Vom Markt bis zur Musik
07.05.2026In Bottmingen, Oberwil, Therwil und Ettingen zeigt sich derzeit auf unterschiedliche Art dasselbe Bild: Ein Ort lebt dann besonders gut, wenn Menschen füreinander einstehen. Ob beim bunten Pflanzenmarkt, bei der wichtigen Unterstützung pflegender Angehöriger, beim Rockkonzert oder am grossen Fest im Bahnhöfli, immer geht es um mehr als nur um ein lokales Angebot. Es geht um echte Begegnung und um das Gefühl, dass die eigene Gemeinde ein Ort ist, an dem man sich gegenseitig stützt.
Wer am Samstagmorgen kurz nach neun Uhr durch den Hof hinter der Gemeindestube spazierte, rieb sich verwundert die Augen. Wo man sonst vielleicht Ruhe vermutet, herrschte bereits reges Treiben. Über 800 Pflanzen, von der Mojito-Minze bis zum Kaskaden-Thymian, warteten auf neue Besitzerinnen und Besitzer. Der Wildpflanzen- und Kräutermarkt in Bottmingen zeigt eindrücklich, wie attraktiv ein Anlass sein kann, wenn er nah an den Bedürfnissen der Menschen ist. Hier wird nicht einfach Ware verkauft. Hier wird beraten, über die richtige Pflanzkombination diskutiert und neues Interesse an der Natur geweckt. Genau diese persönliche Nähe verleiht dem Anlass seinen bleibenden Wert.
Dass Gemeinschaft auch dort entsteht, wo keine Scheinwerfer leuchten, zeigt eine wichtige Initiative in Oberwil und Bottmingen. Viele Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Dass dies gelingt, ist oft auch das Verdienst von Angehörigen, die Eltern oder Partner mit grossem Einsatz pflegen. In Kooperation mit der Caritas wollen die Gemeinden hier Hand bieten und eine faire Lösung unterstützen.
Wie viel verbindende Kraft in einer guten Idee stecken kann, bewies auch Therwil. Mit der Band Span kam ein Abend voller Energie und gemeinsamer Freude ins Leimental. Es war sympathisch zu erleben, wie die Berner Rocklegenden das Wort «Därwil» meisterten, während junge Frauen unter dreissig den Klassiker «Louenesee» textsicher mitsangen. Aus einem Konzert wurde ein Ereignis mit echtem Dorffestcharakter, das Generationen zusammenbrachte.
In Ettingen schliesslich verbindet das Bahnhöfli seine lange Geschichte mit einem neuen Aufbruch. Ein Haus mit Vergangenheit erfindet sich am 6. Juni mit einem grossen Western-Country-Festival neu. Es ist ein klares Zeichen dafür, dass ein Ort mit Charme, Gastfreundschaft und einer Portion Mut wieder zu einem echten Anziehungspunkt für Einheimische und Ausflügler werden kann.
Diese vier Geschichten erzählen am Ende von einem einfachen, aber entscheidenden Gedanken: Gemeinden leben nicht von allein. Sie leben, wenn Menschen mit anpacken, Ideen umsetzen und einander Raum geben. Dort entsteht das, was ein Dorf stark macht. Genau darin liegt die Stärke unserer Gemeinden.
Viel Spass beim Lesen!
Stephan Rüdisühli

