Der gemütliche und familiäre Spiele-Hotspot
09.04.2026 OberwilDie «Drachearena» hat sich innerhalb nur eines Jahres zu einem Treffpunkt für Spielefans gemausert.
Von einem Tierzubehörladen über das Outlet einer Bekleidungsmarke bis hin zu einem Kampfsportstudio – an der Mühlemattstrasse 13 in Oberwil gibt es viel Verschiedenes zu entdecken. Seit etwas mehr als einem Jahr ist an dieser Adresse auch die sogenannte «Drachearena» zu Hause. Hier treffen sich zweimal pro Woche Fans von Gesellschafts- und Sammelkartenspielen, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Als der BiBo an einem Freitagabend Mitte März vorbeischaut, sind fast drei Dutzend Leute da. Die Stimmung ist entspannt, die Laune prima.
«Heute sind ziemlich viele da, aber wir hatten auch schon mehr», erklärt Mirjam Jäggy, die geistige Mutter der «Drachearena». Die biomedizinische Analytikerin wollte nicht für immer in ihrem gelernten Beruf arbeiten und wagte 2018 einen Neustart, als sie an der Passage 6 den Spieleladen «Drachehöhli» eröffnete. Vom einfachen Familienspiel bis zum komplexen Strategiespiel gibt es dort alles, was die Herzen analoger Spielefans höherschlagen lässt.
Obwohl man in der heutigen Zeit alles online bestellen kann, ist der Laden bei der Tramstation gut besucht, was auch an der Inhaberin liegt. Denn Mirjam Jäggy ist nicht bloss eine Verkäuferin, sie ist ein echter Spiele-Aficionado. Mit der Oberwilerin lässt sich stundenlang über «Naruto», «Riftbound» und Co. fachsimpeln. Kein Wunder sagt sie: «Die meisten Spieler in der ‹Drachearena› kenne ich aus dem Laden.»
Die Arena war so etwas wie der nächste logische Schritt in der Oberwiler Drachen-Saga. Denn Orte, an denen sich Spieler treffen und gemeinsam ihrer Leidenschaft nachgehen können, sind in der Region dünn gesät. «Eigentlich gibt es nur noch MaRo Games in Birsfelden», so die Expertin.
Innerhalb von nur einem Jahr hat sich die «Drachearena» einen guten Namen in der Szene gemacht. Die Leute kommen nicht nur aus Oberwil und dem Leimental, sondern aus der ganzen Region. «Bei Turnieren waren auch schon Spielende aus der Innerschweiz und aus Deutschland hier», berichtet Jäggy.
Und wieso kommen alle so gern zum neuen Spiele-Hotspot? «Hier ist es gemütlich und familiär – man kann bedenkenlos seine Kinder mitbringen», sagt beispielsweise Daniel aus Reinach. Auch Cédric aus Magden hat nur lobende Worte: «Als ich das erste Mal herkam, hatte ich nicht viel Ahnung. Doch ich wurde super aufgenommen und mir wurde alles erklärt.» In der «Drachearena» fühlt man sich als Teil einer Community, die Spiele werden zwar kompetitiv, aber nie verbissen geführt. Entsprechend einfach ist es, sich in dieser angenehmen Atmosphäre in «Lorcana», «One Piece» oder einem sonst beliebten Spiel zu verlieren. «Es ist schon vorgekommen, dass wir bis 3 Uhr nachts gespielt haben …» Die Arena ist am Freitagabend für Sammelkartenspiele (ab 19 Uhr) und am Sonntagnachmittag für Brettspiele (ab 13.30 Uhr) offen. Dazu gibt es an vereinzelten Tagen immer wieder ausserordentliche Veranstaltungen, zum Beispiel Rollenspiele wie «Dungeons & Dragons». Während am Freitag die «Drachearena» stets gut gefüllt ist, würde sich der «Oberdrache», wie sich Mirjam Jäggy scherzhaft bezeichnet, über mehr Familien am Sonntag freuen. Interessierte können einfach vorbeikommen oder sich via Homepage (www.drachearena.ch) anmelden. Der Preis pro Besuch beträgt 5 Franken. Für Mitglieder des Vereins «Gilde der Drachenjäger» (Jahresbeitrag: 60 Franken; Familien: 120 Franken) ist das Spielen gratis.
Die Oberwiler Drachenjäger sind übrigens ziemlich aktiv. Man veranstaltet Grillabende und besucht zusammen Turniere, zuletzt ging es nach Bologna und Gent (Belgien) an internationale «Lorcana»- Challenges. «Unsere Community wächst», freut sich Mirjam Jäggy, die mit der «Drachearena» offensichtlich den richtigen Riecher gehabt hat. «Ich hatte keine Erwartungen, ich bin einfach meinem Gefühl gefolgt. Ich spiele einfach unheimlich gern und wusste, dass es auch noch andere gibt, die so ticken wie ich!»


