u. v. a. m. Unter der Leitung von Tobias Maeder und Tanja Müller zeigten die jungen Musiker, was in ihnen steckt. Seit mehr als dreissig Jahren gibt es diese Formation. Übrigens wurde auch hier mit Hämmern auf Instrumente geschlagen, zum Glück aber nur mit Gummihämmern auf Röhrenglocken.

Herzlicher Dank und neue Uniform
Gefeiert wurde an diesem Abend auch der langjährige erste Fähnrich Joe Lötscher. Für ihn spielte der MVO «Merci-Grazie-Engraziel fitg-Danke». Lötscher gab seine Funktion als erster Fähnrich an den zweiten Fähnrich Holger Heine. Doch bevor er ins zweite Glied zurück ging, präsentierte er noch einmal ausführlich die alte MVO-Fahne. Erstmals zu sehen gab es an diesem Abend auch die neuen MVO-Uniformen, die beim Einzug des Vereins in die Wehrlinhalle mit Stolz präsentiert wurden.

Running Gag «Bettwaren Fischer»
Damit war die Spannung und Vorfreude auf die Präsentation der neuen Fahne bis zum Maximum gesteigert. Es ist nach 1925 und 1964 die dritte MVO-Fahne. Entstanden ist sie aufgrund von Vorschlägen von MVO-Mitgliedern. Die Fahnenkommission hatte neun Gestaltungsvorschläge erhalten, die mit der Fahnenfirma Heimgartner in Wil/SG auf Umsetzbarkeit geprüft wurden. «Einiges war zu filigran und konnte nicht umgesetzt werden», so Ammann. Genäht wurde alles von Hand in der Schweiz. Ammann erzählte von der Reise nach Wil und spickte seinen Bericht mit Seitenhieben auf Zürich («Am schönsten war die Reise nach dem Umsteigen in Zürich»). Einen Running Gag baute er mit den Anspielungen auf «Bettwaren Fischer», was vom Publikum mit Gelächter quittiert wurde. Mit einer Tombola und einer Karaoke-Bar zog sich der Abend noch bis lange nach Mitternacht weiter.

Gregor Szyndler


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