Fuchtelclub-Geschichten vom Flughafen

  22.10.2026 Regio

Mit einem feierlichen Apéro wurde am vergangenen Samstag im Airport Hotel Basel das Buch «Der Fuchtelclub» vorgestellt, das soeben im Friedrich Reinhardt Verlag erschienen ist.

«Was, zum Himmel, ist ein Fuchtelclub?» Das haben sich in den vergangenen Wochen schon so manche gefragt, und Himmel ist dabei gar kein schlechtes Stichwort. Denn die Objekte der Begierde der Fuchtler sind tatsächlich am Himmel zu sehen, es sind Flugzeuge. Genauer Flugzeuge, die die Fuchtler am Flughafen Basel-Mulhouse gesehen haben. Alle Flugzeuge, die am Euroairport starten und landen, werden fein säuberlich dokumentiert, in Wort und Bild. Und nicht nur das. Die Fuchtler sind über praktisch alles informiert, was rund um den Flughafen Basel-Mulhouse lief und läuft, und so ist es ihnen zum Beispiel nicht verborgen geblieben, als der Aston Martin, der als James Bonds Auto in «Goldfinger» zum Einsatz kam, 1965 einige Zeit in einem Flughafengebäude «zwischengelagert» wurde – ein Fuchtler durfte den Wagen ab und zu warmlaufen lassen. Oder als ein gewisser Wladimir Putin 2013 aus einem Flugzeug stieg, um in Basel einen privaten Besuch zu machen – der Fuchtler Ralph Kunadt fotografierte Putin, als er das Flugzeug verliess.

Suter-Idee und Sternenfeld-Nachfolger
Die Idee zum Buch kam auf, als Crossair-Gründer Moritz Suter 2023 meinte, den Fuchtelclub müsse man irgendwie verewigen, sagte Werner Soltermann zu Beginn der Buchvernissage vom vergangenen Samstag im Airport Hotel Basel vor gut vierzig Gästen. Werner Soltermann, der auch Autor des 2024 im Reinhardt Verlag erschienenen Buches über den Flughafen Sternenfeld in Birsfelden ist, hat das Buch zusammen mit Marcel Tschudin verfasst, unter Mitwirkung von zwei Dutzend Co-Autoren, die die Anekdoten beigesteuert und ihre Erlebnisse erzählt haben. Der ehemalige Crossair-Chef Moritz Suter, der auch unter den Gästen weilte, stiess als Knabe zu den Fuchtlern, die ab Mitte der 1950er-Jahre praktisch ihre ganze Freizeit am Flughafen verbrachten, und wurde so vom Flugfieber gepackt, das schliesslich sein ganzes Leben prägen sollte.

Der Fuchtelclub ist kein Verein mit Statuten, sondern ist seit jeher eine lose Vereinigung von Flugzeugenthusiasten geblieben, die sich bis heute am Flughafen treffen – der wöchentliche Hock findet jeweils samstags um 14 Uhr statt. Die «echten» Fuchtler allerdings sind zu jeder Tages- und Nachtzeit dort, wenn sich etwas Spannendes zu ereignen verspricht. Es begann mit ein paar wenigen Mitte der 1950er-Jahre, steigerte sich auf gegen vierzig in den 1960er-Jahren, heute gibt es 27 aktive Fuchtler.

James Bonds Auto und Wladimir Putin
«Werner Soltermann hat mir zwei fantastische Flughafengeschichten erzählt, die ich beide für unwahrscheinlich hielt», meinte Alfred Rüdisühli, Verwaltungsratspräsident des Friedrich Reinhardt Verlags, im Rahmen seiner Ansprache. Aber beides konnten die Fuchtler mit Fotos belegen, und so war Rüdisühlis Interesse geweckt, der nach einem würdigen Nachfolger für das erfolgreiche Sternenfeld-Buch gesucht hatte. «Es ist ein sehr schönes Buch geworden», lobte Rüdisühli, «und es ist nicht nur ein Geschichtenbuch oder ein Erlebnisbuch der Fuchtler, sondern ein wahres Zeitdokument.» Und ein Buch, in welchem jeder und jede, ob alt oder jung, beim Blättern auf etwas Interessantes stosse. Rüdisühli hob auch die Verdienste von Layouterin Romana Stamm heraus.

Unter den Gästen befanden sich auch der älteste noch lebende Fuchtler, der 91-jährige Pierre Munch, und Ruedi Gass, der Fotograf des Gruppenbilds aus dem Jahr 1956, das auf dem Buchcover zu sehen ist, wie Co-Autor Marcel Tschudin erklärte, der sich selbst zu den «Jungfuchtlern» zählt – obwohl auch schon über 80. Das Buch überzeugte die gut gelaunten Vernissagegäste, die sich nach dem offiziellen Teil noch lange über das neue Buch austauschten. Rolf Spriessler


Werner Soltermann, Marcel Tschudin Der Fuchtelclub – The one and only.
Amüsante und unglaubliche Geschichten rund um den Flughafen Basel-Mulhouse. 184 Seiten, reich bebildert. Friedrich Reinhardt Verlag Basel, 2026.

ISBN 978-3-7245-2888-3

CHF 24,80


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