«Einige bringen Kostüme aus mehreren Jahrzehnten mit …»

  05.02.2026 Ettingen

Im KulturWerk fand zum zweiten Mal die Fasnachtsbörse statt.

Die Fasnacht kommt immer näher. Das merkte man vergangene Woche besonders, wenn man am KulturWerk vorbeikam. Neben einem grossen Waggis-Papp aufsteller auf «Augenhöhe» erblickt man auch mehrere Goschdym, die an den Fensterläden im zweiten Stock hängen. Sie dienen sozusagen als Eyecatcher für die zweite Fasnachtsbörse, die von Donnerstag bis Samstag über die Bühne ging.

Am Donnerstag- und Freitagnachmittag konnte man seine Kostüme, Larven, Zoggeli und vieles mehr vorbeibringen, am Freitagabend und Samstagvormittag und -mittag wurden diese verkauft, ehe am Samstagnachmittag Rückgabe und Auszahlung den Schluss bildeten.

«Wir haben schon am Dienstag mit dem Aufbau begonnen», verrät Werner Stöcklin, der zusammen mit Frau Brigitte sowie Martin und Matthias Thüring das Kernteam hinter der Fasnachtsbörse bildet. Zusammen mit weiteren Helferinnen und Helfern sind es total neun Leute, die dafür sorgen, dass die Börse reibungslos abläuft.

Die Idee dafür hatte Martin Thüring im Vorjahr. «Ich war selbst jahrelang Fasnächtler und fand es schade, dass die alten Kostüme oftmals im Müll landen.

Dagegen wollte ich etwas tun», erzählt er. Als Mitglied des KulturWerks war der passende Ort schnell gefunden, die Premiere 2025 übertraf die Erwartungen. Thüring konsultiert seine Notizen und bestätigt, dass insgesamt 177 Fasnachtsutensilien abgegeben wurden.

Was gut klingt, ist aber auch mit viel Arbeit verbunden. «Die einen bringen Einzelstücke, andere haben ihre Kostüme aus mehreren Jahrzehnten Fasnacht im Kofferraum ihres Autos dabei», sagt Martin Thüring. «Alle Artikel müssen entgegengenommen, angeschrieben und ausgestellt werden», ergänzt Werner Stöcklin. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders, als sich die Anzahl der Artikel auf ähnlichem Level bewegt.

Ein Diskussionspunkt ist oftmals der gewünschte Preis, den die Leute gemäss Thüring meist zu hoch ansetzen. Martin Thüring versucht dagegen, die Preise tief zu halten. «Wir wollen ja nicht auf den Sachen sitzenbleiben!» Er spricht von sehr günstigen Preisen und weiss: «In der Stadt zahlt man das Doppelte oder gar Dreifache dafür!»

Wird ein Artikel verkauft, kriegt das KulturWerk einen Anteil von 25 Prozent, die vollumfänglich zukünftigen kulturellen Aktionen in Ettingen zugutekommen. Was nicht verkauft und nicht wieder abgeholt wird, bleibt für nächstes Jahr oder für die Dorfdekoration.

Die Auswahl ist gross, von Klassikern wie Waggis und Schellen-Ursli bis hin zu exotischen Tigermücke-Kostümen ist fast alles dabei. Die Verweilzeit der Leute, die vorbeikommen, ist dementsprechend deutlich länger als nur ein paar Minuten. So auch Heidi Saunier und Susi Stöcklin, die wegen einer Rassel gekommen und fündig geworden sind. «Ich bin eine total leidenschaftliche Fasnächtlerin», sagt Stöcklin und verrät, dass sie mit ihrer Freundin in der Vergangenheit während der Fasnacht oft «intrigiert» habe. «Das machen die Jungen heute nicht mehr», bedauert Saunier. Ihre Begeisterung wird dadurch nicht getrübt. «Am Schmutzigen Donnerstag wird um 14 Uhr das ganze Dorf auf den Beinen sein», freut sich Susi Stöcklin. Auch das Fasnachtsbörse-Team dürfte am 12. Februar auf der Hauptstrasse anzutreffen sein. Werner Stöcklin erzählt, dass eine Frau, die im Vorjahr Larve und Goschdym bei uns abgegeben hatte, beides kurz darauf an der Fasnacht von jemand anderem getragen sah. «Eine tolle Geschichte», findet er und hofft heuer auf weitere Storys dieser Art.

So eine Fasnachtsbörse geht für die Macher ganz schön an die Substanz. Deshalb hat Martin Thüring auch daran gedacht, damit aufzuhören. «Doch die Leute finden es eine tolle Sache, deshalb werden wir wohl auch nächstes Jahr eine Börse machen …»

Alan Heckel


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