Die Geschichte von Ettingen weitertragen

  20.08.2026 Ettingen

Mit einem Fest im und vor dem Guggerhuus feiert der Kulturhistorische Verein Ettingen sein 50-jähriges Bestehen. Entstanden ist der Verein aus einem anderen Jubiläum heraus.

Im Ortsmuseum im Guggerhuus an der Schanzgasse 1 ist die Ettinger Dorfgeschichte greifbar. Landwirtschaft und Handwerk mit alten Werkzeugen und Gerätschaften, Bilder des Ettinger Malers Alois Kron, ehemalige Relikte der Kirchen und natürlich das originale Sturmgewehr des im Zweiten Weltkrieg zwischen Aesch und Ettingen notgelandeten B17-Bombers – das Ortsmuseum zeigt in seiner Dauerausstellung eine Vielzahl an geschichtsträchtigen Objekten.

Das Dorfmuseum ist das Herzstück des Kulturhistorischen Vereins Ettingen, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Gegründet wurde der Verein 1976 nach dem 50-Jahr-Jubiläum des Musikvereins. Der damalige Jubiläumsumzug stand unter dem Motto «Ettingen vor 50 Jahren». Zahlreiche historische Requisiten kamen zum Einsatz. Der Gedanke, dass diese nach dem Umzug wieder in Kellern verschwinden, tat einigen Ettingerinnen und Ettingern weh. Daraus entstand die Idee zur Gründung des Kulturhistorischen Vereins Ettingen, um diese Objekte dauerhaft auszustellen und grundsätzlich die Geschichte und Traditionen von Ettingen zu erhalten und zu pflegen. Die offizielle Vereinsgründung erfolgte am 10. September 1976.

Verjüngung im Vorstand
50 Jahre später gelten die Kernziele des Kulturhistorischen Vereins noch immer, betont Präsident Paul Brodmann. Der Verein bezwecke die Förderung des dorfbezogenen, kulturhistorischen Verständnisses der heutigen und künftigen Dorfgemeinschaft von Ettingen. Gelingen soll dies durch die Wahrung der kulturhistorischen Werte von Ettingen mittels Sammeln, Registrieren, Dokumentieren, Restaurieren sowie Aufbewahren von dorfbezogenen beziehungsweise dorfeigenen kulturhistorischen Gegenständen.

Der Verein organisiert unter anderem die Pfingstblitter, den Fackelumzug zum Fasnachtsfeuer und das Palmbinden vor dem Palmsonntag. «Es geht auch darum, das Wissen über die Geschichte von Ettingen weiterzugeben und damit sicherzustellen, dass das Wissen über die nächsten Generationen hinweg erhalten bleibt», erklärt Paul Brodmann. Essenziell dafür sei die Altersdurchmischung im Vorstand des Vereins, betont Karin Ley, im Vorstand verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Gelungen ist dies zuletzt mit neuen Vorstandsmitgliedern. Unter anderem stiess Präsident Paul Brodmann im vergangenen Jahr dazu. «Wir sind aktuell sehr gut aufgestellt. Die Mitgliederzahl ist mit aktuell 256 stabil.»

Die langjährigen Vorstandsmitglieder seien für den Wissenserhalt und -transfer von grosser Bedeutung. Die Jüngeren brächten frische Ideen und eine neue Dynamik in den Verein, beschreibt Karin Ley. «Wir sind zurzeit daran, im Internet mit der Webseite und in den sozialen Medien präsenter zu sein, um Jüngere anzusprechen.» Nur wenn es gelinge, jüngere Menschen für die Geschichte von Ettingen zu begeistern, könne das Wissen darüber auch erhalten bleiben.

Trotz Wachstum ein Dorf geblieben
Das Erhalten und Pflegen der Dorfgeschichte und der Traditionen habe in der Ettinger Bevölkerung einen hohen Stellenwert, finden Paul Brodmann und Karin Ley. Gerade hinsichtlich des zuletzt erfolgten Bevölkerungswachstums sei dies für das Funktionieren der Gemeinschaft unerlässlich. «Ettingen ist trotz Wachstum ein Dorf geblieben. Die Geschichte und die Traditionen sind den Menschen wichtig. Wir als Verein wollen dafür eine Basis bieten. Denn alleine und von sich aus gelingt dies nicht», betont Karin Ley. Es gehe um das Bewusstsein und die Wertschätzung der Ettinger Geschichte.

Das 1987 eröffnete Museum im Guggerhuus bildet die Grundlage dafür. Neben dem Vereinsvorstand engagieren sich insbesondere zwei Fachgruppen mit insgesamt zwölf Mitgliedern um die Themen Dokumentation/Archiv und das Museum. Das Museum wird von einer Stiftung getragen. Vereinspräsident Paul Brodmann wünscht sich eine Umstrukturierung der Museumsfläche, um neben der Dauerausstellung auch Sonder- und Wechselausstellungen durchführen zu können. «Gerade in der schnelllebigen Zeit ist ein Ort des Bewahrens für eine Gemeinde essenziell.»

Tobias Gfeller


Jubiläumsnacht

Fast exakt 50 Jahre nach der Gründung feiert der Kulturhistorische Verein Ettingen am 12. September sein Jubiläum. Das Dorfmuseum an der Schanzgasse 1 hat ab 11.30 Uhr durchgehend geöffnet. Unter dem Motto «50 Jahre gelebte Dorfgeschichte» wird im Festzelt vor dem Guggerhuus für Speis, Trank und einem gemütlichen Beisammensein gesorgt sein. Im Vorfeld kann man über die sozialen Medien des Vereins einen Konsumationsgutschein gewinnen.
Mit Märchenstunden, einer Hüpfburg und der Möglichkeit, sich an einer Trommel und Drehorgel zu versuchen, ist für Kinder für Abwechslung gesorgt. Für die Erwachsenen gibt es im Weinkeller erlesene Tropfen in historischem Ambiente. Aktive und ehemalige Pfingstblitter betreiben die Splitterbar. «Wir wünschen uns ein Fest für alle Generationen», sagt Vereinspräsident Paul Brodmann.


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