BFU – BERATUNGSSTELLE FÜR UNFALLVERHÜTUNG
Heikle Passagen beim Bergwandern – Zwei Drittel gehen trotz ungutem Gefühl weiter
24.09.2026
Forum
Weit über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung wandert regelmässig, und die meisten kehren unversehrt von einer Bergwanderung zurück. Trotzdem ist der beliebte Volkssport nicht ohne Risiko: Jährlich verunfallen beim Wandern und Bergwandern rund 40’000 Schweizerinnen und Schweizer, 45 davon tödlich – meist durch einen Absturz. Um Unfälle zu verhindern, ist es entscheidend, zu verstehen, wie Wandernde in kritischen Situationen handeln. Hier setzt die aktuelle Erhebung der BFU an.
Fast 70 % der befragten Wandernden sind auf einer Bergwanderung schon einmal auf eine heikle Passage gestossen, also auf eine Stelle, die Angst oder Unsicherheit auslöst. Am häufigsten handelte es sich dabei um Passagen mit erhöhter Absturzgefahr (45 %) und schwindelerregendem Tiefblick (36 %). Auch technisch anspruchsvolle Abschnitte (18 %) und Schneefelder (17 %) brachten einige Wandernde an ihre Grenzen.
Trotz all dem gingen mehr als zwei Drittel der Betroffenen weiter. Besonders häufig passierten jüngere und weniger erfahrene Personen solche Stellen, während ältere und erfahrene Bergwandernde deutlich häufiger umkehrten. Die Folgen können gravierend sein: Die Überforderung erhöht das Risiko für einen Unfall. Das berichteten auch zwei der Befragten, die trotz ungutem Gefühl weitergingen, abstürzten und mit dem Helikopter geborgen werden mussten. Die neue Erhebung zeigt: Selbst wenn Wandernde Warnsignale wahrnehmen, treffen sie nicht immer die richtige Entscheidung.
Wer Warnsignale ernst nimmt und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzt, ist sicherer unterwegs. Bergwandern erfordert je nach Route Fitness, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ebenso wichtig ist es, eine Tour zu wählen, die zu den eigenen Fähigkeiten passt. Diese Botschaften stehen auch im Zentrum des Portals sicher-bergwandern.ch. Wandernde finden dort Tipps, Packlisten und einen Selbsttest.
