Die «Sonne» strahlt wieder in Bottmingen
09.07.2026 BottmingenDer Duft von Grilladen zieht über die Terrasse und rund um den Brunnen stossen Gäste mit einem Glas Wein an. Es wird gelacht, diskutiert und genossen. Die «Sonne» ist wieder zurück. Nachdem das traditionsreiche Restaurant seit September des vergangenen Jahres geschlossen gewesen war, ist nun neues Leben eingekehrt. Seit dem 1. April führen Steve Vernalde und seine Tochter Marina das Restaurant mit viel Leidenschaft, frischen Ideen und dem Ziel, die «Sonne» wieder zu dem Treffpunkt zu machen, der sie für viele Bottmingerinnen und Bottminger stets war.
Für den gebürtigen Franzosen ist die Gastronomie nicht nur Beruf, sondern Berufung. «Kochen liegt im Familienblut», sagt Steve Vernalde. Seine Laufbahn begann früh: Mit fünf Jahren half er bereits als Tellerspüler mit, mit dreizehn startete er seine Kochlehre. Mit achtzehn kam er in die Schweiz und machte hier seine gesamte Karriere. Renommierte Stationen wie das Schützenhaus, die Schlüsselzunft, das Les Trois Rois, das Fiorentina und der Baslerhof prägten seinen Weg. Zuletzt führte er sieben Jahre lang drei Restaurants, bevor er ins Murano wechselte, das heute von seiner Frau Wanissa geführt wird.
Sein langfristiges Ziel ist klar: Marina soll den Familienbetrieb eines Tages eigenständig weiterführen. Bis es so weit ist, gibt er seiner Tochter alles mit auf den Weg, was er in Jahrzehnten als Gastronom gelernt hat.
Ein Haus mit Geschichte, neu zum Leben erweckt
Nach der Übernahme folgte eine intensive Renovierungsphase. Dabei wurde das Haus von Grund auf erneuert und nach dem Geschmack der neuen Gastgeber eingerichtet. Der schöne Boden konnte erhalten bleiben, doch alles andere musste umfassend saniert werden. «Das Restaurant war in einem Zustand, in dem Putzen allein nicht ausreichte», erzählt Steve Vernalde. «Mit einer Spezialfirma wurde alles gereinigt und neu lackiert.»
Auch die Infrastruktur wurde komplett modernisiert: Es gibt eine neue Küche, ein neues Licht- und Musiksystem, ein modernes Kühlsystem und einen neuen Holzgrill. Für die Terrasse wurden neue Tische und Stühle angeschafft. Ein besonderes Highlight ist der Spielplatz für Erwachsene, wie Vernalde mit einem Lächeln sagt: «Das ist unser neuer Weinkeller.» Dort stehen rund 180 Etiketten zur Auswahl. Die Gäste können ihren Wein direkt im Keller aussuchen und dort auch einen Apéro geniessen.
Das Haus ist heute klar gegliedert: in eine gemütliche Stube, ein einladendes Bistro, einen Weinkeller sowie einen Saal im ersten Stock für Seminare, Bankette und Feiern. «Unser Saal ist für das Dorf da», betont Steve Vernalde. So soll die «Sonne» nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Treffpunkt für verschiedenste Anlässe sein.
Dorfküche mit französischer Handschrift
Kulinarisch vereint die «Sonne» französische Finesse mit Schweizer Tradition und deutschen Einflüssen. «Es ist eine französische, schweizerische, deutsche Küche – das ist unser Stil», erklärt Steve Vernalde. Dabei geht es ihm nicht um Show, sondern um ehrliche Küche mit Charakter und um ein Angebot, das möglichst viele Gäste anspricht.
«Wir wollten die Dorfküche beibehalten und wir möchten alle Wünsche unserer Gäste abdecken», sagt er. Genau das ist der Anspruch des Hauses: ein Ort für gutes Essen, für Begegnungen und für Gastfreundschaft. Dass dieses Konzept ankommt, zeigt die Resonanz im Dorf. «Die Leute sind sehr froh, dass wieder etwas offen hat», sagt Vernalde. Die «Sonne» habe vielen gefehlt – umso grösser sei die Freude über die Wiedereröffnung.
Mit Herzblut in die Zukunft
Auch in Zukunft soll die «Sonne» lebendig bleiben. Dafür setzt Steve Vernalde bewusst auf saisonale Angebote und abwechslungsreiche Veranstaltungen. In den Sommermonaten gibt es donnerstags, freitags und samstags abends sowie sonntags den ganzen Tag über einen Holzfeuergrill. Im Herbst folgt die Wildkarte. Geplant sind zudem Degustationen, Schulungen, Kochkurse, Vernissagen, Konzerte und Themenwochen, beispielsweise eine Pasta-Woche. Seit Juli gehört auch ein Sonntagsbrunch zum Angebot. Wer es gemütlich mag, kann zudem bei Kaffee und Kuchen entspannte Stunden in der «Sonne» verbringen.
Besonders stolz ist Steve Vernalde auf sein Team. «Wir haben ein Team gefunden, das seine Arbeit liebt und mit viel Herzblut dahintersteht», sagt er. Genau dieses Zusammenspiel aus Erfahrung, familiärer Weitergabe, handwerklichem Können und Leidenschaft macht die neue «Sonne» in Bottmingen zu mehr als nur einem Restaurant, nämlich zu einem Ort, an dem man gerne einkehrt und verweilt. Brooke Keller


