Mit so viel Lust und Laune kann der November kommen
05.11.2026 BottmingenAm Sonntag fand das Jahreskonzert des Gemischten Chors Bottmingen in der Aula des Burggarten-Schulhauses statt und brachte sie zum Beben.
Schon beim Eingang gab es praktisch kein Durchkommen. In Scharen drängte sich das Publikum kurz vor 14 Uhr in die Aula, die schliesslich bis auf den letzten Platz gefüllt war. Da der grosse Andrang schon vor dem Konzert bekannt war, sang der Chor mit Namen Xang & Fun an diesem Sonntag um 16.30 Uhr ein zweites Mal. Als alle ihren Platz gefunden hatten, ging es ohne Vorrede ganz schwungvoll mit «Eight Days A Week» von den Beatles los. Die ersten Füsse wippten schon und nach wenigen Takten hatte der Chor das Publikum für sich eingenommen.
Dabei war es nicht nur der Chor, der bis zum letzten Ton überzeugte. Wer die vielen Sängerinnen und eher wenigen Sänger kennt, weiss, dass sie seit ein paar Jahren von Christian Müller angeleitet werden. Und Müller wiederum ist Teil der Band Moody Tunes, die seit 30 Jahren für vielseitige Tanz- und Unterhaltungsmusik steht. Am Konzert war die Band mit Müller an Klavier, Querflöte und Saxofon, seine Frau Bettina Urfer an Schlagzeug und Klavier, Florian Döling am Kontrabass und René Heid am Akkordeon in Vollbesetzung vertreten.
«Ain’t got nothin’ but love babe, eight days a week», sang der Chor mit kecken Mienen, der mit wenigen roten Akzenten ganz in Schwarz gekleidet war. Als er geendet hatte und der erste stürmische Applaus die Aula erfüllte, begrüsste Müller das Publikum. «Gestern war Halloween, aber heute ist Halloween vorbei und wir erschrecken Sie mit einem tollen Konzertprogramm», sagte der Bandleader und fügte hinzu: «Aber keine Angst, es wird gar nicht gruselig, es wird einfach schön.» Sprachs und kündigte mit «E Vogel ohni Flügel» von Peter Reber den nächsten Titel an.
Wie ein harmonischer Klangteppich legten sich Gesang und Musik auf den Saal. Das Glück, von so einer Band wie den Moody Tunes begleitet zu werden, hat nicht jeder Chor. Gesang und Musik ergänzten sich perfekt und förderten sich gegenseitig. Nach Rebers Vogel und Müllers Bonmot «Musik beflügelt» durften sich die Sängerinnen und Sänger setzen und die Moody Tunes setzten zum rassigen Stück «Champs Elysées» an. Alle vier Musizierenden verstehen ihr Handwerk so gut, dass sie Zeit für eine künstlerische Gestaltung ihres Spiels hatten, vor allem Müller am Saxofon.
Mit «Summertime» von George Gershwin, «Hemmige» von Mani Matter, «Sound of Silence» von Simon & Garfunkel, «Ihr von Morgen» von Udo Jürgens und acht weiteren Songs wussten Chor und Band das Publikum zu begeistern. Viele der Lieder wären sicher auch für bereits verstorbene Angehörige schön gewesen, ein Gedanke, der an Allerheiligen durchaus passend ist. Vor allem die Mischung aus gesungenen und nur von der Band gespielten Liedern und Stücken sorgte für einen hohen Unterhaltungswert. Zum Schluss gab es Standing-Ovations und mit «Amazing Grace» eine Zugabe.
Kurz nach dem Konzert strahlte Fausto Dembinski, Vizepräsident von Xang & Fun: «Es war einfach herrlich!» Singen sei schön und Chorleiter Müller ein toller Motivator, der viel aus dem Chor heraushole. «Wir hatten erst Angst, dass wir nicht gegen die Musik der Band ankommen, aber mit 80 Mitgliedern haben wir es doch gut geschafft.» Nur die Männerstimmen könnten durchaus noch Verstärkung gebrauchen.
Verstärkung hatte es schon mit dem Kontrabass von Florian Döling gegeben. «Bisher haben nur ich und meine Frau den Chor begleitet, aber diesmal fand ich, dass es noch mehr Boden gebraucht hat», sagte Christian Müller draussen vor der Aula. Und zum Konzept des Konzerts erklärte er: «Mein Ziel ist es, möglichst viele schöne Stücke und berührende Texte auszuwählen, die etwas hergeben, was man auch für sich mitnehmen kann.» Gleichzeitig sollten die Stücke musikalisch reich sein, Hand und Fuss haben und in die Tiefe gehen. Schliesslich müsse es immer eine schöne Mischung von beschwingten und besinnlichen Stücken geben. Das alles sei beim Konzert passiert. Müller: «Es war genial, ich bin super zufrieden. Wenn die Sängerinnen und Sänger mit Begeisterung dabei sind und Freude ausstrahlen, das ist für mich das Grösste!»
Axel Mannigel





