«Therwil ist geprägt und lebt von den Vereinen»
30.04.2026 TherwilDie Dachorganisation «d’Verein vo Därwil» kümmert sich seit 1949 um die Interessen der Ortsvereine. Nach sechs Jahren im Amt tritt Präsident Simon Feigenwinter zurück, um Raum für neue Impulse zu schaffen.
Therwil verfügt über eine aussergewöhnlich aktive und vielfältige Vereinslandschaft. Sport, Musik und Kultur – überall engagieren sich Menschen mit Herzblut. «Therwil ist geprägt und lebt von den Vereinen», sagt Simon Feigenwinter, Präsident der Dachorganisation «d’Verein vo Därwil». Was viele Vereine immer mehr spüren, trifft nun auch auf die Dachorganisation zu: Das Besetzen von ehrenamtlichen Ämtern wird immer schwieriger, weil sich weniger Menschen gesellschaftlich verpflichten möchten. Doch ohne das Engagement von Freiwilligen funktionieren Vereine, die Durchführung von Anlässen und allgemein das aktive Dorfleben nicht.
Simon Feigenwinter ist einer, der auf verschiedenen Ebenen für ein aktives Miteinander in Vereinen und im Dorf engagiert ist. Nach sechs Jahren als Präsident von «d’Verein vo Därwil» tritt er an der kommenden Generalversammlung im Oktober von seinem Amt zurück. «Es ist ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel. Ich habe das Amt sehr gerne ausgeübt und freue mich, wenn jemand Neues eigene Ideen einbringen kann.» Feigen winter hat an der Generalversammlung im Beisein der Vereinsvertreterinnen und -vertreter im Herbst 2025 seinen Rücktritt erstmals öffentlich angekündigt. Die Suche nach einer Nachfolge läuft. Simon Feigenwinter sieht den Wechsel als eine Chance für jemanden, der Freude daran hat, das Vereinsleben in Therwil aktiv mitzugestalten. «Man sollte gerne mit Menschen zusammen sein und Interesse am Dorfleben von Therwil haben», beschreibt der 37-Jährige das simple Anforderungsprofil. Vorerfahrung in einem Verein sei hilfreich, aber keineswegs zwingend. Viel wichtiger sei ein Gespür für die Bedürfnisse der Vereine.
Am Puls des Dorflebens
Der Vorstand von «d’Verein vo Därwil» umfasst neben Simon Feigenwinter Marisa Imboden, Christine Brodbeck und Raphael Hasenböler. Das Team arbeitet und funktioniert hervorragend zusammen. Da die drei verbleibenden Vorstandsmitglieder bereits in mehreren Vereinen engagiert sind, wünschen sie sich eine zusätzliche Person, die das Präsidium übernimmt.
Die Dachorganisation mit ihren aktuell 43 Mitgliedervereinen leistet seit deren Gründung 1949 wichtige Arbeit. Die Mitgliederzahl ist konstant. Bis 2018 hiess die Dachorganisation «Vereinskartell Therwil». Im Gleichschritt mit der Statutenänderung und der neuen Ausrichtung wurde der Name 2018 angepasst.
Gemäss Statuten koordiniert die Dachorganisation kulturelle und sportliche Anlässe, fördert das Vereinsleben und vertritt die gemeinsamen Anliegen der Vereine gegenüber der Gemeinde. Zudem fungiert sie als Schnittstelle zwischen den Vereinen. Um den Vereinen und ihren Aktivitäten noch mehr Sichtbarkeit zu ermöglichen, hat Marisa Imboden für «d’Verein vo Därwil» eine neue Instagram-Seite eingerichtet, um darauf auf Anlässe hinzuweisen.
Stark nachgefragte Infrastruktur
Die Therwiler Vereinslandschaft ist geprägt von einem starken Miteinander. Die Vereine unterstützen sich gegenseitig, tauschen sich aus und tragen gemeinsam zu einem lebendigen Dorfleben bei. Auch das Zusammenspiel zwischen den Vereinen und der Gemeinde funktioniere gut und basiere auf gegenseitiger Wertschätzung, betont der abtretende Präsident von «d’Verein vo Därwil» Simon Feigenwinter. «Ich spüre eine gros se Anerkennung für die Leistungen der Vereine für Therwil.» Als positives Beispiel nennt Marisa Imboden den öffentlichen Partizipationsanlass der Gemeinde zur Kultur-, Sport- und Freizeitförderung im vergangenen Herbst. Vereinsvertreterinnen und -vertreter konnten dort ihre Anliegen einbringen.
Zu den am meisten diskutierten Themen gehört die Infrastruktur. Gerade die Mehrzweckhalle beim Bahnhöfli ist für Veranstaltungen gefragt. Seit die Gemeinde das digitale Raumreservationssystem eingeführt hat, sind die Abläufe gemäss Simon Feigenwinter und Marisa Imboden für alle Beteiligten einfacher geworden.
Bereitschaft zur Mithilfe nimmt ab
Das Mitspracherecht von «d’Verein vo Därwil» in Fachkommissionen und Steuerungsgruppen zu einzelnen Themen und Projekten ist in der Therwiler Politik fest verankert. Für die Unterstützung der Gemeinde in Sachen Infrastruktur und Subventionen wird von den Vereinen im Gegenzug eine aktive Unterstützung des Dorflebens, im Speziellen von Anlässen erwartet. Dafür braucht es Freiwillige – bei den Vereinen und der Dachorganisation «d’Verein vo Därwil».
Tobias Gfeller

