Ein Naturraum für Mensch und Tier

  28.05.2026 Bottmingen

Die Erlisacker-Matte in Bottmingen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wertvollen Naturraum entwickelt. Was vor sechs Jahren mit ersten Pflanzungen und einer naturnahen Gestaltung begann, wird nun mit weiteren ökologischen Massnahmen konsequent weitergeführt. Ziel ist es, die Artenvielfalt langfristig zu fördern und gleichzeitig einen attraktiven Erholungsraum für die Bevölkerung zu schaffen.

Hinter dem Projekt steht der Karl Schopfer-Fonds, Eigentümer von drei grossen Landparzellen mit insgesamt über 8000 Quadratmetern Fläche am Gemeindeholzweg (direkt gegenüber dem Bruderholzspital) und im Erlisacker in Bottmingen. Gemäss Stiftungsstatut dürfen die Grundstücke weder verkauft noch zusätzlich überbaut werden. Stattdessen verfolgt der Stiftungsrat das Ziel, das Areal nachhaltig und naturnah weiterzuentwickeln. Grundlage dafür bildete eine von Pro Natura im Jahr 2018 erarbeitete Studie. Darauf aufbauend wurden konkrete Massnahmen definiert, um die ökologische Qualität des Gebiets zu erhöhen und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Dabei wurden teilweise auch die Mieterinnen und Mieter der Liegenschaft Im Erlisacker einbezogen, die sich bereits zuvor engagiert um Teile des Areals kümmerten.

Von der Wiese zum wertvollen Lebensraum
Die ersten Arbeiten starteten im Herbst 2019 mit der ökologischen Aufwertung der grossen Erlisacker-Matte. Bereits 2020 folgten Randbepflanzungen mit einheimischen Sträuchern und die Aussaat einer Wildblumenwiese. Nach dem Winterschnitt zeigte sich im Frühling 2021 erstmals das neue Bild der naturnahen Matte. Im selben Jahr wurde zudem ein gemähter Fussweg zwischen Gemeindeholzweg und Erlisacker erstellt und das Areal damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Sitzbank aus einheimischem Holz lädt seither zum Verweilen ein. Der neue Verbindungsweg wird rege genutzt und von Spaziergängerinnen und Spaziergängern sehr geschätzt.

Auch in den folgenden Jahren wurde das Projekt konsequent weitergeführt. 2022 und 2023 standen zusätzliche Pflegemassnahmen im Fokus. Dazu gehörten Ersatzpflanzungen einheimischer Sträucher, die Bekämpfung invasiver Neophyten sowie das Aufhängen neuer Nistkästen. Die Wiese wird seither zweimal jährlich nach ökologischen Grundsätzen gemäht.

2024 erfolgte durch das Forstrevier Allschwil ein grösserer Eingriff im alten Waldbestand. Kranke Bäume wurden entfernt und die Waldzone ausgelichtet, um den Bestand langfristig zu stabilisieren und neuen Pflanzen mehr Licht zu ermöglichen.

Neue Lebensräume für Wildbienen und Insekten
Im Frühjahr 2026 startete nun eine weitere wichtige Etappe des Projekts. Unter der Leitung des Forstreviers Angenstein und des Natur- und Vogelschutzvereins Therwil wurden zusätzliche Strukturen für Wildbienen, Insekten und Kleintiere geschaffen. Teilweise kam dabei auch ein Bagger zum Einsatz. Entstanden sind zwei neue Tümpel, die im Sommer bewusst austrocknen dürfen und damit wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten bieten. Ergänzt wurden die Arbeiten durch Steinlinsen, Holzstrukturen mit Stammholz und Wurzelstöcken sowie Ast- und Schnitzelhaufen. Zusätzlich wurden zwei Entwässerungsrinnen durch die Matte gezogen, um die Wasserführung gezielt zu regulieren. Mit diesen Massnahmen soll sich die Erlisacker-Matte weiter zu einem vielfältigen Lebensraum entwickeln, in dem sich Insekten, Kleintiere und Vögel wieder verstärkt ansiedeln können.

Wasser sinnvoll nutzen
Während der Bauarbeiten machten Anwohnerinnen und Anwohner darauf aufmerksam, dass in den vergangenen Jahren bei starken Regenfällen grosse Wassermengen über die flach geneigte Matte in Richtung der unteren Parzellen flossen und teilweise zu Überschwemmungen in Kellern führten.

Daraufhin wurde entschieden, zusätzlich Elemente des sogenannten Keyline-Designs umzusetzen. Dabei handelt es sich um eine Wassermanagementtechnik, bei der Wasser mithilfe von Gräben, Wällen und Sammelpunkten kontrolliert verteilt und langsam im Boden gespeichert wird. Auf der Erlisacker-Matte entstanden deshalb zwei längere Gräben mit kleinen Überquerungen in Form von Brücklein. Ziel ist es, das Regenwasser besser versickern zu lassen und gleichzeitig den Wasserhaushalt des Bodens nachhaltig zu verbessern. Brooke Keller


Karl Schopfer-Fonds

Der Karl Schopfer-Fonds verfolgt den Zweck, Natur- und Heimatschutz sowie Institutionen des Tierschutzes zu unterstützen.
Dazu vergibt der Karl Schopfer-Fonds auf Gesuche hin jährlich eine bestimmte Summe direkt an Projekte oder Organisationen, die im Sinne des Stiftungszweckes tätig sind. Innerhalb der Schweiz liegt der Schwerpunkt auf Vergabungen an Projekte und Organisationen in der Region Nordwestschweiz. Der Karl Schopfer-Fonds ist eine Stiftung nach Schweizerischem Recht mit Sitz in Bottmingen BL.


www.karlschopferfonds.org


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