Räbhübelfescht – wurde abgesagt!

  13.08.2026 Ettingen

Rudi Carell sang 1975: «Wann wirds mal endlich wieder Sommer ...». Jetzt haben wir den Sommer, aber sicher nicht so, wie er ihn sich vorgestellt hatte.

Alle zwei Jahre führte der Weinbauverein bisher sein Räbhübelfescht durch. Und jetzt musste es, weil es zu schön und zu heiss ist, abgesagt werden. Der kantonale Führungsstab verfügte über ein absolutes Feuerverbot ausserhalb des Siedlungsgebietes. Ausserdem dürfen keine Fahrzeuge auf Feldern und Wiesen abgestellt werden. Wie also sollte die ganze Infrastruktur in die Reben kommen? Ausserdem muss ein Sicherheitskonzept vorgelegt werden. Es müssten sogar Feuerwehrschläuche vorsorglich ausgelegt werden. Unser Forstwart, Tim Oberkirch, stufte zudem das Risiko für einen Gottesdienst im Wäldeli als zu hoch ein, weil bereits spontan Äste herunterfallen. All diese Szenarien bewogen den Vorstand des Weinbauvereins und das OK des Räbhübelfestes, an einer Sitzung am Dienstagabend bei strömendem Regen, das Fest abzusagen. Der Präsident Heinz Ruchti musste noch am selben Abend allen Rebbauern, dem Pfarrer, dem Kirchenchor, dem Musikverein und auch der Gemeindeverwaltung diesen Entscheid mitteilen. Der Weinbauverein entschuldigt sich bei allen Betroffenen und dankt allen, dass sie diesen Entscheid mittragen. Den festverwöhnten Ettingerinnen und Ettingern entgeht so ein toller Tag in den Reben.

Ein eher schwieriges Verhältnis haben die Rebbauern zum Veloweg. Die Rebstöcke sind schon seit je her bis fast an den Feldweg, welcher auch der Veloweg ist, gepflanzt. Zwischendurch müssen die Reben mit schwerem Gerät bearbeitet werden. Die Fahrerinnen und Fahrer der Traktoren sehen aber erst auf den Veloweg, wenn ihr Fahrzeug diesen schon fast überquert hat. So kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Während dieser Arbeit ist der Veloweg mit Warntafeln beschildert. Bitte beachtet diese Schilder und fahrt ein wenig vorsichtiger daran vorbei. Der Weinbauverein dankt allen für die gegenseitige Rücksichtnahme.

Jetzt wieder zurück zum Wein und zu den Reben. Heinz Ruchti, seit zehn Jahren Präsident des Weinbauvereins, meint, wenn nichts Ausserordentliches geschieht, scheint es ein guter Jahrgang zu werden. Mit Ausserordentlich meint er keinen Hagel und nicht über längere Zeit ununterbrochenen Regen. Dieses Jahr war es in den Monaten April und Mai nochmals ausserordentlich kalt, was den Rebstöcken jedoch nichts anhaben konnte. Die sommerliche Hitze führte dieses Jahr dazu, dass es weniger Pilzbefall (Mehltau) und dass es bisher auch weniger Schädlinge (Kirschessigfliegen) gibt. Der übermässige Hitzesommer kann die Rebe trotzdem auf Trab halten. Die hat zwar Wurzeln, die bis in die feuchten Regionen des Bodens gehen. Sie kann sich so genügend Wasser zum Überleben holen. Es kann aber sein, dass das Wasser schneller durch die Blätter verdunstet, als die Rebe hochpumpen kann. In diesem Fall reduziert sie die Blätter und lässt auch die Trauben nicht all zu gross werden. Rebstöcke, welche jünger als zehn Jahre sind, haben meist noch nicht so grosse Wurzeln und diesen Rebstöcken sieht man den Stress jetzt schon an.

Allgemein ist zu sagen, dass die Herbstlese dieses Jahr früher als auch schon beginnt, das heisst schon Ende September. In früheren Jahren begann die Herbstlese etwa Mitte Oktober und jetzt Jahr für Jahr etwas früher.

Brigitte + Werner Stöcklin


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