LESERBRIEF
Kein Rezept für Versorgungssicherheit
19.02.2026
Oberwil
Ein zentrales Versprechen der Solar-Initiative ist mehr Energieversorgung. Doch dieses Versprechen hält einer nüchternen Betrachtung nicht stand. Solarstrom fällt vor allem im Sommer an, wenn der Verbrauch tief ist. Im Winter, wenn der Bedarf hoch ist, liefert er nur begrenzt Energie. Pflichtnachrüstungen an bestehenden Bauten ändern daran nichts. Ohne Speicherlösungen und Netzausbau bleibt der Beitrag zur Versorgungssicherheit beschränkt. Genau hier entstehen jedoch zusätzliche Kosten. Der Ausbau der Netzinfrastruktur ist teuer und wird über Tarife auf alle Haushalte verteilt. Gleichzeitig werden Eigentümer zu Investitionen gezwungen, deren Nutzen fraglich ist. Aufwand und Ertrag stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis. Dabei setzt der Bund bereits klare Vorgaben und der Kanton fördert gezielt den Ausbau. Diese Instrumente sind abgestimmt und praxistauglich. Eine zusätzliche Pflicht schafft keinen Mehrwert, sondern neue Risiken. Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, braucht koordinierte Lösungen statt Schnellschüsse. Darum Nein zur Solar-Initiative.
Pascal Ryf, Landrat
