Ein letztes Highlight in einer erfolgreichen Saison
08.10.2026 BottmingenBeim Lichtfestival Leimental wird das Publikum Teil der Installationen. Damit neigt sich die Saison 2026 im Kulturzentrum Trafohalle mit noch mehr Publikum und Veranstaltungen dem Ende zu.
Eine Installation im Aussenraum und zwei Installationen in der Trafohalle – das Lichtfestival Leimental vom 24. bis zum 31. Oktober lässt das Areal des Unterwerks Bottmingen sprichwörtlich in neuem Licht erscheinen. Beim Betreten des Areals über die grosse Treppe werden die Besucherinnen und Besucher bereits mit Lichtkunst begrüsst. «Multimedial und interaktiv», beschreibt Barbara Krause, Geschäftsleiterin des Vereins Trafohalle, das Lichtfestival Leimental in wenigen Worten. Auch für sie sei es jeweils faszinierend und erstaunlich, welchen Zauber die Lichtinstallationen in die Trafohalle und auf das Areal bringen. «Mit den Lichtinstallationen können die Besucherinnen und Besucher die Trafohalle und einen Teil des Areals ganz neu entdecken und erleben.»
Für die Lichtkunst und damit für das Lichtfestival Leimental im Verein Trafohalle ist Mathias Stich verantwortlich. «Mit dem Lichtfestival möchte ich dazu einladen, Licht als eigenständiges künstlerisches Medium zu entdecken. Es prägt, wie wir Räume erleben, Stimmungen empfinden und einander wahrnehmen.» Wer nach dem Besuch auch das Licht im eigenen Alltag bewusster wahrnimmt, habe erlebt, worum es ihm gehe, betont Stich.
«Hebbian Towers» von Xavier Wildermuth in der Trafohalle ist eine zehn Meter hohe Installation aus zwei miteinander verbundenen Türmen. Sie ist interaktiv, visualisiert das Hebbische Lernen und bildet Erinnerungen an das Geschehen im Raum, die durch Licht sichtbar werden, beschreibt Mathias Stich. Jan Knieža und das Team von ArtOwl schaffen draussen vor der Trafohalle mit Projektionen im Nebel einen illusionären Lichtraum und laden zur Entschleunigung ein. Mathias Stichs eigene Installation untersucht, wie Licht die Wahrnehmung eines Raumes verändert. «Rote, grüne und blaue Kreislinien aus Licht wandern kaum merklich über Wände, Decke und Boden der Trafohalle und heben dabei wechselnde Details hervor», erklärt der Lichtgestalter über sein eigenes Werk. «Der Raum bleibt derselbe, erscheint aber immer wieder anders. Wer verweilt oder zurückkehrt, entdeckt den Raum in einem veränderten Licht und erlebt damit das Vergehen der Zeit.»
«Kein Bein wird ruhig bleiben»
Bevor in der Trafohalle die Lichtinstallationen angehen, endet am kommenden Mittwoch, 14. Oktober, mit dem Auftritt der Band Klischée die Konzertreihe «Unplugged I Replugged». «Electro Swing, der direkt in die Beine fährt», heisst es auf der Webseite der Trafohalle. Auch wenn es im Herbst in der Trafohalle kühler wird, werde man nicht frieren, frohlockt Barbara Krause. Klischée wird auf ihrer Abschiedstournee – die Band hört Ende Jahr auf – mit Saxofon, Trompete und Posaune ihre ganz eigene Musik auf die Bühne bringen. «Klischée hat sich der Musik längst vergangener Tage verschrieben und entstaubt diese auf ganz eigene, freche und verspielte Art», beschreibt sich die Band selber. Sie seien ein Garant für gute Laune und eine energiegeladene Show. Barbara Krause kann das bandeigene Versprechen bestätigen. «Ich bin überzeugt, kein Bein wird an diesem Abend ruhig bleiben.» Als Vorband wird die 2022 gegründete «Dance for Ishtar» mit Mitgliedern aus dem Leimental und Basel mit Funk und Pop das Publikum in der Trafohalle auf einen letzten Konzertabend in der Saison 2026 einstimmen.
Barbara Krause kann schon vor den letzten Highlights auf eine erfolgreiche Saison 2026 zurückblicken. «Wir stellen sowohl auf der Seite des Publikums wie auch in der Kunstszene ein stetiges Wachstum fest.» Der Verein Trafohalle begann seine Tätigkeit 2024 mit der Kunstausstellung Leimentale. Das Programm sei mittlerweile so umfangreich, dass die Leimentale längst nicht mehr als alleiniges Highlight im Kalender der Trafohalle dastehe, betont Krause. «Literaturfestival, Krimi & Jazz, Konzerte, Leimentale, Lichtfestival – diese Vielseitigkeit zeigt das ganze Potenzial, das in der Trafohalle steckt.»
Junge entdecken Trafohalle
Sie hätte beim Start vor knapp drei Jahren nicht gedacht, dass die Entwicklung so schnell vorangehen würde, räumt Barbara Krause, Geschäftsleiterin des Vereins Trafohalle, ein. Alleine 500 Besucherinnen und Besucher, davon 200 an der Vernissage, zählte die Leimentale 26. Insgesamt gingen heuer rund 4000 Besucherinnen und Besucher, Workshopteilnehmer und Gäste durch die Trafohalle. Gerade beim Literaturfestival habe sich gezeigt, dass auch ein jüngeres Publikum und jüngere Autorinnen und Autoren – gerade auch aus der Kulturstadt Basel – die Trafohalle entdeckt haben. «Dem wollen wir im kommenden Jahr noch mehr Raum geben», kündigt Krause an. Das Unterwerk mit seinem vielfältigen Angebot und der hohen Aufenthaltsqualität werde von den Teilnehmenden der Veranstaltungen geschätzt, berichtet Krause anhand der zahlreichen positiven Rückmeldungen.
Barbara Krause ist überzeugt, dass in den kommenden Jahren – der Betrieb ist bis 2029 gesichert – noch mehr möglich sein wird. Dankbar ist die Geschäftsleiterin des Vereins Trafohalle für die Unterstützung und Wertschätzung des Kantons Baselland und der Gemeinde Bottmingen. «Wir fühlen uns da wirklich getragen.» Ohne die Fördergelder der Swisslosfonds Baselland und Solothurn und die Unterstützung durch Stiftungen, Sponsoren und Gönner wäre der Betrieb in der Trafohalle nicht möglich. «Momentan können wir nur mit Vermietungen Einnahmen generieren», gibt Barbara Krause zu bedenken.
Die Vorbereitungen für die Saison 2027 sind längst im Gang. Das Programm und die Termine stehen gemäss Barbara Krause praktisch vollständig fest. Nun gehe es darum, bei den Behörden die dafür nötigen Fördergelder zu beantragen. Erst nach deren Rückmeldung könne die Saisonplanung finalisiert werden. Macht das Team um Barbara Krause auch im kommenden Jahr so weiter, können sich Kulturschaffende und Publikum erneut auf eine spannende und abwechslungsreiche Saison freuen. Tobias Gfeller


