Zweitägiges Abenteuer als Jubiläumsauftakt
11.06.2026 BottmingenDie Zeltnacht vom vergangenen Wochenende in der Badi Bottmingen war ein grosser Erfolg. Die Pfadi Sunnebärg sorgte für ein abwechslungsreiches Kinderprogramm.
Kurz vor 17 Uhr bereiten sich alle schon fleissig auf das bevorstehende Abenteuer vor: eine Zeltnacht im Gartenbad Bottmingen. Zelte werden aufgespannt, Heringe in den Boden eingeschlagen, Schlafsäcke ausgerollt. Der Platz rechts neben dem runden Becken füllt sich schnell: Einige machen es sich gemütlich, legen sich ins Gras und geniessen die Sonnenstrahlen. Andere springen ins Wasser, das mit 23 Grad ungefähr gleich warm ist wie die Luft.
Die Zeltnacht fand vergangenes Wochenende anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums des Gartenbads Bottmingen statt. Eröffnet wurde dieses im Mai 1956, die Initiative ist auf den damaligen Bottminger Gemeindepräsidenten Willi Botomino zurückzuführen. Trägergemeinden waren zu Beginn Bottmingen, Binningen und Oberwil; 2020 kamen Therwil und Biel-Benken dazu. «Es ist eine gute Idee, dass man so ein Projekt breit abstützt – auch, um die Kosten zu verteilen», sagt der zuständige Gemeinderat Ernst Bringold, der am Samstag ebenfalls vor Ort ist.
Bringold ist seit 18 Jahren Gemeinderat, in Bottmingen aufgewachsen, und, wie er sagt, «vier Jahre älter als das Bad». Er sei in diesem Schwimmbad grossgeworden und erinnere sich an diverse Ereignisse: zum Beispiel, dass einmal die Sanität auf der Brücke stecken blieb, oder dass man früher in der Nacht übers Schloss in die Badi kletterte und dort badete – was eine Zeit lang «toleriert wurde», solange man anständig gewesen sei und keinen Lärm gemacht habe.
Der Erfolg des Gartenbads wuchs kontinuierlich. Gestartet mit 40’000 Besuchen jährlich, stieg die Zahl 1973 auf über 165’000. Mittlerweile verzeichnet die Badi Bottmingen knapp 100’000 Eintritte pro Jahr. Fürs Jubiläum sei es der Gemeinde wichtig gewesen, ein Programm zusammenzustellen, das der Bevölkerung etwas biete. Es habe auch andere Ideen gegeben, die aber verworfen worden seien, erklärt Bringold – zum Beispiel eine Woche lang den Eintritt zum Preis von vor 70 Jahren anzubieten. Organisiert hat die Gemeinde schliesslich ein vielfältiges Jubiläumsprogramm, dessen Auftakt am Wochenende die Zeltnacht war. Weitere Programmpunkte sind die Wasserspiele und die Clownshow vom 24. bis zum 26. Juli nachmittags, das Nachtschwimmen mit DJ Putney am 15. August und das Blechbläserkonzert der Musikschule Binningen-Bottmingen am 21. August.
Zeltnacht war ausverkauft
Dass die Organisatoren mit der Idee einer Zeltnacht offene Türen eingerannt sind, zeigt sich am Erfolg des Anlasses. Die Zeltnacht war innert kürzester Zeit ausverkauft; 150 Besucherinnen und Besucher hatten sich angemeldet. Das freut auch Bademeister und Gartenbadleiter Stefan Klarer: «Es ist schön, dass wir Familien in Bottmingen so etwas bieten können.» Die Vorbereitungen hätten rund eine Woche gedauert. Zwei Bademeister übernachteten am Samstagabend in der Badi, zusätzlich wurde der Sicherheitsdienst mit zwei Nachtwächtern aufgeboten.
Während Stefan Klarer die Wasserbecken im Blick behält, frittiert sein Namensvetter Stefan Suter, der seit dieser Saison für die Beiz zuständig ist, gerade eine Portion Pommes. «Wir haben gut gestartet, aber das Pfingstwochenende war wirklich sehr streng», zieht er ein erstes Fazit. Das Abschätzen der Menge des Materials sei teils noch eine Herausforderung; auch jetzt an der Zeltnacht wisse er nicht, wie viele effektiv ins Restaurant kämen, zumal am Abend unten noch der Grill angeschmissen werde. Er jedenfalls sei «parat» – am Sonntagmorgen auch: Ab 8 Uhr gibt es nämlich Frühstück.
Vorher ist aber Baden und Übernachten unter dem Sternenhimmel angesagt. Und Spielen: Die Pfadi Sunnebärg hat im Auftrag der Gemeinde für die Zeltnacht
ein abwechslungsreiches Kinderprogramm zusammengestellt. Angefangen mit einem Postenlauf am Nachmittag, an dem man unter anderem Speckstein formen und ein Blachenzelt bauen konnte, geht es nun weiter mit einer Wasserolympiade. «Wir haben versucht, ein Programm zusammenzustellen, bei dem Kinder jeden Alters mitmachen können – mit oder ohne Eltern», sagt die Therwilerin Noemi Schmid, die in der Pfadi den Namen Twist trägt und für die Organisation verantwortlich zeichnet. Mit ihr vor Ort ist ein rund 20-köpfiges Team.
«Pfadiwerte vermitteln»
Für die Wasserolympiade würden auch bald Poseidon und die Meerjungfrau Ariel vorbeikommen, doch das sei eine Überraschung. Dann werde gespielt, ein
Floss gebaut und zum Schluss ein Römerfest gefeiert. Poseidon und die Meerjungfrau würden auf die Römer stossen und es werde auch einen Konflikt geben – aber mit Happy End. «Uns war es wichtig, dass wir auch Pfadiwerte vermitteln», sagt Schmid. Wenn das Kinderprogramm erfolgreich sei, wäre sie durchaus bereit, dieses nochmals zu organisieren. Den Kindern scheint es jedenfalls zu gefallen: Pünktlich haben sie sich beim Becken versammelt und warten gespannt. Und bald schon kommt auch Ariel mit dem griechischen Meeresgott um die Ecke und das Aufwärmen im Wasser kann beginnen. Nathalie Reichel


