SICHERHEIT AUF DEM SCHULWEG
Warum Routine am Steuer Kinder gefährden kann

  06.08.2026 Forum

Zum Schulanfang sind wieder viele Kinder im Strassenverkehr unterwegs. Die meisten Autofahrenden wissen, dass sie in ihrer Nähe besonders vorsichtig sein müssen – handeln im Alltag aber nicht immer danach. Die Fahrroutine lässt Aufmerksamkeit und Bremsbereitschaft sinken. Diese Lücke zwischen Wissen und Verhalten kann für Schulkinder gefährlich werden. Die BFU empfiehlt deshalb einfache Wenn-dann-Vorsätze, um den inneren «Autopiloten» bewusst zu durchbrechen.

«Niemand möchte ein Kind gefährden. Trotzdem kommt es vor, dass man in Gedanken woanders ist und nicht rechtzeitig bremsen kann», sagt Andrea Uhr, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der BFU, zum Thema. «Ein wichtiger Faktor hierfür ist das gewohnheitsmässige Fahren auf dem innerem ‹Autopiloten›.»

Wie ernst dieses Risiko ist, zeigen die Unfallzahlen: Jedes Jahr verunfallen im Schweizer Strassenverkehr über 700 Kinder bis 14 Jahre zu Fuss, mit dem Trottinett oder dem Velo. Rund 40 % dieser Unfälle passieren auf dem Schulweg.

Wenn-dann-Vorsätze
Wissen allein genügt nicht, um eingespielte Fahrgewohnheiten zu durchbrechen. Aus der Verhaltenspsychologie ist bekannt, dass sogenannte Wenn-dann-Vorsätze helfen, Routinen gezielt zu durchbrechen. Wer konkrete Situationen in Gedanken immer wieder durchspielt, reagiert im Alltag häufiger richtig:
• Wenn ich Kinder am Strassenrand sehe, dann fahre ich langsamer und bin bremsbereit.
• Wenn ein Kind über den Fussgängerstreifen gehen möchte, dann halte ich ganz an.
• Wenn ich eine Schule oder einen Kindergarten passiere, dann rechne ich immer damit, dass Kinder unvermittelt hinter Sichthindernissen auf die Strasse treten könnten.
• Wenn ein Kind in meiner Nähe auf dem Velo unterwegs ist, dann halte ich grosszügig Abstand.




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