«So ein Training ist nichts für Lauchs …»

  13.03.2025 Bottmingen

Ruderin Laura Villiger stattete Midnight Sports im Spiegelfeld einen Besuch ab.

Die Ersten kommen an diesem Samstag gegen 19.30 Uhr, tragen sich ein und holen sich bei Projektleiter Mensur Sulejmani oder bei einem der Coaches einen Ball ab. Zwei Mädchen spielen sich einen Volleyball zu, während eine Handvoll Jungs mit einem Basketball hantiert. So ist es eigentlich immer bei Midnight Sports, das Jugendlichen kostenlos Raum für Bewegung und Begegnung bietet. Midnight Sports Binningen-Bottmingen öffnet deshalb jeden Samstagabend die Sporthalle Spiegelfeld.

Dieses Mal läuft der Abend allerdings ein wenig anders, denn Laura Villiger hat sich angekündigt, um ein Training zu leiten. Die Ruderin tut dies im Rahmen des «Sportheldinnen»-Monats März, in dem die Stiftung Idée Sport den Frauen und Mädchensport in den Fokus rückt. Dass Villiger als Vorbild und Sportheldin eine gute Wahl ist, steht ausser Frage. Sie ist Schweizer Meisterin im Doppelzweier und Doppelvierer und blick auf U23-WM- und EM-Teilnahmen im Vorjahr zurück. Zudem kennt sie sich im Spielfeld bestens aus. «Das war früher auch mal meine Turnhalle», lacht die Binningerin.

Ihren Sport hat die 21-Jährige allerdings nicht im Birsig gelernt, sondern im Rhein bei Grenzach, wo sie einst beim Basler Ruderclub ihre ersten Versuche machte. Villiger hat übrigens Verstärkung dabei. Tilman Rodewald, Head Coach Jugendsport beim Ruderclub Blauweiss Basel, hat ebenfalls den Weg nach Binningen mitgemacht.

Das Ganze gestaltet sich nicht so einfach, denn von den rund zwei Dutzend anwesenden Teenagern sind die meisten männlich, entsprechend pubertär ist ihr Verhalten. «Ihr sollt zuhören und ruhig sein», mahnt Mensur Sulejmani, doch seine Worte haben eine geringe Halbwertszeit, der Lärmpegel bleibt ziemlich hoch.

«Kennt ihr Rudern? Sagt euch das Basel Head etwas?», lauten Laura Villigers Einstiegsfragen. Dann erzählt sie ein wenig über sich und sagt was ihr am Rudern gefällt: «Es ist als Einzel- und Teamsport cool!» Es folgt eine weitere Frage an die Jugendlichen: «Was glaubt ihr, braucht man, um schnell zu rudern?» Die Antworten Kraft, Technik, Ausdauer und Beweglichkeit kommen schliesslich zusammen, doch was niemand der Anwesenden wusste, ist, dass der Grossteil der Beschleunigung aus den Beinen kommt.

Anspruchsvolle Übungen
Villiger und Rodewald zeigen auf ihren Laptops noch ein paar Rudersequenzen, dann geht es mit dem Training los. Dieses ist in zwei Etappen aufgeteilt. Die erste widmet sich der Beweglichkeit, während die zweite ein aus vier Posten bestehender Parcours ist, bei dem Kraft und Ausdauer im Zentrum stehen. «So ein Training ist nichts für Lauchs, aber ich bin sicher, ihr schafft das», ruft Tilman Rodewald in die Runde.

Diejenigen, die in der Folge richtig mitmachen, merken schnell, dass die Übungen, die Laura Villiger in der Folge vormacht, anspruchsvoller sind, als sie aussehen. Auch wenn die Ruderin nur einen Teil ihres Trainingsrepertoires präsentiert, wird allen in der Turnhalle bewusst, dass es eine Menge Fleiss und Disziplin braucht, um es in diesem Sport an die nationale Spitze zu schaffen.

Das ist so etwas wie die Lektion des Abends. Wie viel davon den Jugendlichen geblieben ist, wissen nur sie selbst, und sie widmen sich noch eine Stunde lang Ballsportarten. Diese werden nächsten Samstag, 15. März, das Thema sein, wenn mit Antonia Baass die nächste Sportheldin bei Midnight Sports Binningen-Bottmingen vorbeischaut. Die 24-jährige Flügelspielerin des FC Basel führt mit ihrem Verein derzeit die Tabelle in der Women’s Super League an.

Alan Heckel


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