NATUR
Es lässt sich etwas gegen die Asiatische Tigermücke unternehmen
05.11.2026
Forum
«Die Tigermücke ist eigentlich ein schönes Tier», begann Martin Gschwind, Leiter des Tigermückenmonitorings beim Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) in Allschwil, seinen Vortrag am Montagabend im voll besetzten Kuspo. Der Münchensteiner Gemeinderat Daniel Altermatt hatte zuvor festgestellt, dass die Tigermücke offensichtlich ein Problem sei, sonst wären wohl nicht so viele gekommen. Mit dabei war auch Bianca Modespacher von der Vector Research and Control Gruppe des Swiss TPH.
Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich das Team mit dem Insekt, das sich im Raum Basel grossflächig verbreitet hat. Das Weibchen benötigt nach der Paarung Blutproteine, um Eier zu produzieren. Dabei kann es Krankheitserreger übertragen. Mit Humor erklärte Gschwind die Lebensweise der tagaktiven Tigermücke und zeigte auf, wie schnell sie sich vermehrt.
Die Tigermücke brütet in kleinsten Wasseransammlungen, etwa in Giesskannen, Eimern, Topfuntersetzern, Regentonnen oder offenen Rohren. Deshalb gilt: Stehendes Wasser regelmässig ausleeren und Gefässe umdrehen. Im Sommer sollte dies möglichst zweimal pro Woche geschehen. Wasserbehälter lassen sich auch abdecken oder verschliessen.
Auch verstopfte Regenrinnen sollten gereinigt sowie Löcher in Mauern und im Boden mit Sand, Splitt oder Zement aufgefüllt werden. Dolen lassen sich mit BTI-Larviziden behandeln, die bei der Gemeinde erhältlich sind.
Wichtig ist die Bekämpfung auch im Herbst und Winter: Die Eier können Trockenheit überstehen und bis zum nächsten Frühling überdauern. Deshalb empfiehlt Gschwind, Gefässe, die im Sommer draussen standen, gründlich auszubürsten. Das Fazit des Abends: Mit einfachen Massnahmen lässt sich die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke eindämmen – jetzt und im kommenden Sommer. Axel Mannigel
Infos: www.bl.ch/tigermuecke

