LESERBRIEF
Ja zur Individualbesteuerung

  26.02.2026 Oberwil

Die Individualbesteuerung macht unser Steuersystem zivilstandsunabhängig. Es ist die sinnvolle Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen und trägt unterschiedlichen Lebensformen Rechnung. Die Heiratsstrafe verschwindet und die Progression für Doppelverdiener-Ehepaare wird gebrochen.

Die klassische Einverdienerfamilie wird immer seltener. Gerade in der jungen Generation arbeiten in der Regel beide Partner. So waren beispielsweise im 2021 bereits 82 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern erwerbstätig. Unser Steuersystem sollte diese gesellschaftliche Realität widerspiegeln. Mit der individuellen Veranlagung wird das Zweiteinkommen des Ehepaares nicht mehr von der Progression «weggefressen». In der Folge würden vor allem mehr Frauen, gerade auch gut ausgebildete, ihr Arbeitspensum erhöhen. Das hilft gegen den Fachkräftemangel und führt zu höheren Altersrenten. Wenn wir das vorhandene Arbeitskräftepotenzial im Inland besser nutzen, drosselt das auch die Zuwanderung.

Oft wird der administrative Aufwand als Argument gegen die Individualbesteuerung ins Feld geführt, aber schon bei der Umstellung von der zweijährlichen auf die jährliche Veranlagung waren die Befürchtungen vor bürokratischem Mehraufwand unberechtigt. Jeder junge Mensch wird zuerst einmal individuell veranlagt. Mit der Individualbesteuerung bleibt das bis ans Lebensende so. Heirat, Scheidung oder Verwitwung sind steuerlich irrelevant und führen nicht mehr zu Zusatzaufwand in den Steuerverwaltungen. Darum Ja zu Individualbesteuerung!

Andreja Weber, Landrat FDP




Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote