Ein Preis für einen Visionär für die Natur

  03.04.2025 Therwil

Konrad Knüsel, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Therwil, erhält den Därwiler Priis 2025.

Drei Namen, drei Erfolgsgeschichten und drei Kollegen, die sich für ihre Mitstreiter in engagierten Reden stark machten. Der Därwiler Priis 2025 bot am Mittwoch vergangener Woche Spannung und mit dem Showprogramm des Duos «Wow-Party» in der Mehrzweckhalle beste Unterhaltung.

Mit dem Därwiler Priis wird alle zwei Jahre eine herausragende Leistung aus dem sozialen, politischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen, sportlichen oder administrativen Bereich, ein langjähriges Engagement oder auch ein sonstiger spezieller Einsatz zum Wohle der Gemeinschaft gewürdigt.

Berufsweltmeister, Waldchef und Naturschützer
Edward Booth sei eine Inspiration und ein Vorbild für junge Therwilerinnen und Therwiler, schwärmte Raphael Hasenböhler über seinen Jungwacht-Kollegen, der im vergangenen Jahr die Goldmedaille an den Berufsweltmeisterschaften im Bereich Cybersicherheit gewann. Felix Heinis sei ein «ganz besonderer Mensch», der sich auf vielseitige Art und Weise für das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in Therwil einsetzt, lobte Bürgergemeindepräsident Christoph Bieri den langjährigen Waldchef der Bürgergemeinde Therwil. Als Präsident der Museumskommission sorge Heinis dafür, dass das kulturelle Erbe von Therwil weitergetragen werde.

Als dritter Kandidat wurde von der Fachkommission Kultur der Gemeinde Konrad Knüsel nominiert. Der langjährige Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Therwil konnte viele seiner Visionen dank seines unbändigen Willens und seiner Überzeugungskraft mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern umsetzen. Dadurch entstanden im Leimental Oasen, in denen die Natur Vorrang hat. Besonders am Herzen liegen Konrad Knüsel die Vögel, sagte sein Vorstandskollege Oved Tavel.

Der Gewinner kommt aus Rodersdorf
Nachdem sich im Herbst die Fachkommission Kultur aus den Einsendungen auf die drei Nominierten geeinigt hatte, war es am Mittwochabend am Publikum, die endgültige Wahl zu treffen. Die Wahl fiel mit einem knappen Ergebnis auf Konrad Knüsel. Der Gewinner war sichtlich überrascht und meinte sogleich, dass er ja nicht in Therwil, sondern in Rodersdorf wohne. Ein Raunen und Lachen ging durchs Publikum. «Als ich nominiert wurde, habe ich gleich gefragt, ob das als Auswärtiger überhaupt möglich ist.»

Konrad Knüsel hat als Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins derart viel für Therwil und in Therwil geleistet, dass diese Frage für die Fachkommission Kultur wohl einfach zu beantworten war. Benedikt Meyer fragte den frisch gewählten Preisträger, auf was es denn ankomme, wenn eine Tierart neu angesiedelt werden soll. «Man muss zuerst den Lebensraum als Lebensgrundlage schaffen. Vor allem Nahrung muss da sein. Dann braucht es eine gewisse Zeit, bis die Vögel oder Insekten merken, dass es hier wieder gut ist», erklärte Knüsel.

Unter der Regie des neuen Därwiler Priis-Gewinners versucht der Natur- und Vogelschutzverein regelmässig, längst verschwundene einheimische Arten wieder anzusiedeln. Über 20 Jahre Arbeit habe es gebraucht, bis im Leimental wieder Steinkauz-Paare gebrütet haben, berichtete Konrad Knüsel. Das nächste Ziel sei die Rückkehr des Wiedehopfs, kündigte Knüsel zum Abschluss an und bedankte sich bei allen, die sich im Bereich Umweltund Naturschutz engagieren.

Sportliche Spitzenleistungen
Zusätzlich zum Därwiler Priis verlieh die Gemeinde Therwil an diesem feierlichen Abend vier Sportanerkennungspreise. Bei der Faustballgemeinschaft des SC Biel-Benken/TV Therwil kam gleich die ganze Mannschaft auf die Bühne. Sie schafften im vergangenen Jahr den Aufstieg von der 3. Liga in die 2. Liga. Lisa Frank vom LC Therwil erreichte im vergangenen Jahr an der U18-Europameisterschaft über 200 Meter den hervorragenden 10.Platz. Gemäss den erzielten Limiten hätte Lisa Frank an dieser EM gleich in fünf Disziplinen starten können. Shirley Lang – ebenfalls vom LC Therwil – wurde Schweizermeisterin über 3000 Meter Steeple und holte Silber über 1500 Meter. Sie qualifizierte sich damit für die Europameisterschaften der Elite in Rom. Geräteturnerin Ella Beglinger vom TV Therwil gehört im Einzelgäreteturnen seit Jahren zu den Besten des Landes und qualifizierte sich 2024 wiederholt für die Schweizermeisterschaften.

Tobias Gfeller


Image Title

1/10


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote