LESERBRIEFE
Neutralität falsch verstanden

  17.09.2026 Oberwil

Neutralität bedeutet nicht wegzuschauen. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind wird auf dem Pausenplatz angegriffen. Rundherum sehen es alle, doch niemand sagt etwas, niemand greift ein. Würden Sie das als richtig empfinden? Oder würden Sie erwarten, dass andere klar Stellung beziehen und dem Angreifenden Grenzen setzen?

Genau darum geht es bei der Diskussion um die Neutralitätsinitiative. Eine moderne Neutralität bedeutet, sich nicht aktiv an Kriegshandlungen zu beteiligen. Sie bedeutet aber nicht, gegenüber Unrecht zu schweigen. Die Schweiz muss weiterhin sagen dürfen, was richtig und was falsch ist und soll auch wirtschaftliche Sanktionen mittragen können. Wer das Völkerrecht verletzt und andere Länder angreift, begeht Unrecht. Das sollte die Schweiz auch künftig klar benennen können.

Neutralität heisst militärische Zurückhaltung, nicht moralische Gleichgültigkeit. Die Schweiz soll unabhängig bleiben, aber nicht sprachlos werden. Deshalb: Nein zur Neutralitätsinitiative.

Tanja Haller, GLP Oberwil




Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote