Ein Award als Sprungbrett

  17.09.2026 Bottmingen

Die Bottmingerin Zoë Dunkley gewann den «Best International Debut Novel Award» des Irish Writers Centre. Gemeinsam mit elf weiteren Autorinnen und Autoren wurde sie aus insgesamt 804 Einsendungen aus 38 Ländern ausgewählt. Nun hofft sie, dass ein Verlag ihr Buch druckt.

Gerade noch so in Bottmingen und an der Grenze zu Oberwil wohnt Zoë Dunkley mit ihrer Familie. Da die Schriftstellerin Ende letzter Woche nach Dublin gereist war, um an zwei Tagen ihren Roman wichtigen Entscheidungsträgern der Verlagsbranche zu präsentieren, blieb nur der Sonntagvormittag fürs Interview. Auf der Terrasse des Einfamilienhauses erzählt die Mittvierzigerin, wie aufregend die letzten Tage gewesen seien. «In Dublin haben ich und die anderen die Chance bekommen, namhafte Verlage wie Penguin Random House für unsere Bücher zu finden», berichtet Dunkley. Pro Verlagsrepräsentanten habe sie 15 Minuten Zeit gehabt, ihren Roman mit dem Titel «Written Out» quasi zu pitchen. Das sei sehr gut gegangen und sie habe viel positives Feedback erhalten. «Klar sind bei so einem Anlass alle sehr freundlich. Nun muss ich warten, ob sich wirklich jemand auf meine Geschichte einlässt und verbindlich meldet», so die Autorin.

In ihrem Roman, der in das Genre von «commercial fiction» falle, die ein breites Publikum ansprechen soll, gehe es um ein Katz-und-Maus-Spiel mit tödlichem Ende. «Die 75-jährige Maggie wird zu einem Schreibwettbewerb in ein merkwürdiges französisches Schloss eingeladen», erzählt Dunkley. «Doch mit dem Mann, der sie einlädt, hatte sie einst eine Affäre.» Die Geschichte entfalte sich erst aus Sicht von Maggie, dann aber gebe es zunehmend Hinweise, dass diese Sicht nicht die ganze Wahrheit sei. Dunkley: «Zu der Geschichte im Schloss kommt ein Sub-Plot, in dem es um die Vergangenheit geht und der zu den aktuellen Entwicklungen beiträgt.» Diese würden immer dramatischer bis hin zu einer vorgetäuschten Entführung. «Mein Roman ist fast ein Krimi, aber nur fast», lächelt die Schriftstellerin, die aus dem englischen Staffordshire stammt und früher Onkologie-Spezialistin bei Roche war.

«Das war eine intensive Zeit, aber nach der Geburt meiner beiden Töchter war klar, dass sie nicht so intensiv bleiben konnte», so Dunkley. Sie habe mehr Zeit für ihre Kinder haben wollen und vor rund vier Jahren beschlossen, die Wissenschaft an den Nagel zu hängen: «Aus serdem habe ich mich schon seit meiner Jugend fürs Schreiben interessiert.» Ihr erster (noch nicht veröffentlichter) Roman spiele 1986 in Botswana und handle von drei Frauen aus den englischen Midlands, die auf einer ungewöhnlichen Safari unter anderem auch sich selbst entdecken würden. Mit «Written Out», ihrem zweiten Roman, hofft Dunkley nun auf den grossen Erfolg, ein Anfang ist mit dem Gewinn des Awards gemacht. «Ich würde mich sehr freuen, ein Leben als Schriftstellerin zu führen, das wäre wirklich ein Traum», sagt sie.

Schon würde sie die Welt mit anderen Augen sehen und alles so beurteilen, ob und wie es in einer Geschichte Platz haben könnte. «Fiktion ist ein zentraler Teil meines Lebens», lacht die Mutter und meint, auch ihre beiden jungen Töchter würden ihr dabei helfen, ihre Fantasie immer weiterzuentwickeln: «Ich habe mir sogar einen kleinen Ort zum Schreiben eingerichtet.» Dafür geht es die Treppe hoch in das Zimmer der älteren Tochter und darin nochmals eine Treppe höher. Unter dem Dach steht ein Schreibtisch, von dem aus Dunkley das Leimental überblicken kann. «Hier kommen mir immer viele Ideen, ich habe sogar bereits welche für den nächsten Roman», freut sich die Schriftstellerin.

Axel Mannigel


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote