Private und öffentliche Oasen
05.03.2026 BottmingenBauer Baumschulen gehört zu den führenden Unternehmen des Landes auf seinem Gebiet.
Mitten im Dorf ist die Bauer Baumschulen AG nicht gerade, weshalb sie einem oft nicht sofort in den Sinn kommt, wenn es darum geht, die grössten Betriebe Bottmingens aufzuzählen. Ist man allerdings mal an der Talholzstrasse 35 angekommen, wird einem die Grösse erst richtig bewusst. «Auf alle drei Standorte verteilt sind es zwischen 13 und 15 Hektar», verrät Theo Bauer. Der Inhaber, der zusammen mit seinem Bruder Jan das Familienunternehmen führt, erwähnt auch Reinach und Möhlin, doch der Hauptsitz ist in Bottmingen. «Wir haben ein gutes Verhältnis zur Gemeinde und fühlen uns sehr wohl hier.»
Knapp fünf Dutzend Menschen sind bei Bauer Baumschulen – der Begriff Baumschule leitet sich von «Aufschulen», dem Anpflanzen von Bäumen in Reihen ab – angestellt, der Betrieb bildet auch Lehrlinge (Gärtner EFZ, Fachrichtung Produktion) aus. «Das ist uns wichtig», betont Theo Bauer, der zudem klarstellt, «dass wir kein Gartencenter sind». Weniger als zehn Prozent der Bauer-Kunden sind Privatpersonen, man richtet sich vorwiegend an Landschaftsgärtner und Gemeinden, die Pflanzen für den Aussenbereich benötigen. Die Abnehmer sind vorwiegend in der Nordwestschweiz beheimatet. «Wir tun Umwelt und Natur Gutes, wenn wir lokal produzieren und verkaufen», hält der gebürtige Binninger fest.
Von kleinen Pflanzen bis hin zu meterhohen Bäumen gibt es bei Bauer praktisch alles, was das Herz begehrt, wobei der Trend klar in Richtung einheimische Pflanzen geht. «Insgesamt produzieren wir über eine Million Pflanzen pro Jahr selber an unseren Standorten», nennt der Geschäftsführer eindrucksvolle Zahlen.
Die grünen Begleiter werden bei Bauer Baumschulen von klein auf ihrem Weg begleitet. Als «Kinderstube» bezeichnet Theo Bauer liebevoll das Gewächshaus mit über 100'000 Pflanzen. Bis zu acht Jahre kann es dauern, ehe eine Pflanze zum Endkunden gelangt. Wenn das dann nach so einer langen Zeit der Fall ist, berührt das auch den Inhaber: «Da kommen einige Emotionen und Gefühle in mir hoch. Ich freue mich, wenn eine Pflanze an ihren neuen Standort darf.»
Man nimmt dem 37-Jährigen diese Worte ab, denn die Leidenschaft für seinen Beruf ist ihm in jeder Sekunde des Gesprächs mit dem BiBo anzumerken. In seiner Stimme schwingt stets ein Hauch von Enthusiasmus mit, oftmals benutzt er auch die Hände, um seinen Worten Nachdruck verleihen. Beispielsweise, wenn er aufzählt, welche drei Dinge Bauer Baumschulen besonders wichtig sind: Nachhaltigkeit, in der Schweiz zu produzieren («obwohl wir mit ausländischen Betrieben konkurrieren …») und moderne Technik einzusetzen, um konkurrenzfähig zu produzieren. «Wir haben tolle eigene Applikationen», sagt Theo Bauer und zeigt auf seinem Smartphone ein Beispiel, bei dem man visualisieren kann, wie eine bestimmte Pflanze an einem bestimmten Ort aussehen würde. «Unsere Vision ist es, die Welt zu einem ganz klein wenig besseren Ort zu machen», sagt Theo Bauer, für den die Begrünung von öffentlichen Orten und privaten Gärten einen wichtigen Zweck erfüllt. «Pflanzen und Bäume tragen dazu bei, damit man sich vom stressigen Alltag erholen kann.» Solche Oasen zu schaffen, darauf ist man bei Bauer Baumschulen schon seit Jahrzehnten spezialisiert, im Vorjahr wurden beispielsweise Heckenpflanzen rund 35 Kilometer Hecken geliefert.
Trotz ausländischer Konkurrenz und der Angst vor dem Japankäfer gehört das Bottminger Unternehmen weiterhin zu den führenden Baumschulen des Landes. Für Theo Bauer sind es aber vor allem die kleinen Dinge, die seinen Beruf so schön machen. «Wenn eine Person zu uns kommt und sich einen Baum aussucht, der dann in seinen Garten verpflanzt wird, empfinde ich eine grosse Freude. Es ist einfach schön zu beobachten, wie Menschen bei uns eine erste emotionale Bindung zu ihrer Pflanze herstellen.»
Alan Heckel




