Lieder, die das Leben schreibt

  24.09.2026 Oberwil

Die Oberwiler Pop-Folk-Band «Shellstone» begeisterte mit ihrer neuen Sängerin Caroline Banz im Tabourettli. Die Band blüht in neuer Zusammensetzung auf.

Das Tabourettli ist bis fast auf den letzten Platz gefüllt. Auf der geschichtsträchtigen Bühne der Familie Rasser in Basel machten «Shellstone» den Sonntagabend zum Erlebnis. Gegründet 2008 von Gitarrist und Komponist Marcel Ruf erlebt die Pop-Folk-Band zurzeit den nächsten Frühling. Der wievielte Frühling es sein würde, konnte die Band kurz vor Konzertbeginn in der Garderobe nicht sagen. Grund für das Aufblühen ist Caroline Banz. Die Oberwiler Sängerin stiess im vergangenen Jahr zur Band und sorgt mit ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit beim Publikum und ihren drei Kollegen für viel Freude. «Wir haben eine Sängerin gesucht und ein ganzes Paket erhalten», schwärmt Schlagzeuger Luigi Personeni.

Caroline Banz hat sich musikalisch und persönlich aussergewöhnlich schnell in die Band integriert. «Durch Caroline sind wir drei total aufgeblüht. Wir spüren eine neue Motivation, Lust und Freude», verrät Marcel Ruf. Gitarrist Arnaldo Rudin fiel schnell auf, dass die Chemie zwischen der neuen Sängerin und den bestehenden Bandmitgliedern passt. Obwohl sie leicht versteckt hinter dem Keyboard sitzt, versprüht die neue Sängerin eine starke Präsenz auf der Bühne. Die Harmonie zwischen dem Quartett ist jederzeit spürbar. Marcel Ruf ist auf der Bühne eher der Stille im Hintergrund, Arnaldo Rudin der Kraftvolle, der auch mal den Kontakt zum Publikum sucht, und Luigi Personeni bringt mit seinen humoristischen Einlagen einen willkommenen Witz ins Konzert. Caroline Banz fügt als Gesicht der Band die drei Charaktere zusammen.

Publikum geht mit
«Wir nehmen euch mit auf eine musikalische Reise», kündigt Caroline Banz zur Eröffnung im Tabourettli an. «Shellstone» präsentiert an diesem Abend ihr breites musikalisches Repertoire. Die vor allem von Marcel Ruf geschriebenen und gemeinsam arrangierten Lieder handeln unter anderem von der Liebe, von Freundschaft, Schicksalsschlägen und den Werten der Natur. Es sind Lieder, die das Leben schreibt. «Über Licht und Dunkelheit, über alle verschiedenen Facetten, die zum Leben gehören», beschreibt Banz.

Bereits die ersten Songs zeigen die stilistische und inhaltliche Bandbreite von «Shellstone». «Afraid Of The Dark» handelt von der Angst vor dem Unbekannten und der inneren Stärke, die helfe, ihr standzuhalten. «Once» erzählt von den nicht selbstverständlichen Schönheiten der Natur und fragt, was denn bleibe, wenn der Mensch nicht sorgsam damit umgeht. «Our Love Is Like A Boomerang» handelt von der Liebe, die immer wieder zurückkehrt, obwohl man sie zu Beginn von sich wegschieben möchte.

Caroline Banz und ihren Kollegen holen das Publikum im Tabourettli von Beginn weg ab. Die Sängerin nimmt die Konzertbesucherinnen und -besucher immer wieder mit in die Gedanken und Gefühle, die hinter den Liedern stecken. Der Oberwilerin gelingt es, die Emotionen hinter den Songs gesanglich zu transportieren. Die Stimmung im Tabourettli ist vom ersten bis zum letzten Takt hervorragend.

In Oberwil verwurzelt
«Shellstone» sieht sich als Oberwiler Band. Gründer Marcel Ruf lebte während über 50 Jahren in Oberwil und unterrichtete über 30 Jahre lang als Lehrer im Wehrlinschulhaus. Den Proberaum haben sie noch immer an der Stephan Gschwind-Strasse in Oberwil. Caroline Banz wohnt zufällig auch in Oberwil. «Wir sind im Leimental verwurzelt, auch wenn wir nicht alle von hier kommen», sagt Marcel Ruf. Arnaldo Rudin wohnt in Riehen, Luigi Personeni in Schönenbuch.

Auch im 18. Bandjahr schreibt und komponiert «Shellstone» neue Lieder und entwickelt sich auch durch personelle Wechsel musikalisch weiter. Für das bestehende Quartett ist es essenziell, die eigenen Werke auf der Bühne einem Publikum zu präsentieren, betont Marcel Ruf. «Wir machen Musik für die Menschen und nicht für uns im Bandraum.» Es gehe auch darum, für die eigenen Werke ein Feedback einzuholen.

Musik als Lebenselixier
Die Liebe und Begeisterung für die Musik ist «Shellstone» anzumerken. «Musik ist für mich Lebenselixier», räumt Schlagzeuger Luigi Personeni ein. «Es ist doch der Lohn für einen Musiker, hier auf einer solchen Bühne zu stehen.»

Der Auftritt im Tabourettli war für «Shellstone» der Konzerthöhepunkt des Jahres. Die Oberwiler Pop-Folk-Band lieferte – und das Publikum ging mit positiven Gefühlen nach Hause. «Wir möchten so lange Musik machen, solange wir die Gitarren und die Trommelschlegel halten können.» Man kann nur hoffen, dass Marcel Rufs Worte lange Gültigkeit haben werden. Tobias Gfeller


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