LESERBRIEFE
Gibt die Schweiz ihre Neutralität auf?

  03.09.2026 Oberwil

Am 15./16 Juni 2024 fand die Bürgenstock-Konferenz zum Ukraine-Krieg im Kanton Nidwalden ohne Beisein der Russen, aber mit Teilnahme der Ukraine statt. Unsere damalige Bundespräsidentin Viola Amherd und Bundesrat Cassis begrüssten Vertreter aus Europa und der ganzen Welt.

Auffällig war die Abwesenheit von Russland: ein deutlicher Bruch mit der Neutralität.

Was die Schweiz bisher auszeichnete: Wir sprechen mit allen! – wurde missachtet.

Die «Berliner Zeitung» titelte am darauffolgenden Montag, den 17. Juni 2024, die Ausgabe mit dem markanten Titel: «Ukraine-Friedenskonferenz ohne Russland: Wie die Schweiz ihre Neutralität aufgegeben hat!»

Daraus wird ersichtlich, wie wichtig die schweizerische Neutralität ist und wie wir unter globaler Beobachtung stehen. Sollte nun bei der Abstimmung zur Neutralitätsinitiative ein Nein resultieren, werden die Zeitungen weltweit berichten, was die «Berliner Zeitung» damals bereits festgestellt hat: Die Schweiz hat die Neutralität aufgegeben.

Putin oder Selenski, mit oder ohne Sanktionen, in der Verfassung oder weiterhin gemäss Haager Abkommen von 1907: All dies spielt dann keine Rolle mehr. Die seit dem Wiener Kongress von 1815 offizielle Neutralität, die vielen guten humanitären und diplomatischen Dienste und all die Friedensbeiträge würden unglaubwürdig.

Was können wir tun, um das Vertrauen wieder herzustellen? Gehen Sie an die Urne und äussern sie Ihre Meinung. Danke. Guido Nigg, Oberwil




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