Buntes Dorfleben auf einer Leinwand

  27.08.2026

Kunst kann irritieren, überraschen und neue Perspektiven öffnen. Manchmal beginnt eine Geschichte mit einer leeren Leinwand. Ohne Skizze, ohne festen Plan, einfach mit der ersten Farbe. So arbeitet der Basler Künstler Rudolf Linder, dessen Ausstellung «SURFACE» im Kulturwerk Ettingen noch bis zum 6. September dazu einlädt, sich auf das Ungeplante einzulassen. Linder setzt Farbe, reagiert auf das Entstandene, verändert, übermalt und lässt bewusst auch Zufälle zu. Seine Bilder entwickeln sich Schritt für Schritt und bleiben offen für neue Richtungen. Zwischen abstraktem Expressionismus, Informel sowie Einflüssen aus Graffiti, Street Art und Urban Art entstehen farbintensive Werke, die keine eindeutige Geschichte vorgeben. Vielmehr lassen sie Raum für eigene Assoziationen und die Frage, was man selbst in den Farben und Formen entdeckt.

Auch in Oberwil dreht sich vieles um Kunst: Bunt, verspielt und mit einer guten Portion Provokation: Yannick Brem alias «Cubrix» bringt in seinen Werken Pop-Art, Street Art und Alltagskultur zusammen. Bei Purnest in Oberwil treffen seine farbenfrohen Collagen auf Ikonen der Kunstgeschichte, Comics und bekannte Motive – von Mona Lisa bis Warhol und Banksy. Die Ausstellung überrascht mit humorvollen Kombinationen, hintergründigen Details und sogenannten «Doodles», die zum genauen Hinschauen einladen. Noch bis Dezember sind die Werke des schweizerisch-französischen Künstlers bei Purnest zu sehen.

Doch Kunst ist längst nicht das Einzige, was unsere Gemeinden bewegt. In Bottmingen stand vergangene Woche ein ganz anderer Schatz im Mittelpunkt: die Menschen selbst. 29 Einwohnerinnen und Einwohner des Jahrgangs 1946 liessen sich bei Kaffee, Kuchen und Glacé feiern. Die Gemeinde würdigte damit 80 Jahre Lebenserfahrung, Erinnerungen und Geschichten – und machte deutlich, dass 80 Jahre eben weit mehr sind als eine Zahl.

In Therwil richtet sich der Blick nach vorne. Beim «Unternehmer!nnen-Treffen» der Handelskammer beider Basel wurde der geplante Schulcampus Mühleboden vorgestellt. Gemeinde und Gewerbe nutzten den Anlass, um über ein grosses Generationenprojekt, wirtschaftliche Herausforderungen und die Zusammenarbeit zwischen Politik und Unternehmen zu sprechen.

Vielleicht ist genau das die schönste Seite unseres Dorflebens: Es ist nie ganz fertig. Wie bei einer Leinwand entsteht das Bild unserer Gemeinden jeden Tag ein Stück weiter – manchmal geplant, manchmal überraschend, immer aber durch die Menschen, die darin leben und etwas bewegen. Und so bleibt auch am Ende Raum für das, was als Nächstes entsteht.

Viel Freude beim Lesen und Entdecken. Brooke Keller


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