Solaranlagen der Gugger-Sunne
12.03.2026 EttingenAm 30. Januar übergab die Solar - genossenschaft Gugger-Sunne ihre gesamten Anlagen ohne Wenn und Aber der Einwohner- und Kirchgemeinde Ettingen.
«Wir vom Vorstand der Solargenossenschaft Gugger-Sunne freuen uns, Ihnen heute alle Solaranlagen auf Gebäuden der Gemeinde offiziell übergeben zu können.» Mit diesen Worten übergab Hans Weber, Gründer und Präsident der Solargenossenschaft Gugger-Sunne, der Gemeindepräsidentin Sibylle Muntwiler und gleichzeitig der Kirchgemeindepräsidentin Judith Stöcklin symbolisch einen Schlüssel aus Brot.
Vor 13 Jahren hat die Gugger-Sunne auf dem Dach der röm.-kath. Kirche eine 60 kWp-PV.Anlage in Betrieb genommen, welche mit dem heutigen Tag an die Kirchgemeinde übergegangen ist. Seit 2019 läuft diese Anlage auf Eigenverbrauch. Judith Stöcklin bedankte sich bei Hans Weber für diese Schenkung und für das gegenseitige Vertrauen während all der Jahre seit der Planung bis heute. Sie versprach weiterhin sorgsam und zukunftsorientiert mit der Anlage umzugehen.
Alle anderen Solaranlagen befinden sich auf Gebäuden, welche der Gemeinde Ettingen gehören, also auf den Dächern der Schulhäuser, Kindergärten und auf dem Dach des Werkhofes. Sicher sind nicht allen Leserinnen und Lesern die verschiedenen Masseinheiten der Solarenergie geläufig und deshalb eine kleine Erklärung. kWp (Kilowattpeak) gibt die Maximalleistung einer Fotovoltaikanlage bei Optimalbedingungen an, d. h. wenn bei uns jeden Tag die Sonne scheinen würde. Der Wert kWh (Kilowattstunde) zeigt dann den effektiv erzielten Wert an.
In der Dankesrede von Sibylle Muntwiler erfuhr man, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Im Sommer 1990 gelangte Hans Weber an den Gemeinderat, mit der Bitte, im Rahmen der Aktion SOLAR 91 eine Fotovoltaikanlage in Ettingen zu realisieren. In diesem Jahr erfuhr man auch von der Planung einer grossen Höchstspannungsleitung vom Frohloo zum KKW Fessenheim. Die geplante Linienführung ging 30 m neben dem Siedlungsgebiet Eigen vorbei. An der Gemeindeversammlung vom 31. Oktober 1990 erhielt der Gemeinderat den Auftrag, sich mit allen legalen Mitteln gegen diese Höchstspannungsleitung zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig beschloss die Versammlung, eine 10 kWp-Solaranlage im Rahmen der Aktion SO-LAR 91 zu realisieren. Man wollte sich nicht nur gegen die Höchstspannungsleitung wehren, sondern auch einen Beitrag dazu leisten, dass in Zukunft derartige Leitungen nicht mehr nötig sind. Aufgrund dieser Ausgangslage gründete Hans Weber eine Solargenossenschaft. Die Aktivitäten der Solargenossenschaft Ettingen wurde 1996 mit dem Schweiz. Solarpreis für Gemeinden belohnt, überreicht durch den ehemaligen Bundesrat Moritz Leuenberger.
Vor einem Jahr beschloss die Solargenossenschaft, sich aufzulösen. Es braucht die Pionierarbeiten, welche die Gugger-Sunne über 30 Jahre geleistet hat, nicht mehr. Solarstromanlagen kennen in der Zwischenzeit alle und sie sind eine öffentliche Aufgabe geworden.
Die 6 Anlagen auf den Schulhäusern und dem Werkhof produzieren pro Jahr etwa 200’000 kWh Solarstrom. Alle Gebäude der Gemeinden (ohne die Strassenbeleuchtung) verbrauchen etwa 400’000 kWh. In den entsprechenden Gebäuden wurden im letzten Jahr aber nur 65’000 kWh direkt verbraucht. Dies ist der sog. Eigenverbrauch, der überschüssigen Solarstrom wurde, oder vielmehr musste, bisher ins normale Stromnetz eingespeist werden.
Mit einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch konnten seit 2018 nur Solaranlagen am gleichen Zähler für den Eigenbedarf genutzt werden. Diese Möglichkeit wird seither für alle Anlagen genutzt.
Seit diesem Jahr ist zudem die Bildung einer «Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG)» möglich: Die lokal erzeugte Elektrizität kann über das öffentliche Netz innerhalb eines Quartiers oder auch einer Gemeinde vermarktet werden. Für die Netznutzung fällt eine reduzierte Gebühr an.
Die Gemeindepräsidentin Sibylle Muntwiler bedankte sich für die ausführlichen Darstellungen der Anlagen, welche für die Gemeinde Ettingen von unschätzbarem Wert sind. In Zukunft wird sich die Bauabteilung, welche bestens eingeführt wurde, um den Unterhalt und die Werterhaltung der Anlagen kümmern.
Brigitte und Werner Stöcklin




