LESERBRIEFE
Primeo Energie – Gebühr für Papierrechnung
18.06.2026
Leimental
Mit Unverständnis habe ich zur Kenntnis genommen, dass Primeo Energie ab Juli 2026 eine Gebühr von CHF 0.90 pro Papierrechnung erhebt. Diesen Sachverhalt habe ich inzwischen direkt bei Primeo Energie beanstandet.
Als Unternehmen der Grundversorgung sollten essenzielle Versorgungsleistungen wie Strom und Wärme nicht durch zusätzliche Gebühren für grundlegende Serviceleistungen belastet werden. Besonders stossend finde ich die Begründung, Papierrechnungen würden «keinen echten Mehrwert» bieten. Für viele Menschen – insbesondere ältere Personen, weniger digital affine Personen oder solche, die ihre Finanzen bewusst in Papierform verwalten – stellt die Papierrechnung sehr wohl einen Mehrwert dar. Eine Rechnung auf Papier ist für zahlreiche Kundinnen und Kunden die einfachste, sicherste und nachvollziehbarste sowie alltagstaugliche Form der Abrechnung.
Kritisch sehe ich zudem die Art der Kommunikation. Die Information erfolgte offenbar nur über das Kundenmagazin sowie die Webseite, ohne eine direkte und persönliche Mitteilung an die betroffenen Kundinnen und Kunden. Dadurch ist der Eindruck entstanden, dass diese Änderung nur unzureichend transparent kommuniziert wurde.
Hinzu kommt die Befürchtung, dass die aktuell noch moderate Gebühr lediglich ein Einstieg ist und künftig weiter erhöht werden könnte. Damit würde die Wahlfreiheit zwischen digitaler und papierbasierter Rechnung zunehmend eingeschränkt.
Aus meiner Sicht sollte bei einem Versorger im Grundversorgungsbereich die Wahl der Rechnungsform ohne finanzielle Nachteile möglich bleiben.
Remo Sigrist, Biel-Benken
