Der Robi als zweite Heimat
03.09.2026 TherwilDas traditionelle Robi-Fest zog am Wochenende Hunderte Kinder und Erwachsene an. Rund 50 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz.
Lucas hat alle Hände voll zu tun. Der 12-Jährige ist als Helfer am Stand «Füürio» voll in seinem Element. Mit einer manuellen Wasserspritze muss das brennende Haus gelöscht werden. Kräftig pumpen, Wasser nachfüllen und immer wieder die brennenden Fenster für den nächsten jungen Feuerwehrmann oder die nächste junge Feuerwehrfrau hochklappen – Lucas ist wie schon in den Vorjahren mit Begeisterung dabei. «Der Robi ist für mich wie eine Heimat. Ich komme zwar nicht mehr ganz so oft hierher wie früher, aber ich bin immer noch sehr gerne auf dem Robi.» Während Lucas’ Helfershirt, Hosen und Füsse nach kurzer Zeit nass sind, suchen die kleinen Feuerwehrleute in der Kiste den verdienten Preis für das erfolgreiche Löschen aus.
Rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer waren wie Lucas am Robi-Fest im Einsatz. Ohne sie würde der beliebte Anlass nicht funktionieren, betonen Céline Arnold und Daniel Wenger, die den Robinsonspielplatz Therwil leiten. Das Robi-Fest sei für viele Kinder und das Robi-Team das Highlight im Jahresprogramm. Das Fest sei aber auch finanziell von grosser Bedeutung, sagt Céline Arnold. Die Löhne und die Pacht für die Parzelle werden von der Gemeinde getragen. Den Rest finanziert der Verein über Einnahmen wie aus dem Robi-Fest.
Diskussionen bei der Tombola
Das Robi-Fest ist eine Mischung aus Spiel, Erlebnis, Handwerk und kulinarischen Köstlichkeiten. Während einer ganzen Woche hat das Robi-Team die Attraktionen aufgebaut. Der Aufwand hat sich gelohnt: Als am Samstag kurz nach dem Mittag die Spielstrasse eröffnet wurde, gab es kein Halten mehr. Büchsenwerfen, Glücksrad und mehrere Geschicklichkeitsspiele warteten auf die Kinder. Die gekauften Jetons und Bons wurden zielstrebig eingelöst. Viele Diskussionen gab es bei der Tombola. «Leider nein», hiess es dort zumeist. «Kaufen wir noch ein Los?», lautete vielfach die logische Frage danach.
An diesem wunderbaren Wochenende waren die Eltern auch mal grosszügiger als sonst. Die wenigen Glücklichen kamen mit einem Preis und strahlenden Augen aus der Tombolahütte. Für Daniel Wenger, der seit 18 Jahren den Robinsonspielplatz Therwil mitleitet, ist das Robi-Fest trotz seiner Routine alle Jahre wieder ein Highlight. «Die Stimmung am Robi-Fest ist immer wieder wunderschön. Der Platz ist belebt, es entstehen viele Kontakte und man lernt auch immer neue Menschen kennen.» Daniel Wenger schätzt es, dass der Robinsonspielplatz nicht dem Zwang unterliegt, immer mit der Zeit gehen zu müssen. «Der Robi darf und soll seine Ursprünglichkeit bewahren.»
Trotzdem ist der Robi immer in Bewegung – und das nicht nur bei den Holzhütten, an denen jeweils kräftig gebaut wird. Seit einem Monat hängt am Eingang ein Schild, das auf den Verzicht von Handys und Tablets aufruft. «Bildschirm frei. Mir gniesses wohre Läbe», steht darauf. «Wir möchten die Kinder vor digitalen Inhalten, die ihnen nicht guttun, schützen», erklärt Co-Leiterin Céline Arnold.
Handwerk und Geschicklichkeit
An ein Handy denkt mit Ausnahme der fotografierenden Eltern an diesem Wochenende sowieso niemand. Auch nicht die Gebrüder Eliyan (8) und Noyan (10), die sich beim Spiel «Fahrschule» versuchen. Dort müssen sie mit zwei Schnürenden ein Auto die Strasse entlang hochziehen. Was einfach tönt, ist eine grosse Herausforderung. Denn im Auto befindet sich eine Kugel, die nicht herausfallen darf. Eliyan hat den Parkplatz als Ziel nur knapp verpasst. «Ich hätte nicht durch die Mitte, sondern ringsherum um die Kurve fahren müssen», lautete sein Fazit. Auch für die beiden Brüder ist der Robi ein wichtiger Ort in ihrer Freizeit. Am liebsten seien sie bei den Holzhütten, die am Festwochenende aus Sicherheitsgründen abgesperrt waren.
Die Robi-Verantwortlichen legten in diesem Jahr Wert auf Handwerk und Geschicklichkeit. An vielen Ständen mussten die Kinder die eigenen Hände benutzen, um zum Ziel zu kommen. Zoé Heinis schaute bei den Brennstäben zum Rechten. Als ehemalige Praktikantin ist sie noch immer eng mit dem Robinsonspielplatz verbunden und hilft gerne am Fest mit. «Die Stimmung ist immer gut. Man sieht viele zufriedene Gesichter. Das ist jedes Jahr von Neuem schön.»
Tobias Gfeller


