«Der FC Oberwil prägt das Dorf!»

  11.06.2026 Oberwil

Der grösste Sportverein der Gemeinde feierte seinen 80. Geburtstag mit einem «Family Day».

Kinderlachen, der Duft von Würsten vom Grill, rote und weisse Ballons – es war kein normaler Samstagnachmittag auf der Sportanlage Eisweiher. Mehrere Hundert Menschen waren gekommen, um den 80. Geburtstag des mitgliederstärksten Sportvereins der Gemeinde zu feiern, was die Strahlkraft des FC Oberwil unterstrich.
Natürlich dürfte auch das wunderbare Wetter ein Faktor gewesen sein. «Vielen Dank an Petrus! Vor ein paar Tagen sah das noch ganz anders aus …», witzelte Tanja Haller bei ihrer Rede. Die Vereins

präsidentin begrüsste alle im Rahmen eines kurzen Ansprachenblocks, der nach einem G- und F-Juniorenturnier am Vormittag und einem Mix & Match-Turnier der Junioren E, D und C sowie der Frauen und der zweiten Mannschaft am Nachmittag der dritte Punkt eines vollen Programms war.
Haller sprach unter anderem über die Bedeutung der Rotweissen für die Gemeinde und blickte auch in die Vergangenheit zurück. Beispielsweise in die 90er-Jahre, als den Verein über 100’000 Franken Schulden plagten und er kurz vor der Auflösung stand. Auch die legendären Grümpeliturniere, bei denen über 200 Teams auf dem Eisweiher kickten, fanden Erwähnung und dienten als Beispiel für den Wandel der Zeit. Denn Grümpelis haben längst nicht mehr die Zugkraft wie anno dazumal. «Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit», so die Präsidentin.

Zu den Rednern gehörte auch Thomas Schmid, der nochmals die Bedeutung des Clubs unterstrich: «Ein Verein wie der FC Oberwil schafft Erinnerungen und prägt das Dorf!» Der Gemeiderat liess nicht unerwähnt, dass es für einen funktionierenden Verein Menschen, die Verantwortung übernehmen, braucht.

Der dritte Redner, Cédric Jenoure, blies ins gleiche Horn und betonte, wie wichtig der FCO für die Integration der Menschen sei. Dazu freute sich der Ehrenpräsident, der alle mit «Liebe FC-Oberwiler und FC-Oberwilerinnen» begrüsste, «dass ich mittlerweile von FC-Oberwilerinnen sprechen kann. In den letzten Jahren hat der Verein viel für den Frauenund Mädchenfussball getan.»

Der nächste Programmpunkt war das Heimspiel der ersten Mannschaft gegen den FC Bubendorf. Die bereits als Absteiger in die 3. Liga feststehenden Leimentaler verloren mit 0:5, was die Laune der Zuschauerinnen und Zuschauer aber nicht wirklich trübte. «Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Vielleicht ist es besser, wenn sie eine Stufe tiefer neuen Anlauf holt», meinte die Präsidentin.

Mit einer Aufführung des Films «Next Goal Wins» ging der «Family Day» schliesslich zu Ende. Vor der Oper-Air-Kino-Vorstellung bekamen die Besucherinnen und Besucher einen von Claudia Schönenberger Ehinger zusammengeschnittenen Rückblick auf 80 Jahre FC Oberwil zu sehen.

Schönenberger Ehinger war übrigens eine der treibenden Kräfte des «Family Day» gewesen, wie Haller verriet. «Der aktuelle Vorstand ist seit 2023 im Amt und wollte, dass alle beim FC Oberwil wieder näher zusammenrücken und eine Familie werden.» Die Idee eines Anlasses, an dem Aktive, Juniorinnen und Junioren, Senioren, Ehemalige und ihre Angehörigen zusammenkommen und feiern, war geboren. Angelegt war das Ganze allerdings auf zwei Tage, weshalb auf den Plakaten «Family Days» steht. Schliesslich entschloss man sich aber, die Premiere an nur einem Tag durchzuführen. «Wenn es gut läuft, können es nächstes Jahr zwei Tage werden.»

Am letzten Heimspielwochenende der kommenden Saison dürften die nächsten «Family Days» auf dem Eisweiher über die Bühne gehen – dieses Mal tatsächlich im Plural. «Im Moment spricht nichts dagegen», sagte die Präsidentin und war «sehr zufrieden» mit der Premiere. Besonders gefreut hatte sie der Besuch von Ehrenmitglied Werner Zimmermann, der Ende 50er-Jahre das rotweisse Trikot getragen hatte. «Er hatte im BiBo über den ‹Family Day› gelesen und wollte unbedingt kommen», erzählte Tanja Haller, der genau solche generationenübergreifenden Begegnungen vorschwebten, als sich der neue Vorstand damals daran machte, die FC-Oberwil-Familie wieder näher zusammenzubringen. Alan Heckel


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