Das KulturWerk für Kunst, Kultur und Begegnung

  09.04.2026 Ettingen

Wo einst weniger wohlhabende, zum Teil kinderreiche Familien wohnten, befindet sich heute ein Treffpunkt, der weit über Ettingen hinaus bekannt ist. Jahr für Jahr stellt der Verein KulturWerk ein abwechslungsreiches Programm zusammen – am Samstag feiert die Ausstellung «Feuer und Farbe» Vernissage.

Derzeit werden die Räume im über 200 Jahre alten Haus an der Hauptstrasse 40 auf den nächsten Anlass vorbereitet. In zwei Tagen ist es so weit, die Ausstellung «Feuer und Farbe» wird mit einer stimmigen Vernissage eröffnet.

Seit einigen Jahren ist das altehrwürdige Gebäude ein kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt mitten in Ettingen; das Haus beherbergte früher zwei Wohnungen, danach stand die obere lange leer. «Eine schöne Entwicklung», findet Elisabeth Dähler, Präsidentin des Vereins KulturWerk, der die Räumlichkeiten verwaltet.

Angefangen hat alles vor einigen Jahren, als die Kulturkommission 2018 einen Ort für Veranstaltungen suchte und im ehemaligen Wohnhaus, das der Gemeinde gehört, fündig wurde. «Wir haben hier aufgeräumt, gestrichen und an den Wänden Schienen installiert, damit die Künstlerinnen und Künstler ihre Werke aufhängen können», erinnert sich Dähler, die damals schon Mitglied der Kulturkommission war. Aus rechtlichen Gründen wurde 2021 der Verein Kultur-Werk gegründet – mitten in der Pandemie. «Damals konnten wir praktisch nichts machen», so die Präsidentin.

«Dem Dorf etwas bieten»
Das sieht heute natürlich ganz anders aus. Das Jahresprogramm umfasst zahlreiche Veranstaltungen – von Kunstausstellungen über Workshops bis hin zu verschiedenen Kleiderbörsen. Bereits zum zweiten Mal fand die beliebte Fasnachtsbörse statt und am 5. und 6. Juni wird zum dritten Mal der Ladies-Secondhand-Event durchgeführt. «Das sind immer ganz tolle Abende. Man geht ‹lädele› und trinkt anschliessend noch etwas gemeinsam», schwärmt Kassiererin Céline Schmidlin. Ihr sei es wichtig, «dem Dorf etwas bieten zu können». Ein Grundgedanke hinter diesen Börsen sei aber auch, dass sich der Verein KulturWerk für mehr Nachhaltigkeit engagieren wolle.

Auch für Kinder ist mit dem beliebten Kerzenziehen im Dezember oder dem Badekugelworkshop der eine oder andere Anlass dabei. Beliebt sind auch die Heilpflanzenworkshops, die aufgrund der hohen Nachfrage weiterhin angeboten werden, inzwischen sogar mehrmals pro Jahr. Und zum ersten Mal findet im KulturWerk im September ein Pop-up-Store von NUA Living statt, der alte und neue Wohnaccessoires vereint. Ergänzt wird das Angebot durch eine Café-Ecke sowie Workshops zum Thema Wohnen. Am Abend kann man den Besuch bei deinem Apéro in entspannter Atmosphäre ausklingen lassen.

«Wir haben es schön miteinander», lächelt Dähler zufrieden. Der Vorstand besteht aus vier Mitgliedern und fünf unterstützenden Vereinsmitgliedern. Zu den Highlights gehört für die Präsidentin die Tatsache, wie das Veranstaltungsprogramm des Vereins über die Jahre hinweg gewachsen ist – und auch weit über Ettingen hinaus bekannt wurde. «Die Aktivitäten des KulturWerks sprechen sich herum», stellen die beiden Frauen zufrieden fest. Die Künstlerinnen und Künstler kommen teils aus weit gelegenen Orten, etwa aus der Romandie oder dem nahen Ausland. Und auch wenn der
Vorstand in den letzten Jahren Wert darauf legt, dass ganz verschiedene Anlässe angeboten werden: Das grosse Highlight bleiben die Kunstausstellungen. Zumindest für Schmidlin bleibt jede Ausstellung spannend – gerade weil sie immer wieder neue Blickwinkel eröffne.

Gemälde und Keramik
Nun beginnt am Samstag die nächste Kunstausstellung. Gezeigt werden vom 11. bis zum 26. April florale Gemälde von Doris Hans-Ilg und Rauchbrandkeramik von Frauke Roloff. Die Vernissage findet übermorgen Samstag, 11. April, um 16 Uhr mit musikalischer Begleitung am Kontrabass statt.

Was die beiden Künstlerinnen verbindet, ist die Natur. Auf der einen Seite zeigen die Bilder von Doris Hans-Ilg Ausschnitte aus der farbigen Welt der Blumen. Ihr Ziel ist nicht eine direkte Nachahmung der Pflanzenwelt, sondern genauso leidenschaftlich wie feinfühlig eine Interpretation mit einem Hauch Nostalgie. Oft spielt sie mit sehr nassen Farben und vielschichtigen Überlagerungen, meistens mit Acrylfarben. Auf der anderen Seite stellt Frauke Roloff ihre künstlerische Keramik nach prähistorischen Methoden her, nämlich indem Gefässe und Skulpturen im Handaufbau geformt, im offenen Feuer gebrannt und anschliessend mit Bienenwachs poliert werden. Der Entstehungsprozess ist durch viel Unverfügbares charakterisiert und jeweils unwiederholbar. «Ich finde diese Philosophie sehr faszinierend», sagt die KulturWerk-Präsidentin dazu.

Zweifelsohne ist das Wohnhaus des KulturWerks, das zu den ältesten Gebäuden von Ettingen gehört, schon so ein Bijou für sich. Kunstausstellungen wie diese machen es aber umso sehenswerter. «Dann kommen die Räume noch einmal ganz anders zur Geltung», findet Schmidlin.

Nathalie Reichel


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