Sommerabend mit Blechmusik

  18.06.2026 Therwil

Am 13. Juni spielten die Musikgesellschaft Concordia Therwil und die Musikvereine Ettingen und Oberwil zusammen mit dem Nachwuchs der Musikschule Leimental verstärkt auf dem Wehrlinplatz.

Eine mit «Kollekte» angeschriebene Tuba stand bei der Treppe hinunter zur Wehrlinhalle. Die Festbänke und -tische waren bereits gut gefüllt, als um 18 Uhr an diesem wunderschönen Samstagabend der Nachwuchs der Musikschule das Konzert eröffnete. Weil das Schulhaus in Ettingen saniert wird, musste der Musikverein Ettingen ausweichen. So entstand die Idee, mit der Musikgesellschaft Concordia Therwil und dem Musikverein Oberwil ein Konzert auf dem oberen Wehrlinplatz in Oberwil zu geben. Der Musikverein Oberwil musste nach der Sprengung des Bankomaten auf ein anderes Probelokal ausweichen.

Die drei Vereine arbeiten seit Jahren im Musikschulbereich bei der Förderung junger Musizierender zusammen. Die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Leimental werden in die Kategorien «Frühstarter», «Durchstarter» und «Überflieger» eingeteilt. Bei den ersten zwei Niveaus sind die Kinder zwei Jahre lang, während bei Letzteren die grösseren Kinder während zwei bis drei Jahren auf den Weg zu den grossen Vereinen gebracht werden. Apropos Nachwuchs für die grossen Vereine: Im Gespräch betonten verschiedene Vereinsverantwortliche, wie schwer es mittlerweile geworden sei, genügend neue Musikerinnen und Musiker für die Ensembles zu gewinnen. Die Stadtnähe und das gestiegene Angebot an Freizeitmöglichkeiten machen den Vereinen die Suche schwer.

Drei Musikschulensembles
Die Kinder spielten der Reihe nach, angefangen bei den Kleinsten. Obwohl einige von ihnen noch Minuten vor Konzertbeginn bei ihren Eltern sassen und in Noten blätterten, war von Nervosität nicht viel zu spüren. Der Dirigent der Musikschule Leimental, José Martin Blanco, bestätigte im Gespräch mit dem BiBo: «Unsere kleinsten Schülerinnen und Schüler sind gar nicht so nervös vor den Auftritten. Sie spielen in der Gruppe und wissen, wenn ein Ton nicht so genau sitzt, ist das nicht so schlimm.» Die Nervosität komme meist erst mit dem Alter, wenn die Konzerte und Stücke komplexer würden. «Darum ist es wichtig, dass sie möglichst früh möglichst viel Auftrittsroutine bekommen.»

Um 19 Uhr spielten die Musikvereine. Sie wurden von Remo Schnyder und Jörg Rudolf dirigiert. Zu hören gab es Musik aus den letzten dreissig Jahren und am Ende des Abends kamen die Bläserbands der Musikschule Leimental hinzu für ein Abba-Medley. Immer wieder wandte sich Claudia Meury zwischen den Stücken ans Publikum. Meury spielte während Jahren in der Musik Ettingen und macht jetzt noch die Moderationen des Konzerts. Leider war der Verstärker, über den ihr Mikrofon lief, viel zu klein, sodass es teilweise schwer war, zu verstehen, was sie in ihren Moderationen sagte. Ein Interview während einer der Darbietungen schaffte Abhilfe.

Gleich vier Perkussionisten machten mit
Im Vorfeld am meisten gespannt war Meury auf das erste von den Musikvereinen gespielte Lied – «The Code» von Nemo. «Was Nemo am European Song Contest vor zwei Jahren geboten hat, sprengt die Vorstellungskraft», schwärmte sie. «So ein unglaublich tolles Lied, perfekt gesungen und gerappt, von ganz tief unten bis in die Kopfstimme, und das von einem Sopran!» Auch dass gleich vier Perkussionisten das Ensemble verstärkten, trug viel zu ihrer Begeisterung und zur umwerfenden Wirkung dieses Stücks bei.

Weitere gespielte Stücke waren der James-Bond-Song «Skyfall» von Adele und «The Force Awakens» aus dem «Star Wars»-Soundtrack von John Williams. Während es sich dabei um den Soundtrack aus einem in ferner Zukunft spielenden Film handelte, war «Barbie Girl» der dänisch-norwegischen Eurodance-Band Aqua eine Erinnerung an die lange zurückliegende Zeit der 1990er. Der Barbie-Puppen-Hersteller verklagte die Band in einem ersten Schritt, nur um später dasselbe Lied mit einem angepassten Text zu Werbezwecken zu verwenden. So gab es dank Meurys Moderationen auch allerlei Popwissen zu erfahren. Passend zur WM-Partie zwischen Katar und der Schweiz wurde ausserdem die Stadionhymne «An Tagen wie diesen» von den Toten Hosen gespielt. So war musikalisch gesehen von der fernen Vergangenheit über die Gegenwart bis in die sehr nahe und in die sehr weit entfernte Zukunft für alle etwas zu hören an diesem kurzweiligen Sommerabend. Gregor Szyndler


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