Was einfach zum Dorf gehört
22.10.2026Bottmingen saniert sein «Statiönli», Therwil plant Wohnraum für alle Generationen, in Oberwil hat Dreilinden eine neue Leiterin und Ettingen trotzt am Guggermärt dem Regen. Vier Geschichten, die zeigen, was zu einem Dorf einfach dazugehört.
«Man begegnet und kennt sich», sagt Sabine Waldner über ihre ersten Wochen als neue Leiterin von Dreilinden in Oberwil. Was ihr dort aufgefallen ist, zieht sich durch die ganze Ausgabe: Ein Dorf lebt von Orten, an denen man sich trifft und von Menschen, die dafür sorgen, dass es diese Orte gibt.
In Bottmingen ist ein solcher Ort das «Statiönli». Das Restaurant zur Station steht seit 1887 am MiBo-Platz und gehört seit 1991 der Gemeinde. Der Gemeinderat hat sich auch einen Verkauf überlegt, sich dann aber dagegen entschieden. Wer das Haus besitzt, kann mitbestimmen, was im Dorfkern geschieht. Die Gemeindeversammlung sah es gleich und bewilligte die Sanierung einstimmig.
Einstimmig war auch der Entscheid in Therwil. Auf dem Areal «Bei der Linde» sollen bis zu 60 Wohnungen entstehen, bewusst gemischt, damit Platz für alle Generationen bleibt. Das Thema Wohnen im Alter wird das Dorf noch weiter beschäftigen: Im März kommt die Revision des Zonenplans vor die Gemeindeversammlung und dann dürfte auch das Seniorenwohnen zur Sprache kommen.
Wie wichtig Nähe gerade im Alter ist, zeigt das Gespräch mit Sabine Waldner. Viele Mitarbeitende von Dreilinden sind seit Jahren dabei und tragen, wie sie sagt, «ein Stück Geschichte des Hauses mit sich». Für zahlreiche Menschen in der Region ist Dreilinden seit Langem ein vertrauter Ort. Die neue Leiterin kennt Oberwil übrigens selbst: Sie hat sieben Jahre hier gewohnt.
Und dann ist da Ettingen. Nach dem langen, trockenen Sommer kam der Regen ausgerechnet am Guggermärt. Die Kundschaft blieb weitgehend aus, die Standbetreibenden harrten unter ihren Planen aus. Die Märtbeiz der Fasnachtscliquen war trotzdem voll und am Stand der Gemeinde gab es heisse Kürbissuppe. «Der gehört einfach zu Ettingen dazu», sagt Miranda Gorrengourt, die den Märt 2010 mitgegründet hat. Die Stände sind ausgebucht und für die Märtbeiz haben sich bereits Betreiber für 2027 gemeldet.
Ein Restaurant, ein Wohnquartier, ein Pflegeheim und ein Markt im Regen: Auf den ersten Blick haben die vier Geschichten wenig gemeinsam. Und doch geht es überall um dasselbe: um Orte, die einfach zum Dorf dazugehören und um Menschen, die dafür sorgen, dass das so bleibt. Mehr dazu lesen Sie auf den folgenden Seiten.
Viel Spass beim Lesen!
Stephan Rüdisühli

