Hier trifft sich Therwil

  01.10.2026 Therwil

Der Herbstmarkt bringt Therwilerinnen und Therwiler aller Generationen zusammen. Besonders geschätzt wird die Atmosphäre im alten Dorfkern.

Auf dem Grill des Feuerwehrvereins Therwil herrscht schon weit vor dem Mittag emsiger Betrieb. Die ersten Bratwürste und Burger werden bereits serviert, während die letzten Standbetreiber ihre Verkaufswaren schön angerichtet bereitstellen und die Jungwacht Blauring die Hüpfburg aufbläst. Der Grillstand des Feuerwehrvereins im alten Spritzerhäuschen ist am Därwiler Herbstmarkt eine Institution. Entsprechend gut besetzt sind die Tischbänke an diesem wettermässig herrlichen Samstag vor einer Woche.

Hochbetrieb herrscht am Mittag auch im Beizli des Frauenchors Therwil, der heuer sein 120-jähriges Bestehen feiert. Neben einer reichlichen Auswahl an Getränken servieren die Frauen eine gefüllte Herbst-Potatoe und Wurstsalat. Auch nutzt der Frauenchor die Bühne, um auf sein Konzert am 21. November aufmerksam zu machen. Das Beizli beim Brunnen sei das Herzstück des Herbstmarktes, findet Vorstandsmitglied Barbara Saner. «Hier kommt das Dorf zusammen», ergänzt Vorstandskollegin Sandra Heim. Die Märkte allgemein seien für den Zusammenhalt in Therwil von grosser Bedeutung. «Die Leute tauschen sich aus. Man berichtet, was es Neues gibt. Dieser persönliche Kontakt ist in der heutigen Zeit wichtig für ein Dorf.»

«Viele wünschen den gleichen Standplatz»
Das Beizli des Frauenchors nutzen Daniel Gschwind, Fachperson Anlässe bei der Gemeinde Therwil und damit Organisator des Herbstmarktes, und Werkhofmitarbeiter Enrico Schaffner für eine erste Kaffeepause nach erledigter Arbeit am Vormittag. 30 von insgesamt 38 Standplätzen waren dieses Mal vergeben, berichtet Gschwind. Beim Frühlingsmarkt seien es jeweils etwas mehr. Warum, könne er sich auch nicht erklären. Für Daniel Gschwind ist die Durchmischung beim Angebot entscheidend für die Attraktivität eines Marktes. «Die Standbetreiber und wir sind ein eingespieltes Team. Viele kommen seit Jahren nach Therwil und wünschen sich stets den gleichen Standplatz.» Früher seien es noch mehr Bauernbetriebe gewesen, die ihre Waren am Markt in Therwil verkauft haben, erinnert sich Enrico Schaffner. «Durch die eigenen Hofläden sind sie heute wohl weniger darauf angewiesen.» Geblieben sind der Fichtenhof und der Birsmattehof. Ihr Brot, Gemüse und Früchte waren gefragt wie eh und je.

Besondere Atmosphäre im alten Dorfkern
Den Therwiler Herbstmarkt umgibt ein besonderes Flair. Dies war bei Besuchenden und Standbetreibern mehrfach zu vernehmen. «Es herrscht hier ein ganz anderes Feeling als an anderen Märkten, an denen ich schon war», schwärmte beispielsweise Daria Camenzind aus Reinach, die mit Simon Ramp selbst gemachte Häkel-, Näh- und Holzarbeiten verkaufte. Von der besonderen Atmosphäre mit der Kulisse im alten Dorfkern und von «klein, aber fein» war oftmals die Rede. «Es hat viele tolle Menschen hier am Markt in Therwil», betonte Daria Camenzind.

Viel zu tun hatten an diesem Tag der Frauensportverein Therwil mit seinem Crêpes-Verkauf und die Buben und Mädchen der Jungschar Ettingen Therwil mit ihren Hotdogs. «Ja, es läuft gut», ruft eines der Jungschar-Mitglieder, währenddem es konzentriert das Brötchen mit Ketchup füllt.

Zwölf Herren sorgen für Gaumenfreuden
Für das kulinarische Wohl sorgte auch der Männer-Kochklub Therwil, der sogenannte «12er-Klub». Er feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Nach der Premiere im Vorjahr entschieden sich die zwölf Herren auch in diesem Jahr für eine Teilnahme am Herbstmarkt. Die provisorische Küche installierten sie in der ehemaligen Malerwerkstatt eines früheren Mitglieds. «Wir hatten im letzten Jahr den Plausch und viele fragten uns, ob wir in diesem Jahr wieder kämen», erzählt Bruno Hartmann. Auch sei der Markt eine gute Gelegenheit, sich der Bevölkerung zu zeigen. «Wir sind ein eingespieltes Team. Keiner von uns ist gelernter Koch», räumte Gründungsmitglied und Co-Präsident Elio Carlino ein, bevor er rasch wieder in die improvisierte Küche zurück musste. «Es mundet sehr», lobten die ersten Gäste die Tortiglioni. Die zwölf Herren wissen, wie man Gaumenfreuden zaubert. Tobias Gfeller




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