Gaming und Sport? Das passt bestens zusammen

  09.07.2026 Oberwil

Jubel vor dem Bildschirm, kurz darauf ein Sprint durch die Turnhalle. Was auf den ersten Blick kaum zusammenpasst, gehörte in der ersten Sommerferienwoche in Oberwil ganz selbstverständlich zusammen. Das «Gaming & Sport Camp» verband digitales Spielen mit Bewegung und zeigte den teilnehmenden Kindern, dass beides weit mehr gemeinsam hat, als viele vermuten.

Kinder der Jahrgänge 2011 bis 2019 verbrachten eine abwechslungsreiche Ferienwoche in der Wehrlinhalle. Das Camp setzte bewusst auf einen ausgewogenen Mix aus Gaming und Sport. Während eine Gruppe am Morgen an der Nintendo Switch 2 spielte, stand für die andere Bewegung auf dem Programm. Nach dem Mittag wurden die Gruppen gewechselt. So blieb der Tag abwechslungsreich und beide Bereiche erhielten gleich viel Raum.

Gemeinsam taktieren statt einsam zocken
Im Gaming-Raum wurde konzentriert gespielt, diskutiert und immer wieder laut mitgefiebert. In Zusammenarbeit mit den Gaming-Profis von «MYI» und Partnern wie «Nintendo» standen ausschliesslich altersgerechte Spiele gemäss den PEGI-Empfehlungen auf dem Programm, darunter «Mario Kart World», «Splatoon 3», «Minecraft» und «Kirby Air Riders». Gespielt wurde grundsätzlich zu zweit an einer Konsole. Die Kinder wechselten sich regelmässig ab, beobachteten ihre Mitspielenden, gaben Tipps, entwickelten gemeinsam Strategien und freuten sich über gelungene Spielzüge. Unterstützt wurden sie dabei von erfahrenen E-Sport-Coaches, die den Teamgedanken bewusst in den Vordergrund stellten.

Vom Bildschirm auf die Turnmatte
Nicht weniger lebhaft ging es beim Sport und bei den Gesellschaftsspielen zu und her. Beim Fussball, Völkerball, Unihockey, Turnen und verschiedenen Teamspielen wurde gerannt, gelacht und geschwitzt. Beim Schach und Werwolf waren hingegen Köpfchen, Taktik und eine gute Portion Bluff gefragt. Dies war jedoch nur ein Teil des abwechslungsreichen Programms. Ergänzt wurde das Angebot durch lokale Sportvereine. So war der Schwingclub Oberwil an den ersten beiden Camptagen zu Gast und ermöglichte den Kindern einen spielerischen Einblick in den Schweizer Nationalsport. Viele nutzten die Gelegenheit, erste Schwünge auszuprobieren.

Werte im Fokus: Fairplay und Medienkompetenz
Neben Spiel und Bewegung gehörte auch der bewusste Umgang mit digitalen Medien zum Camp. Jeden Tag stand ein anderes Thema im Mittelpunkt. Dabei ging es unter anderem um Fairplay, einen Wert, der sowohl im Sport als auch beim Gaming eine zentrale Rolle spielt. Dieses wurde praxisnah vermittelt, etwa beim respektvollen Miteinander in «Mario Kart World» oder im Mannschaftssport auf dem Spielfeld. Die Inhalte wurden direkt mit den gespielten Games verknüpft. So zeigte das Camp, dass Gaming nicht nur Unterhaltung sein kann, sondern auch soziale Kompetenzen, Kommunikation und verantwortungsbewusstes Verhalten fördert.

Darüber hinaus wurden Themen wie Altersfreigaben, Online-Namen und In-Game-Käufe in kurzen Inputs zu Beginn der Camptage behandelt.

Nati-Fieber und Vorfreude auf 2027
Das Konzept kam bei den Kindern gut an. «Man trifft Freunde, die schon im letzten Jahr dabei waren und findet gleichzeitig neue Freunde. Am besten gefallen mir das Gaming und der Fussball. Ich komme nächstes Jahr gerne wieder», erzählt eines der Kinder. Für einen zusätzlichen Farbtupfer sorgte der letzte Camptag. Nach dem Sieg der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gegen Algerien an der WM erschienen zahlreiche Kinder im Nati-Trikot und sorgten bereits am Morgen für eine besonders fröhliche Stimmung. Die Kombination aus Gaming, Sport und Medienkompetenz kam bei den Kindern sichtbar gut an. Entsprechend hoffen viele der Teilnehmenden, dass das «Gaming & Sport Camp» in den Sommerferien 2027 erneut in Oberwil stattfinden wird. Stephan Rüdisühli


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