NATUR
Das Jahr des Braunbrustigels

  15.01.2026 Forum

BiBo. Pro Natura hat den Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) zum Tier des Jahres 2026 gewählt. Damit, so heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung, möchte die Organisation Privatpersonen und Politik dazu anstacheln, für mehr Natur in Dörfern und Städten zu sorgen.

Auf dem Gebiet der Schweiz gibt es den Igel seit rund 20‘000 Jahren. Während Jahrtausenden fand er in den vielfältigen Landwirtschaftsgebieten, was er zum Leben braucht: eine gut vernetzte Landschaft mit halbhohen Pflanzen und dazu genügend Insekten und Würmer. Seine ursprüngliche Heimat hat sich im letzten Jahrhundert jedoch radikal verändert. Hecken, Laub- und Asthaufen wurden weggeräumt, Bäche in unterirdische Röhren verlegt und landwirtschaftliche Kulturen immer intensiver bearbeitet.

In den Gärten und Parks der Dörfer und Städte hat er einen Ersatzlebensraum gefunden. Werden diese naturnah gepflegt, kann man dort an lauen Frühlingsabenden das «Igelkarussell» hören. Beim lautstarken Paarungsritual der Igel umkreist das Männchen das Weibchen, bis dieses stehen bleibt, seine Stacheln flachlegt und so die Paarung ermöglicht.

Obwohl er fast alles probiert, was ihm vor die Schnauze kommt, kann der Igel nur tierische Nahrung verwerten. Er ist auf Insekten spezialisiert. Ihr Fehlen im Winter zwingt ihn zu einem langen Winterschlaf. Zunehmend fehlt das Futter aber auch während des Restes des Jahres. Das Insektensterben macht auch vor Gärten und Parks nicht Halt. Dabei wollen ihm eigentlich alle nur Gutes. Kaum ein Wildtier hat eine so grosse Fangemeinde wie der stachelige Sympathieträger.


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