LESERBRIEFE
Es braucht eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik

  17.09.2026 Oberwil

Am 27. September stimmen wir über die Ernährungsinitiative ab. Alle Umfragen deuten darauf hin: Die Initiative wird deutlich abgelehnt werden. Doch gerade der Sommer 2026 hat uns klar gezeigt, dass es eine andere Landwirtschaftspolitik braucht. Kühe und Schafe mussten frühzeitig geschlachtet werden mangels Futter. Schweizer Bauernbetriebe kaufen Heu in Kanada oder Italien als Winterfutter. Ich frage mich, für wen dieses Heu wohl produziert worden ist. Bekommen wir es, weil wir in der Lage sind, mehr dafür zu bezahlen? Ich kann verstehen, dass es sich für den Winter 26/27 um eine Notsituation handelt. Wenn diese trockenen, heissen Sommer nun häufiger werden – wie es von den Klimatologen vorausgesagt wird –, muss die Landwirtschaftspolitik heute die Voraussetzungen für die Zukunft schaffen. Die Ernährungsinitiative zielt da in die richtige Richtung. Deshalb wird sie auch von den Klimaseniorinnen und den Jungen Grünen unterstützt. Die Ackerflächen sollen dafür genutzt werden, direkt Nahrungsmittel für die Menschen zu produzieren, statt Tierfutter. Gleichwohl wird es noch für alle genug in der Schweiz produziertes Fleisch geben, die das essen wollen. Die Plakatkampagne der Gegner verbreitet völlig zu Unrecht das Gefühl, es gebe in Zukunft nur noch vegetarisches oder veganes Essen. Fakt ist, dass bereits heute die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Produkten deutlich zunimmt. Die Ernährungsinitiative verdient deshalb Unterstützung als Zeichen für die dringend notwendige Änderung der Landwirtschaftspolitik. Lotti Stokar, Oberwil




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