Ein Event, der für alle etwas zu bieten hat

  18.06.2026 Oberwil

Die diesjährige Ausgabe des Leimentaler Openair-Festivals liess letzten Freitag und Samstag kaum Wünsche offen. Zu den Highlights gehörten die Auftritte der Musikschule Leimental und des Sängers Remo Forrer aus St. Gallen. Auch Fussballfans kamen nicht zu kurz. Verkauft wurden rund 1300 Tickets.

«Mein Mami war 15 Jahre lang Single und hat dann einen herzlichen Menschen kennengelernt», sagt die Berner Sängerin Fannie, ehe sie langsam einen Schritt zurücktritt, sich auf die Melodie einlässt und dann ganz sanft ein Lied über die Liebe zu singen beginnt.

Das Leimentaler Openair-Festival, das letzten Freitag und Samstag in Oberwil über die Bühne ging, hatte jede Menge solcher authentischen, gefühlvollen Momente zu bieten. Aber auch all jene, die es etwas energiegeladener mochten, kamen nicht zu kurz – das Line-up liess mit Künstlerinnen und Künstlern wie Sam Red, Bück Stück, Caroline Chevin, Halunke, Stefano Barigazzi, dem Buechibärger Wohnzimmer Quartett und dem DJ Pat Fisher kaum Wünsche offen. Auch die Band Lunik, die nach ihrer Auflösung im Jahr 2013 im März dieses Jahres eine Reunion-Tournee startete und am Leimentaler Openair-Festival für die krankheitsbedingt ausgefallene Sängerin Steff la Cheffe eingesprungen ist, zog das Publikum in ihren Bann. Und sogar Fussballfans kamen auf ihre Kosten: In einem Zelt wurde am Samstagabend nämlich der WM-Match Schweiz gegen Katar live übertragen.

Emotionen und ESC-Vibes
Ein grosses Highlight war zweifelsohne der Auftritt des St. Galler Sängers Remo Forrer, der vor allem als Vertreter der Schweiz am Eurovision Song Contest (ESC) 2023 in Liverpool sowie als Gewinner der Castingshow «The Voice of Switzerland» im Jahr 2020 bekannt ist. «Als ich erfahren habe, dass die Show zurück in die Schweiz kommt, war für mich klar, dass ich hingehen werde», meinte Forrer zu Letzterem. Er gab auch «Someone You Loved» von Lewis Capaldi zum Besten – einen sehr emotionalen Song, den er in der Show damals ebenfalls vorgetragen hatte. Fehlen durfte natürlich auch nicht sein ESC-Song «Watergun», mit dem er am Musikwettbewerb vor drei Jahren allerdings lediglich den 20. Platz (von 26) belegte, sich aber immerhin fürs Finale qualifiziert hatte.

Überzeugte konnte der 24-Jährige ausserdem mit der Pop-Ballade «Not Okay» sowie mit seinem neuesten Lied «Falling». Nach seinem Auftritt wurde es wieder etwas kleiner, familiärer: Auf der kleineren Bühne trat die sechsköpfige Band Lenon aus Zürich auf und sorgte unter anderem mit bekannten Schweizerdeutschen Songs wie «Titelgschicht» von Subzonic für gemütliche Stimmung. Die Zuschauerinnen und Zuschauer genossen Ambiente und Musik, einige tanzten vor der Bühne, andere wippten leicht zum Takt hin und her.

«Die Hütte brennt»
OK-Leiterin Melanie Bösiger zeigte sich am Samstag vor Ort sehr zufrieden mit dem Festival: «Gestern hatten wir vergleichsweise weniger Gäste, heute wird es aber richtig cool, wir sind fast ausverkauft und die Hütte brennt.» Verkauft worden seien knapp 1300 Tickets, davon die meisten am Samstag. Die grossen Highlights des Festivals waren für Bösiger das Familienprogramm mit der Band Silberbüx und der Auftritt der Musik-

schule Leimental: «Wenn ich das Leuchten in den Kinderaugen sehe, macht mir das richtig viel Freude.» Im OK sei man «mega stolz» darauf, dass man den Kin-

dern diese Plattform geben könne.
Das Leimentaler Openair-Festival, das im Jahr 2003 als kleiner Anlass mit rund 500 Besuchern startete, bewies mit der diesjährigen Ausgabe einmal mehr, dass es für alle etwas zu bieten hat: für Kinder, die herumspringen wollen, für Pärchen, die auf der Wiese ein Glace geniessen, für ältere Menschen, die das Geschehen von den Stehtischen aus mit-

verfolgen, und auch für all jene, die sich direkt vor der Bühne voll von der Musik mitreissen lassen möchten. Ein Event, der einen Besuch definitiv wert ist und der dieses Mal – vor allem am Samstag – erst noch grosses Wetterglück hatte. Übrigens: Nach dem Openair ist vor dem Openair. Die nächste Ausgabe findet am 18. und 19. Juni 2027 statt. Tickets sind bereits jetzt unter www.eventfrog.ch erhältlich.

Nathalie Reichel


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