Wo Pop-Art feixt und Banksy zwinkert
27.08.2026 OberwilAm 15. August fand bei Purnest an der Mühlemattstrasse 22 in Oberwil die Vernissage der sehenswerten Ausstellung von Yannick Brem («Cubrix») statt.
Die farbenfrohen Werke von Cubrix setzen im stilvollen Ambiente von Purnest besondere Akzente und schaffen eine inspirierende Verbindung zwischen Kunst und exklusiver Wohnkultur. Noch bis Dezember sind Kunstwerke bei Purnest zu sehen. Die Vernissage bot den Gästen eine besondere Erfahrung: Eine ausgewählte regionale Weindegustation und feine Häppchen verwöhnten den Gaumen, während ein Pianist mit stimmungsvollen Klängen für die akustische Begleitung sorgte. Es entstand ein harmonisches Zusammenspiel aus Genuss, Musik und Kunst, dies in den Räumlichkeiten der Purnest-Matratzenmanufaktur, die für Qualität, Handwerkskunst und Komfort steht. Der Besuch wurde zu einem hochwertigen Freizeiterlebnis. Im Jahr 2022 stellte der schweizerisch-französische Doppelbürger Yannick Brem erstmals in der Schweiz aus. Bei Purnest, einem Kompetenzzentrum für Matratzen, wurde man auf den Künstler aus Besan- çon aufmerksam, der sich Cubrix nennt.
Amüsant, brisant und provokant
Brem studierte drei Jahre bildende Künste und wurde danach Lehrer. Künstlerisch wandte er sich nach einem Versuch impressionistischer Malerei der zeitgenössischen Kunst zu, insbesondere der Pop-Art und Street Art. Pop-Art bedeutete ursprünglich «popular art» (volkstümliche Kunst). Man könnte bei Cubrix von Post-Pop-Art sprechen, da er wie in der Postmoderne Elemente der Moderne zitiert und lustvoll neu zusammensetzt. Auf Cubrix’ bunten Collagen finden sich immer wieder Zitate von Andy Warhol, Keith Haring, Jean-Michel Basquiat, René Magritte, Salvador Dalí und vor allem Banksy, dessen Motive er auf humorvolle Weise in seine Bilder schmuggelt. Cubrix unterscheidet selbst zwischen seinen Pop-Art-Collagen und den sogenannten «Doodles». Charakteristisch für die von Einzelbildern nur fast so explodierenden Collagen ist die Vermischung von Hochkunst und Alltagskultur. Da findet sich etwa Leonardo da Vincis «Mona Lisa» neben den «Tomato Soup»-Dosen von Warhol, da winkt Popeye neben einem Foto von Charlie Chaplin. Diese überraschenden Kombinationen haben etwas Anarchisches und Subversives an sich. Cubrix schafft ein Welttheater aus Fragmenten der Bilderflut, die uns täglich umgibt. Werbung, Comics und Erotisches verschmelzen zu einem Ganzen, das oft erst auf den zweiten Blick seine Hintergründigkeit freigibt. Teilweise sind Cubrix’ Werke auch provokant, etwa wenn drei Frauengesichter mit bunten Binden verbunden sind, auf denen «Life» steht, umgeben von Logos von Pepsi, auf denen nun aber «Penis» zu lesen ist. Wenn Cubrix Banksy zitiert, gelingen ihm immer wieder witzige Kontrafakturen und Neuinterpretationen. Cubrix, der sich selbst schon als «etwas verrückt» bezeichnet hat, provoziert mit einigen Bildern und stösst bei religiös sensiblen Menschen auch auf Ablehnung.
Arbeitsstunden wären unbezahlbar
Neben den Pop-Art-Werken präsentiert Cubrix auch «Doodles». Ein Doodle ist eine spontane, spielerische Kritzelei, die sich aus dem Augenblick ergibt. In diesen Wimmelbildern kommen oft comicartige Figuren oder Gesichter sowie Gegenstände vor. Manchmal gibt es Umrisslinien. Der Doodle ist mehr als ein einfaches Gekritzel, wie man es etwa bei Cy Twombly findet; er ist strukturierter, und die spielerische Bilderfülle schafft beim Betrachten eine gewisse Beruhigung. Ab und zu lässt sich Cubrix auch vom amerikanischen Pop-Art-Künstler James Rizzi inspirieren, einem Bruder im Geiste, könnte man sagen. Angesichts der Sorgfalt und des Zeitaufwands für die Werke sind deren Preise als moderat zu bezeichnen. Thomas Brunnschweiler



