LESERBRIEFE
OKJA – Genus oder Sexus?

  08.10.2026 Therwil

Nach Stürmen aus den Elfenbeintürmen realitätsferner Weltverbesserinnen verwechseln bedauerlicherweise viele gutgläubige Menschen Genus und Sexus. Die Verwendung von Genderzeichen hat im regulären Sprachgebrauch nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Im Gegenteil, sie sexualisieren Sprache und diskriminieren. Zudem entstehen grammatikalische Brüche und für fremdsprachige Personen werden Lesbarkeit und Verständlichkeit eingeschränkt. Die einzig korrekte Form der Ansprache, ausserhalb körperlichsexueller Gegebenheiten, ist der Genus. Es sei denn, Sie wollen explizit den Sexus, den biologischen Körper (männlich, weiblich, hermaphrodit), ansprechen. Dies ist jedoch nur dann nötig, wenn im Rahmen von «gemeinsamen, körperlichen Aktivitäten» Präferenzen definiert werden sollen oder müssen.

Lassen Sie es mich mit einem Zitat aus einem Schüleraufsatz verdeutlichen. «Als Elsa Lohengrin fragte, wessen Geschlechts er sei, konnte er es ihr nicht sagen». Viele Erwachsene lächeln, weil sie zunächst an den Sexus denken. Der Schüler wollte jedoch ausdrücken, dass sich die Frage Elsas auf die Herkunft Lohengrins, den Genus(!), bezog. Nachdem Elsa mit Lohengrin verheiratet war, dürfte ihr sein Sexus bekannt gewesen sein.

Die Verwendung von Genderzeichen bedeutet, dass man die Entwicklungen der deutschen Sprache nicht begriffen hat oder nicht begreifen will. Es sei denn, die Genderzeichen sind nötig, weil geplant ist, sexuelle Aktivitäten zu fördern. Dies dürfte die OKJA nicht vorhaben.

Ich plädiere dafür, sich beim gesamten Schriftverkehr in deutscher Sprache an die Vorgaben der «Gesellschaft für deutsche Sprache» und der Bundeskanzlei in Bern zu halten. Beide lehnen die Verwendung von Genderzeichen ab.

Martin Leidreiter, Oberwil




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